Wenn ich nicht dabei gewesen wäre…

ein Ausflug nach Hamburg zum 80jährigen Jubiläum der ZEIT mit Hindernissen

Habe ich mich schon mal als leidenschaftliche Zeit-Leserin geoutet? Wenn nicht, dann ist das jetzt der Moment, denn die folgende Geschichte wäre ohne diese Tatsache nicht passiert.

Die Zeit feierte kürzlich ihr 80jähriges Bestehen. Ein stolzes Alter mit der gesamten Nachkriegsgeschichte im Gepäck. Als langjährige Leserin und den in bestimmten Kreisen zu beobachtenden Bestrebungen, die Demokratie und damit zu allererst die unabhängige Berichterstattung mit Fake News und Co zu untergraben, war es mir ein Bedürfnis, an den Ort der Zeitentstehung – Hamburg – zu fahren.

Das zur Vorgeschichte. Das Bahnticket hatte ich schon einige Zeit vorher gebucht und in meiner Google Wallet abgelegt, um zu demonstrieren, dass ich mich Neuerungen nicht verschließe im Rahmen meiner begrenzten digitalen Kenntnisse. Einen Papierausdruck konnte ich mir nicht verkneifen, wer weiß, wenn der Akku plötzlich leer ist…

Wie immer komme ich schon wieder ins Erzählen…

Aber jetzt zur Sache:

Am Reisetag begab ich mich rechtzeitig (dieses kleine Wort hat eine große Bedeutung für mich, denn mein Umgang mit der Zeit, die mir bei Unternehmungen jeglicher Art immer wieder im Nacken sitzt, ist besser geworden, aber ausbaufähig. Also, dieses Mal war ich pünktlich am Bahnhof. Ich kramte meinen Thermobecher aus meinem Rucksack, um mir beim Bäcker im Bahnhof ein Heißgetränk für die Reise einfüllen zu lassen.

Dann begab ich mich zum Gleis 3: Abfahrt des ICE nach Hamburg um 10:23 Uhr stand auf der Anzeigetafel. Alles gut, dachte ich. Pustekuchen. Schon kurze Zeit später vermeldete der Lautsprecher eine Verspätung von voraussichtlich 45 min aufgrund eines „Notfalleinsatzes“ am Gleis. Die Ansage wurde mehrfach wiederholt, auch noch nach 10:23 Uhr. Ich hatte mir bei der Reiseplanung einen kleinen Puffer von 45 min eingebaut für evt. Verspätungen, so dass Hoffnung bestand, das Ereignis doch noch halbwegs rechtzeitig zu erreichen.

Kurze Zeit später: „Der ICE nach Hamburg fährt heute auf Gleis 11 ein“. Meine potentiellen Mitreisenden und ich eilten die Treppe hinunter zu Gleis 11. Ich stand quasi noch auf der Treppe, als ein Zug mehr oder weniger ungebremst an uns vorbeirauschte. Ein Mann fragte ins Leere: War das jetzt unser Zug? Ich antwortete mehr zu mir selbst. Kann ich mir nicht vorstellen. Einige Zeit verging auf dem Bahnsteig. Ich überlegte mir als Alternative, einen anderen Zug zu nehmen und befragte entsprechend einen Bahnbeamten, der offentsichtlich für die Betreuung der Wartenden abgestellt war. Er antwortete mir, dass die Zugbindungen aufgehoben seien und ich jeden anderen Zug nehmen könne. Was ihn eigentlich beschäftigte, schob er nach: Ich verstehe nicht, warum der Zug ohne Halt durchgefahren ist. Wir wurden nicht benachrichtigt. War also doch „unser“ Zug gewesen.

Kurze Zeit später: -„Der ICE nach Hamburg fährt heute ausnahmsweise von Gleis 4“. Die ganze Karawane wieder los, diesmal Richtung Gleis 4. Dort angekommen, lief tatsächlich ein ICE ein. Es muss wohl der vorige ICE in Richtung Hamburg gewesen sein, der seinerseits eine Stunde Verspätung hatte. Meine Platzkarte hatte somit keine Gültigkeit mehr, aber ich fand noch eine Sitzgelegenheit. Es könnte noch klappen….

Auf freier Strecke hielt der Zug plötzlich an: Wir können im Moment nicht weiterfahren, da vor uns Jugendliche auf den Gleisen gesichtet worden seien, die auch noch Steine auf Züge geworfen hätten! Wo sind wir eigentlich? Wieder Wartezeit…

Die weitere Fahrt verlieg reibungslos bis kurz vor Hamburg: erneuter Halt.

Der Zugführer nahm’s mit Humor: Wir könnten erstmal nicht weiterfahren, weil vor uns noch mehrere Züge um Einfahrt in den Bahnhof baten, denen wir natürlich den Vortritt lassen müssten. Die Zeit rannte davon. Noch war ein kleiner Hofnungsschimmer.

Und dann noch einer oben drauf: Ein weiterer Unfall auf dem Gleis. Die Elektrizität im System müsse aus Sicherheitsgründen für die Bergungsarbeiten ausgeschaltet werden. Wie lange? Die Lichter gingen aus.

Ein Mann, der schon lange nervös im Gang stand, schaute immer wieder auf sein Handy, tätigte Anrufe….schimpfte. Kann ich verstehen, aber auf der anderen Seite gingen meine Gedanken zu den Menschen, die keinen anderen Ausweg mehr sehen, als sich vor den Zug zu werden. Wie schrecklich, Wie grausam. Ich hörte also auf dieser einen Fahrt von insgesamt 3 solcher Fälle!

Das soll bei allem nicht vergessen werden!

