Um es vorweg zu sagen: meine Messwerte im Schlaflabor waren sehr hoch, d.h die Atemaussetzer häufig und langanhaltend!
Dementsprechend ist für mich das Tragen der Atemmaske von im wahrsten Sinne des Wortes vitaler Bedeutung!
In diesem Licht sind also die folgenden Ereignisse zu betrachten.
Vor einiger Zeit fiel das Atemgerät immer wieder kurzfristig aus. Da die Ausfälle sich jeweils beheben ließen, war ich nur mäßig beunruhigend bis eines Freitagsnacht die Lichter ganz ausgingen.
Aus der maskenlosen Zeit kannte ich zu gut die Momente, in denen mich die Aussetzer mit Herzklopfen und schnellem Atem aus dem Schlaf rissen.
In dieser war ich also höchst alarmiert!
Was war nun zu tun?
Als erstes versuchte ich die Filiale des Herstellers in meiner zu erreichen, war mir aber bewusst, dass ich dort an einem Samstag niemanden finden würde.
Als nächstes rief ich beim Notdienst des Herstellers in Münchenan. Dort bekam ich die Antwort, dass mein Gerät nicht zur Kategorie der lebenserhaltenden gehört und er nichts für mich tun könne. Die Tonart war weniger freundlich. Ich legte dar, dass ein Ausfall des Gerätes durchaus lebensbedrohlich sein könnte. Ohne Erfolg.
Anschließend versuchte ich über örtliche Apotheken und sogar in unserem Krankenhaus ein Ersatztermin zu bekommen. Negativ!
Mein Stresspegel stieg und stieg.
Als letztes dachte ich an das Schlaflabor. Dort werden auch am Wochenende Patienten aufgenommen.
In meiner Naivität hoffte ich, daß sie dort ein Ersatzgerät hätten. Das Labor ist sozusagen um die Ecke.
Gesagt, getan..
Im Schlaflabor arbeiten vorwiegend StudentInnen, die sich ein bisschen Geld dazu verdienen. Die junge Frau, die ich ansprach, war sehr freundlich und wollte sich erkundigen, was zu tun ist. Sie rief die dienstabende hauptamtliche Kraft an, und kam mit der Nachricht zurück, dass das Labor keine Gerät ausleihen würde. Ich verwies auf die Dringlichkeit, mit der der behandelnde Arzt mich auf die Bedeutung der Maske und die Risiken des Nichtgebrauchs hingewiesen hatte. Die junge Frau rief noch einmal an und bekam die gleiche Antwort, mit dem Hinweis, ich solle mich an die Herstellerfirma wenden…
Ich war nun schon den ganzen Tag auf der Suche nach einer Lösung gewesen und die Nerven lagen blank. Ich kam mir vor wie in einem makaber Sketch, in dem ein Krankenwagen in einem Kreisverkehr feststecken und nicht heraus kommt.
Und glaubt es mir, so etwas hatte ich mir nicht träumen lassen, dass ich es einmal tun würde: ich sagte der auch hilflosen Frau, ich würde dort im Schlaflabor sitzen bleiben, bis sie mir ein Gerät zur Verfügung stellen.
Nach einiger Zeit sah ich ein, dass ich so auch nicht weiter kommen würde und ging nach Hause.
Zum Glück, zum Glück ließ sich das Gerät doch noch einmal in Gang setzen!
Was für eine Geschichte, was für eine Angst und Hilflosigkeit.
Was gabe ich getan?
Ich habe mir wohl oder übel auf eigene Kosten ein Ersatzgerät für alle Fälle besorgt!
Ich habe erfahren, dass ich nicht die einzige Betroffene bin, und das dies das einzige ist, was man tun kann.
Was mich jedoch sehr verstört, wenn nicht wütend machte, war die Tatsache, dass sich meine Gesprächspartner alle auf ihre Richtlinien zurückzogen. Was für eine Welt!
Wie schön, wenn letztlich alles gut ausgeht!
Ich werde mich übrigens nicht für mein Auftreten im Schlaflabor entschuldigen. Ich kann verstehen, dass es Regeln gibt, aber ich habe es als unterlassene Hilfeleistung empfunden!
Euch alles Gute!