Nungut, die Wartezeit betrug ca 10 min. Es war nun 13 Uhr. Die Veranstaltung würde ohne mich beginnen.

Die Feier fand im Schauspielhaus Hamburg in unmittelbarer Nähe zum Bahnhof statt. Ich lief mit Hilfe von Google Maps dorthin, verpasste zunächst den eher unscheinbaren Eingang, kehrte dann die paar Meter zurück und …stand vor verschlossenen Türen! Kein Plakat, das auf das Jubiläum hinwies. Ein bisschen hilflos blickte ich mich um…zwei Frauen näherten sich, ebenfalls unsicher . Sie fragten mich, ob ich auch zum Schauspiel soundso gehen wollte. Ich verneinte und sagte wahrheitsgemäß, dass ich zum Zeit-Jubiläum wollte. Ja, davon hätten sie gelesen, aber das findet doch nicht heute statt!

Oh!

Nun schaute ich im Internet nach: Die Feier würde am Sonntag, den 19.04.2026 stattfinden. Heute war Mittwoch, der 15.04.2026. Irgendwo in meinen Planungen war ich offensichtlich falsch abgebogen! Tja.

Da ich einen Seniorensonderpreisticket mit Zugbindung hatte, musste ich bis zur Abfahrt des Zuges um 17:45 Uhr in Hamburg verharren. Zunächst brauchte ich eine Sitzpause und begab mich in die Kunsthalle, wo ich mich stärkte. Einen Museumsbesuch (Ausstellung zu Maria Lassnig und Edvard Munch) sparte ich mir (18 Euro) und flanierte stattdessen durch die Fußgängerzone, nahm auf der Außenterrasse einer Eisdiele Platz und las die Zeit!

Die Rückfahrt erfolgte im Ruheabteil ohne weitere Zwischenfälle.

Aber wer denkt, dass ich mich wegen dieser Ereignisse geschlagen gegeben hätte, irrt ! Finanziell – ja – ich weiß – ein Luxus, aber ich wollte doch wirklich zu dieser Veranstaltung und buchte ein Ticket für Sonntag. Mit den Umständen war ich nun vertraut und nahm vorsichtshalber einen früheren Zug. Gute Wahl, denn der hatte auch wieder 30 min Verspätung, was ich mit Gelassenheit hinnahm.

Das Jubiläum an sich würde einen ganzen weiteren Bericht füllen. Kurzum, es war die Reise und das Geld wert: Ich nahm an 3 Veranstaltungen teil: Eine live Redaktionssitzung zur Diskussion der nächsten Ausgabe der Zeit (die ich dann natürlich mit besonderem Interesse las, gespannt darauf, für welche Themenschwerpunkte man sich letztlich entschieden hatte). 4 Vorträge von JournalistInnen über eines ihrer Projekte, die anschließend von Publikum frenetisch beklascht wurden. Eine Reportage über den Besuch in dem kleinen Ort Eisleben und den dort gar nicht traurigen, überwiegend alten Menschen wurde per Akklamation zum Liebling gewählt. Leztlich einen Abriss der Geschichte der Zeit mit Bilddokumenten aus allen Epochen. Besonders amüsant: Die Redaktion war in der Nachkriegszeit eindeutig eine Domäne der Männer, die es sich mit einem oder mehreren Gläsern Wein und Zigarren gut gehen ließen (dabei dachte ich an den legendären sonntäglichen Internationalen Frühshoppen im Fernsehen mit Werner Hofer als Moderator, bei dem die Teilnehmer(innen) im Zigarettendunst nur noch schemenhaft zu sehen waren.

Für die Veranstaltungen mit Ursula von der Leyen und später Joschka Fischer (alles gesagt) blieb mir leider keine Zeit mehr.

Insgesamt hoch interessant. Ich bin einfach ein Fan von guter und „glaubwürdiger“ Presse!

Und hier habe ich noch ein kleines, feines Schmankerl für euch: schaut mal rein: aus Jacques Tati: Die Ferien des Monsieur Hulo

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Goldenes Klassentreffen

Im Juni 2024 flatterte ein Brief aus meiner Heimatstadt in mein Email-Postfach.

Der Inhalt dieser Nachricht: eine Einladung zum alle 5 Jahre stattfindenden Ehemaligentreffen der Gymnasiasten aber auch speziell zu 50 Jahre Abitur! Ja unfassbar! Es ist 50 Jahre her, dass ich das Abitur ablegte und anschließend auch mein Zuhause verließ, um in die „weite Welt“, sprich in meinen Studienort Münster zu ziehen.

Das Schreiben enthielt Einladung, vorläufige Planungen für das Wochenende vom 29.08. – 31.08.2025 sowie eine Liste mit den Namen und, wenn vorhanden, Adressen der damaligen MitschülerInnen.

Die Nachricht löste unterschiedliche Gefühle in mir aus. Es war eine Mischung aus Neugier, was aus all den Menschen geworden ist, und eine schale Erinnerung an ein Treffen zum 20jährigen Abitur, an dem ich teilgenommen hatte und einigermaßen enttäuscht nach Hause zurückgekehrt war. Die Erinnerung daran ist nur noch sehr bruchstückhaft, aber wie gesagt, eher negativ besetzt. Nach meiner Wahrnehmung hatte sich an den „Strukturen“ von damals nicht viel verändert. Man unterhielt sich mit den wenigen, mit denen man auch zur Schulzeit in engerem Kontakt gewesen war. Ich möchte die Freude an ein Wiedersehen mit diesem kleinen Kreis nicht schmälern, aber ich hatte mir mehr versprochen. Im Nachhinein glaube ich, dass es auch mir an der nötigen Initiativ gemangelt hatte, offensiv auf meine anderen MitschülerInnen von damals zuzugehen.

Nun, weitere 30 Jahre sind ins Land gegangen.

Bis auf eine Mitschülerin, die ich aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes jetzt einfach mal Andrea nenne, hatte ich über die Jahre keinerlei Kontakte mehr. Andreas‘ und meine Wege kreuzten sich nach langer Zeit, als sie mit ihrem kleinen, mit meinem Sohn etwa gleichaltrigem Sohn in meine Stadt zog. Auch das ist nun schon wieder 34 Jahre her. Ein glücklicher Zufall, denn wir konnten unsere Freundschaft erneuern und nun beraten, ob wir gemeinsam zu dem Treffen fahren sollten. Andrea war ähnlich skeptisch gestimmt wie ich. Wir kamen aber recht schnell überein, es zu wagen! Was konnte schon passieren. Würde uns die Stimmung enttäuschen, könnten wir uns einfach vorzeitig „vom Acker machen“, wenn nicht, umso besser. Würden wir nicht hinfahren, beraubten wir uns der Möglichkeit einer positiven Erfahrung.

Nun begannen die Gespräche über vergangene Zeiten. Gemeinsam gingen wir die Liste der damaligen MitschülerInnen durch und tauschten unsere Erinnerungen und die wenigen Informationen über deren jeweiligen Verbleib aus. Später erfuhren wir, dass 18 unserer MitschülerInnen verstorben sind.

Und dann kam zwangsläufig die Frage nach der Kleiderordnung!

Es handelte sich, wie gesagt, auch um das alle 5 Jahre stattfindende Treffen der Ehemaligen . In der Programmvorschau war die Rede von Festakten und Tanzabend auf der altehrwürdigen „Wilhelmshöhe“. Also vermuteten wir, dass das Ganze vielleicht auch einen eher ehrwürdigen Charakter haben könnte und gegebenenfalls entsprechende Kleidung erfordern würde. Wir hatten halt keine Ahnung, mussten aber feststellen, dass wir kleidungsmäßig gegebenenfalls überhaupt nicht ausgerüstet waren!

Beide durchforsteten (der Begriff ist für die Anzahl der zumindest in meinem Kleiderschrank vorhandenen Kleidung schon ein wenig übertrieben) wir jeweils unseren Bestand. Auf einem Tanzabend war ich schon Jahre nicht mehr gewesen….freute mich aber sehr auf „gepflegten“ Tanz – so meine Vorstellung. Nun, ein paar rote halbhohe Stiefel, die ich mir vor Jahren zum Salsa tanzen gekauft hatte, passten noch. Ich kaufte einen dunkelblauen Blazer, den ich mit weißer Bluse und – wahrscheinlich aus der Reihe fallend – mit einer grauen Jeans kombinieren wollte. Andrea verweigerte die Anschaffung neuer Kleidung/Schuhe und entschied sich ebenfalls für Jeans mit Sneakers, obenrum aber doch für eine elegant/sportliche Bluse mit Blazer.

Zu Hause zog ich den Blazer erwartungsfroh noch einmal an und musste feststellen, dass er sich angesichts seines Gewichts wie Blei auf meine Schultern legte – so mein Gefühl. Also brachte ich ihn wieder zurück ins Geschäft!

Danach probierte ich aus meinem Repertoire dann noch verschiedene Varianten im Hinblick auf mögliche Wetter- und Stimmungslagen aus. Eine leichte Sommerhose erschien mir passend. Als ich sie – zu meiner Ehrenrettung – schon vor Sommerbeginn gekauft hatte, saß sie noch ein bisschen straff um den Bauch. Es bedurfte einiger körperlicher Anstrengungen, um sie passend zu machen. Andrea hatte sich – wie ich später feststellte – auch noch mit einer extra Garnitur gewappnet gegen Kleckern. Sie hatte einschlägige Erfahrungen. Ihre Vorsorge sollte sich als durchaus berechtigt erweisen, als wir nach dem oben erwähnten Festakt Giros-Suppe aus der Kantine unserer ehemaligen Schule serviert bekamen. Ich hatte dieses Mal Glück…denn das Kleckern ist mir ein sehr bekannter Vorgang.

Das große Ereignis rückte näher. Andrea und ich unterhielten uns noch öfter über unsere Vorbereitungen, mehr noch aber über unsere Gefühlslagen. Warum taten wir uns so schwer, einfach loszufahren und uns auf eine positive Erfahrung zu freuen? Und dann kamen wir zu dem Schluss, dass es den anderen Menschen vermutlich auch nicht anders erging als uns, denn immerhin hatten Andrea und ich sehr ähnliche Gedanken und Gefühle: wie würde es werden, wie würden wir aufgenommen, was würde man sich erzählen…..

Alleine wäre wohl keine von uns gefahren!

Abfahrt Freitag, 13:00 Uhr

Ankunft: 14:15, Andrea brachte mich bei meiner Schwester vorbei, die noch in meiner Heimatstadt wohnt. Sie selbst übernachtete ebenfalls bei Verwandten ganz in der Nähe .

15:30: Beginn der Veranstaltung: Erste Begegnung in einem Café in der Innenstadt. Das Wetter ist gut. Wir können im offenen Teil des Cafés sitzen. Es ist eng und laut. Wir bekommen Namensschilder auf die Kleidung geklebt, damit man weiß, mit wem man es zu tun hat.

Denn: erkennt man noch jemanden nach 50 Jahren? Tatsächlich: 2 Personen habe ich auf Anhieb erkannt, alle anderen nicht spontan.

Es gibt einige herzliche Umarmungen, die schon mal das Eis brechen!

Ich habe mir vorgenommen, dieses Mal über den Kreis meiner damaligen Klicke, wenn ich das so nennen darf, hinauszugehen und auch möglichst viele andere MitschülerInnen anzusprechen. Das ist der Unterschied zu unserem Treffen von vor 30 Jahren. Und irgendwie habe ich das Gefühl, dass die anderen auch offener und interessierter sind, sich die jeweiligen Lebensgeschichten anzuhören. 50 Jahre sind eine lange Zeit, und wer weiß, ob wir uns noch einmal sehen?

Nach dem Kaffeetrinken geht es zu Fuß auf die „Wilhelmshöhe“. Ein auch für mich und die anderen ein denkwürdiger Ort, da wir dort unseren Tanzkursus besucht hatten, der damals noch obligatorisch war. Die meisten Frauen erinnern sich auch heute noch an die für sie unangenehme Situation, als wir den Jungs in einer Reihe gegenüber standen und sie uns mit einem Spurt auf unsere Seite „auswählen“ durften! Zum Abschlussball mussten die Mädchen den Jungs ein Taschentuch mit deren Namen sticken (!). An mein Kleid kann ich mich nicht mehr erinnern, aber es wird wohl ein langes Abendkleid gewesen sein, vermutlich in hellblau, meiner Lieblingsfarbe.

Während ich mit einigen anderen zur Wilhelmshöhe gehe und wir dort schon mal bei schönem Wetter im Biergarten Platz nehmen, wird auf dem Marktplatz noch ein Fackelzug vorbereitet, der offensichtlich traditionell als Zeichen der Verbundenheit untereinander zur Wilhelmshöhe durchgeführt wird. Leider sind Fackelzüge heutzutage anders konnotiert!

An diesem Abend erzählen wir uns viele Geschichten…aus 50 Jahren Leben.

Am Samstagmorgen findet in unserer ehemaligen Schule eine Generalversammlung der Ehemaligen statt. Das ersparen Andrea und ich uns. An dem anschließenden Festakt möchten wir aber teilnehmen, aus Neugier. Auch hier stand im Vorfeld die Kleiderfrage! Aber auch dieses Mal die Erkenntnis, dass sich Dinge ändern und ändern müssen oder können. Jeder kam dorthin, wie er oder sie oder ….es wollte, die meisten „casual“. Es wurden die Honoratioren und anderen besonderen Gäste begrüßt und den Veranstaltern Dankesreden gehalten Anschließend folgte ein Vortrag von einem Ehemaligen, der über sein Fachgebiet, die Behandlung von Herz-Kreislauferkrankungen bei Kleinkindern und den Stand der Forschung bei künstlichen Herzen und anderen Ersatzteilen berichtete. Durchaus hörenswert. Also auch noch ein intellektueller Schmaus.

Anschließend können wir unser alte Schule und was inzwischen daraus geworden ist, besichtigen. Es entspinnen sich rege Erzählungen über Lehrer, deren Besonderheiten im Positiven wie Negativen. Jede/r kann etwas beitragen und es wird viel gelacht. Manche wissen noch, in welchem Klassenraum wir gesessen hatten. All das habe ich vergessen. Nur zwei Bilder kommen wieder: ich sitze in einem oberen Stockwerk in der Bibliothek, in der ich in der Pause ausgeholfen habe, und schaue auf den Schulhof. Was ging damals in meinem Kopf vor? Manchmal fühlte ich mich außen vor.

Dann kommt die Erinnerung wieder an die Theke in der Pausenhalle, wo man in der Pause Getränke – Milch, Kakao usw. erwerben konnte. Vielleicht auch Brötchen? Süßigkeiten gab es bei einem Kiosk, der direkt vor der Schule lag. Wie praktisch.

Andrea und ich fahren zurück zum Marktplatz und trinken dort in aller Ruhe einen Cappuccino und lassen das bisherige Treffen an uns vorüberziehen. Es ist schon sehr anstrengend, sich die ganze Zeit zu unterhalten, vor allem, weil es meist sehr laut ist, man ist von vielen anderen sprechenden Menschen umgeben und es ist schwierig, intensivere Gespräche zu führen.

Insgesamt sind wir aber sehr positiv gestimmt.

Am Nachmittag stehen noch weitere Besichtigungen zur Auswahl. Mein Rücken macht mir Probleme und so fahre ich zu meiner Schwester, die ich auch nicht so oft sehe, und ruhe mich bis zum frühen Abend aus.

Und nun der Tanzabend auf dem Programm. Ich mache mich im Rahmen des Möglichen schick und packe meine roten Stiefel ein. Der Tanz soll erst um 20:00 Uhr beginnen (tatsächlich dann erst um 21:00 Uhr, so dass wir uns zunächst im Biergarten wieder treffen, dort essen und trinken und wieder Gespräche, Gespräche…und Blasmusik, die uns unerwartet begleitet…Ich treffe einen Klassenkameraden wieder, der mir wegen seines frohen Gemüts in Erinnerung geblieben ist. Wir erkennen uns beide nicht wieder, aber als er lacht, weiß ich, das ist er! Das ist schon interessant: manche Menschen habe ich nicht auf Grund ihre Gesamterscheinung wiedererkannt, sondern an einem Detail, das sie auszeichnet und das mir über all die Jahre im Gedächtnis geblieben ist. Wie schön!

Ich warte darauf, dass nun endlich der Tanzabend beginnt. Ich hatte mir vorgestellt, dass wir ja alle ohne Partner dort sein würden und sich so die Gelegenheit zu einem Paartanz durchaus ergeben könnte. Fehlanzeige! Tatsächlich hatte es sich bis zu Corona um einen „traditionellen“ Tanzabend mit Abendgarderobe gehandelt. Nun hatte man entschieden (wahrscheinlich auch zu Recht?), die Veranstaltung der neuen Zeit anzupassen und ist umgeschwenkt auf einen Disko-Abend. Kleiderordnung brauche ich nicht, aber einen gepflegten Tanzabend mit Stand- oder auch lateinamerikanischen Tänzen, wie wir sie in der Tanzschule gelernt hatten, hätte mich gefreut. Nun, das war nun ein richtiger Negativpunkt für mich persönlich!

Am Sonntagmorgen kann man noch an einem ökumenischen Gottesdienst und /oder an einem zünftigen Frühschoppen auf dem Markt teilnehmen.

Andrea und ich entscheiden uns, nach Hause zurückzufahren. Es war genug der Gespräche… für dieses Mal.

Wenn ich dieses Treffen zusammenfassen soll: ich bin froh, daran teilgenommen zu haben!

Ich habe mich sehr gefreut, meine ehemaligen Mitschüler und Mitschülerinnen wieder zu treffen und mich mit vielen von ihnen unterhalten zu haben. Für ein nächstes Mal würde ich mir mehr Gelegenheiten suchen, um mit dem einen oder der anderen in Ruhe auch mal tiefgründigere Gespräche zu führen. Es ist doch so spannend, zu hören, was die Menschen so alles erlebt haben und wie sie auf die Welt blicken.

Ich habe es in der Hand, mich ausgeschlossen zu fühlen oder auf die Menschen zuzugehen . Die anderen haben bestimmt ähnliche Ängste wie ich! Kleiderordnungen gibt es nicht mehr. Mit Standardtanz bin ich offensichtlich eine Außerirdische. Es war gut, das Treffen über mehrere Tage auszudehnen, um Gelegenheit zu haben, sich mit möglichst vielen Leuten zu unterhalten. Manchmal war das Programm dem Alter geschuldet für mich physisch herausfordernd.

Vielen Dank an meine Freundin „Andrea“, die mich chauffiert hat und mit der ich das ganze Event vor, während und anschließend bereden konnte!

Und auch an die Veranstalter und vielen Helfer, die uns dieses „einmalige“ Erlebnis ermöglicht haben, ein tiefes Danke!

Slice of Life – Tauben haben auch Gefühle

Rahmenhandlung:

An diesem lauen Sommerabend habe ich mich nach der Tageshitze noch auf meinen analogen Drahtesel gesetzt und eine kleine Tour zu einem nahegelegenen See gemacht. Der Minigolfplatz, den ich zunächst ansteuerte, schloss gerade seine Pforten.

Im Café am See bekam ich noch etwas zu trinken. „Mein“ Kellner freute sich, mich mal wieder zu sehen.

Nachdem ich mein Wasser getrunken, noch einige Lektionen Italienisch mit Duolingo gelernt und ein wenig die Menschen um mich herum beobachtet hatte, machte ich mich auf den Heimweg.

Hauptteil:

Die Rückfahrt ging ziemlich flott, weil weitgehend bergab.

Ich tauchte, nachdem ich die klare See- und Waldluft genossen hatte, wieder in den Stadtverkehr ein.

Dort sah ich im Vorbeifahren zwei Tauben mitten auf der Fahrbahn. Ich vermutete ein Liebesspiel, was ich doch recht riskant fand, aber wie wir wissen, verliert  man dabei schon mal den Kopf …oh bittere Assoziation!

Zurück zu der recht kurzen Szene: oberflächlich betrachtet, führten die beiden einen Liebestanz auf. Aber nein, eine Taube hackte auf die andere ein. Als sie wegen eines nahenden Autos aufflog, wurde klar, dass sie die andere Taube auffordern wollte, davon zu fliegen. Diese hatte sich aber offensichtlich verletzt und konnte kaum noch laufen, geschweige denn fliegen.

Ich überlegte, ob und wie ich eventuell einen Rettungsversuch starten könnte. Da kam mir ein Mann zuvor, der von seinem Rad abstieg und die Taube von der Fahrbahn entfernen wollte. Sie ließ sich nicht anfassen und humpelte unter ein Auto.

Es ist zu befürchten, dass sie irgendwann doch unter ein Auto gerät.

Fazit

Wir sollten uns hüten, den  Tieren Gefühle oder ein Schmerzempfinden abzusprechen. Sogar Tauben sorgen sich umeinander!

Diese Szene der tierischen Zuwendung hat mich berührt und mir wieder einmal vor Augen geführt, dass unsere Mitgeschöpfe unseren Respekt verdient haben!

Durch Wind und Wetter- Borkum 2025

zäumen wir das Pferd von hinten auf…

Übermorgen werde ich die Insel nach einem zweiwöchigen Urlaub wieder verlassen.

Das Wetter war im wahrsten Sinne des Wortes durchwachsen.

An fast allen Tagen waren die Vorhersagen glücklicherweise schlechter als die Realität. Es gab immer Sonnenlöcher, mal größer mal kleiner, aber immer groß genug für eine Radtour, einen Spaziergang oder eine Partie Minigolf. Das ist dann schon mal der grobe Rahmen beschrieben…

Jetzt sitze ich gerade auf einer Bank auf der Promenade neben dem Musikpavillion. Der Wind ist aufgeregt, fast schon ein wenig stürmisch. Es hat ca 18 Grad. Das scheint nicht viel, aber mit ein bisschen Sonne sitzt es sich gut hier.

Borkum, dass ist das Meer, launisch, bedrohlich, friedlich und still. Das ist das vielstimmige Chor der Möwen, Austernfischer, Rotschenkel, Löffler …

Und da ist das Wattenmeer, Kontrapunkt zum Getriebe am Strand, Ruhe für die dort brütenden Millionen von Vögeln. Auf dem neuen Seedeich auf dem Fahrrad den Blick schweifen lassen.

Und dann zurück ins Treiben der Menschen …

Man freut sich, wenn man sich wieder sieht, in der Unterkunft, im Café oder auf dem Minigolfplatz, wo mir immer schon mein „Spielzeug“ bereit gelegt wird, wenn ich den Platz mit dem Rad anfahre.

Kultur gibt es, Feste, geführte Wanderungen zu Fuß oder mit dem Rad zur Vogel-, Tier- oder Pflanzenwelt, Sportangebote. Eine Wattwanderung ist allemal lohnenswert, sofern man sich mit Schlick anfreunden kann….nicht zu vergessen eine zünftige ostfriesische Teezeremonie mit allerlei Geschichten rund um den alten Leuchtturm.

Für mich als (wie soll ich mich nennen, wenn ich gefühlt schon mindestens 40mal auf Borkum war) Wattwurm oder gar Fossil, stehen tägliche Ausflüge mit dem Rad im Mittelpunkt. Da wird es mir nie langweilig und und wenn es mittendrin einen Riesenwindbeutel oder leckeren Pflaumenkuchen im Ostland gibt, ist das Glück vollkommen.

Ich persönlich kann meine Zeit seit nunmehr acht Jahren mit Hilde verbringen (meine Freundin hat sich dieses Pseudonym erbeten). Und so kam es dazu:

Wir saßen damals „zufällig “ nebeneinander auf einer Bank in der Bismarckstraße, dem Hauptverkehrsknoten der Insel, sprich Fußgängerzone. Wir schleckten jede an einem Softeis, Hilde pure Vanille, ich mit Schokoüberzug. Hilde ist sehr kommunikativ…sie sprach mich auf unsere gemeinsame Vorliebe für genau dieses Eis an diesem Ort an. Und als wir uns in die Augen schauten, stellten wir lachend fest, dass wir die gleiche Brille von Fielmann trugen. Wir erachteten diese Gemeinsamkeiten als ausreichende Basis für eine Freundschaft, die uns, wie gesagt, seitdem jedes Jahr zusammen hierher führt.

Nach vielen Jahren des Alleinreisens freuen wir uns, die Zeit gemeinsam zu verbringen und unsere Gedanken und Erlebnisse zu teilen. Und es gibt so viel zu beobachten..denn wo kommen alle Generationen an einem Ort zusammen.

Auch das ist das Leben: gerade als ich diesen Beitrag schreibe, geht etwas zu Ende. Just diese Freundschaft, die so sicher schien. Und wieder ist der Ort des Geschehens Borkum.

Wenn man so viele Jahre auf die Insel kommt, dann fährt die eigene Lebensgeschichte  immer mit…jetzt kommt noch ein Ereignis hinzu.

Meine Erinnerungen beginnen schon mit der Anreise…Ich komme an meiner Geburtsstadt mit all ihren Erinnerungen vorbei und mache auf der Rückfahrt einen Abstecher zu meiner Schwester.   Jetzt gehen meine Gedanken zu einer lieben Freundin, die ebenfalls am Wege wohnte. Auch mit ihr habe ich vor vielen Jahren ein paar glückliche Tage auf Borkum verbracht. Gerda war ihr Name.

Es begann natürlich alles schon viel früher: zu Beginn Campingurlaub en famille, dann erstmals mit festem Dach über dem Kopf beim hiesigen Förster Rotkirch (wir schliefen in deren Schlafzimmer und frühstückten in deren Wohnzimmer!) anschließend Jugendliebe beim Volleyball, Urlaub mit Mann und Kind, und dann alleinreisend.

Und jetzt kaum zu fassen, dass schon wieder ein Jahr vorbei ist.

Das Wetter hat sich wider Erwarten noch gehalten. Nachdem ich ca 1 Stunde auf der Bank am Strand gesessen hatte, bin ich umgezogen in Rias Strandbar und habe mich in Decken eingewickelt. Das Kurorchester spielt „All your need ist love“. Geht noch mehr?

Konnte ich euch ein bisschen in die Atmosphäre mitnehmen?

So, nun will ich enden.

Morgen ist Sonntag. Mal schauen, was er uns bringt.

Eure

Claudia

Meine Schlafmaske und ich 3. Teil

Um es vorweg zu sagen: meine Messwerte im Schlaflabor waren sehr hoch, d.h die Atemaussetzer häufig und langanhaltend!

Dementsprechend ist für mich das Tragen der Atemmaske von im wahrsten Sinne des Wortes vitaler Bedeutung!

In diesem Licht sind also die folgenden Ereignisse zu betrachten.

Vor einiger Zeit fiel das Atemgerät immer wieder kurzfristig aus. Da die Ausfälle sich jeweils beheben ließen, war ich nur mäßig beunruhigend bis eines Freitagsnacht die Lichter ganz ausgingen.

Aus der maskenlosen Zeit kannte ich zu gut die Momente, in denen mich die Aussetzer mit Herzklopfen und schnellem Atem aus dem Schlaf rissen.

In dieser war ich also höchst alarmiert!

Was war nun zu tun?

Als erstes versuchte ich die Filiale des Herstellers  in meiner zu erreichen, war mir aber bewusst, dass ich dort an einem Samstag  niemanden finden würde.

Als nächstes rief  ich beim Notdienst des Herstellers in Münchenan. Dort bekam ich die Antwort, dass mein Gerät nicht zur Kategorie der lebenserhaltenden gehört und er nichts für mich tun könne. Die Tonart war weniger freundlich. Ich legte dar, dass ein Ausfall des Gerätes durchaus lebensbedrohlich sein könnte. Ohne Erfolg.

Anschließend versuchte ich über örtliche Apotheken und sogar in unserem Krankenhaus ein Ersatztermin zu bekommen.  Negativ!

Mein Stresspegel stieg und stieg.

Als letztes dachte ich an das Schlaflabor. Dort werden auch am Wochenende Patienten aufgenommen.

In meiner Naivität hoffte ich, daß sie dort ein Ersatzgerät hätten. Das Labor ist sozusagen um die Ecke.

Gesagt, getan..

Im Schlaflabor arbeiten vorwiegend StudentInnen, die sich ein bisschen Geld dazu verdienen. Die junge Frau, die ich ansprach, war sehr freundlich und wollte sich erkundigen, was zu tun ist. Sie rief die dienstabende hauptamtliche Kraft an, und kam mit der Nachricht zurück, dass das Labor keine Gerät ausleihen würde. Ich verwies auf die Dringlichkeit, mit der der behandelnde Arzt mich auf die Bedeutung der Maske und die Risiken des Nichtgebrauchs hingewiesen hatte. Die junge Frau rief noch einmal an und bekam die gleiche Antwort, mit dem Hinweis, ich solle mich an die Herstellerfirma wenden…

Ich war nun schon den ganzen Tag auf der Suche nach einer Lösung gewesen und die Nerven lagen blank. Ich kam mir vor wie in einem makaber Sketch, in dem ein Krankenwagen in einem Kreisverkehr feststecken und nicht heraus kommt.

Und glaubt es mir, so etwas hatte ich mir nicht träumen lassen, dass ich es einmal tun würde: ich sagte der auch hilflosen Frau, ich würde dort im Schlaflabor sitzen bleiben, bis sie mir ein Gerät zur Verfügung stellen. 

Nach einiger Zeit sah ich ein, dass ich so auch nicht weiter kommen würde und ging nach Hause.

Zum Glück, zum Glück ließ sich das Gerät doch noch einmal in Gang setzen!

Was für eine Geschichte, was für eine Angst und Hilflosigkeit.

Was gabe ich getan?

Ich habe mir wohl oder übel auf eigene Kosten ein Ersatzgerät für alle Fälle besorgt!

Ich habe erfahren, dass ich nicht die einzige Betroffene bin, und das dies das einzige ist, was man tun kann.

Was mich jedoch sehr verstört, wenn nicht wütend machte, war die Tatsache, dass sich meine Gesprächspartner alle auf ihre Richtlinien zurückzogen. Was für eine Welt!

Wie schön, wenn letztlich alles gut ausgeht!

Ich werde mich übrigens nicht für mein Auftreten im Schlaflabor entschuldigen. Ich kann verstehen, dass es Regeln gibt, aber ich habe es als unterlassene Hilfeleistung empfunden!

Euch alles Gute!

Meine Schlafmaske und ich – Teil 2

Nachdem ich euch gestern mitgenommen habe zum Beginn einer ungewöhnlichen Freundschaft, will ich nicht unterschlagen, dass der Weg von der Vertragsunterzeichnung bis zu der auch gefühlten Freundschaft ein langer und bisweilen mühseliger war.

Was meine ich damit?

Zunächst hat eine Schlafmaske so ihre Tücken. Es gibt natürlich eine Gebrauchsanweisung, die einem hilft, die verschiedenen Teile zusammenzusetzen, aber die Praxis ist dann doch komplizierter.

Das der Kopf nach Aufsetzen der Maske gewisse Assoziationen mit einem Elefant weckt, geschenkt. Mag in Zweierbeziehungen zu Irritationen führen.

Schon nach kurzer Zeit schob sich die Haut oberhalb des Maskenrandes über den Wangenknochen unwiderruflich zusammen. Ihr kennt das bei älteren Leuten..das war ein Moment, in dem ich innerlich heftig revoltierte, aber letztlich nützte es nichts und diese leichte Wulst bleibt tagsüber unter dem Brillenrand verborgen.

Ich hörte, man könne mit der Maske nur auf dem Rücken schlafen. Zum einen drücken sich die Seitenteile der „Apparatur“ in Seitenlage in die Wange (in einem Kissen gebettet stört mich das nicht). Aber auch die Maske verschiebt sich und muss gerade gerückt werden. Denn: wenn sie nicht gerade sitzt und eng anliegt, strömt Luft nach außen und das ist ganz unangenehm!

Als Erklärung: wenn man das Gerät einschaltet, entsteht für einen kurzen Moment ein Unterdruck, der die Maske an die Haut ansaugt. Dann sitzt sie richtig und arbeitet geräuschlos.

Also, wenn die Maske mal verrutscht, einfach aus- und wieder einschalten!

Eine ganze Weile habe ich damit gekämpft, dass, wie oben beschrieben, in der Nacht plötzlich Luft entwich und zwar immer dann, wenn die höchste Druckleistung erreicht war. Dann nämlich hielt die Maske dem Druck nicht stand und die Luft strömte im Mund und nach draußen. Ich bekam Panik und riss mir die Maske vom Gesicht. Inzwischen habe ich es gelernt, in diesen Momenten ruhig zu bleiben, die Maske auszuschalten und neu zu starten, Dann wird der Druck wieder zurück gefahren. Zum besseren Verständnis: der in die Maske eintretende Luftstrom wird entsprechend der Stärke der Apnoe angepasst. Die oberste Grenze liegt bei 12 Bar. Zu Beginn liegt der Druck bei 4 Bar und steigt bis zum Einschlafen bis auf genannte maximal 12 Bar.

Es gibt verschiedene Gründe, weshalb die Maske nicht dicht hält:

  • Sie verruscht
  • Der Luftdruck ist zu stark
  • Die Maske ist verunreinigt bzw. die Gesichtshaut z.B. durch Schminke oder Sonnencreme

Es wird empfohlen, die Maske einmal wöchentlich zu reinigen. Das ist richtig und wichtig .

Es hat eine ganze Weile gebraucht, bis ich mit den Gewohnheiten meiner Maske vertraut war, die man so nirgends nachlesen kann…es sei denn genau hier!

Vielleicht habt ihr alle diese Probleme gar nicht. Um so besser! Falls ihr aber auch mit den Eigenarten der Maske zu kämpfen habt, möchte ich euch ermutigen, den Kampf nicht aufzugeben, wenn die  Schlafapnoe heftig ist. Es kann lebensrettend sein!

Vielleicht habt ihr Lust, mir über eure Erfahrungen zu berichten!

In Kürze kommt noch ein Bericht über eine für mich dramatische Situation….Ich habe überlebt!

Eure

Claudia

Meine Schlafmaske und ich

Wenn ihr euch nun vorstellt, es werde sich um die gemeine Schlafmaske aus seidigem Polyester mit exotischen Vögel darauf handeln, weit gefehlt!

Nein, es geht um ein ernst zu nehmendes, gesundheitliches Problem mit Namen Schlafapnoe. Wer, wie ich, seit langem unter Schlafstörungen und einem Gefühl der Zerschlagenkeit am nächsten Morgen leidet, sollte sich vielleicht in ein Schlaflabor begeben und prüfen lassen, ob es sich um besagte Schlafapnoe handelt: ein Aussetzen der Atmung für mehrere Sekunden. Ca . 5 dieser Aussetzer pro Stunde sind normal, bei meinem letzten Test vor 1 Jahr lag die  Rate bei bis zu 33 mal für bis zu 23 Sekunden. Muss ich erklären, warum dieser Tatbestand beunruhigend bis auf längere Sicht lebensgefährlich ist?

Die Ursachen sind nicht eindeutig festzustellen: Übergewicht scheint nur eine Erklärung zu sein.

Nachdem ich den Test vor etwa 4 Jahren schon einmal gemacht und abgebrochen hatte, weil ich unter der Maske Panik bekam, musste ich angesichts der auf die oben genannten Werte angestiegenen Aussetzer und der Schilderung der möglichen Konsequenzen eine andere Strategie fahren:

  1. Das Tragen der Maske wird nicht mehr hinterfragt, will ich nicht vorzeitig an einem Herzinfarkt sterben
  2. Die Maske ist von nun an meine Freundin

Ich war mir nach meiner ersten Erfahrung nicht sicher, ob mein Körper diesen mentalen Schwenk mitmachen würde…

Ja tatsächlich: es funktioniert bis heute. Ich habe mich mit der Maske angefreundet, denn sie kann mein Leben retten! Punkt !

Nun, das ist der erste Teil der Geschichte, denn Veränderungen brauchen meistens Zeit, Rückschläge inbegriffen.

Und da gibt noch einiges erheiterterndes bis dramatisches zu berichten.

Ausserdem würde ich mich inzwischen als Expertin für die Eigenarten von Schlafmasken bezeichnen.

Bis bald

Slice of Life – Merk-würdigkeiten aus dem Alltag

Vor einigen Tagen sitze ich gemütlich mit meinem Sohn beim Abendbrot….er folgt gerne und oft einer Einladung nach einem arbeitsreichen Tag.

So, da sitzen wir nun. Ich bin gerade dabei, das Essen aufzutragen, als der Blick meines Sohnes über den Küchentisch schweift, der neben dem Essgeschirr auch als Ablage für viele andere Gegenstände dient.

Ungläubig fragt er mehr sich selbst: hab ich das an Mama geschickt ….

Ich frage nach, was er denn meint, worauf er auf ein Päckchen zeigt. Ich frage wieso, das habe ich doch bestellt.

Tja, es gibt offensichtlich Dinge im Leben noch junger Männer und gleichzeitig auch bei Frauen älteren Datum…was könnte das sein…? Die Spannung steigt. Ich vermute, darauf werdet ihr nicht kommen.

Es ist etwas, über das man wahrscheinlich eher hinter vorgehaltener Hand – wenn überhaupt – spricht. Ach…..

Ich löse auf: es geht um einen Nasen-haar-trimmer. Ja, ich gebe es zu. So ein Ding benutze ich seit einiger Zeit, aber offensichtlich auch mein Sohn. Es ist einfach eine Frage, ja wovon eigentlich? Hygiene, jooh, aber in erster Linie – nee, ich walze das jetzt nicht mehr aus.

Wir haben jedenfalls herzlich gelacht über diese Koinzidenz: wir beide bestellen zur gleichen Zeit den gleichen und ausgerechnet diesen „Gegenstand“.

Ihr habt wahrscheinlich alle keine Probleme damit, wenn aber doch, kann ich aus eigener Erfahrung davon abraten, billige Geräte mit Handbetrieb für ca 9 Euro zu erwerben. Ich neige bei gewissen Dingen schon mal zu einer gewissen Knauserigkeit, aber hier hat es sich wieder einmal als eine Fehlentscheidung herausgestellt. Mein Gerät ist batteriebetrieben und erfüllt voll und ganz meine Anforderungen. Preis: ca. 15 Euro.

So könnt ihr vielleicht von meinen praktischen Erfahrungen profitieren, wenn ihr euch jetzt gleich vor den Spiegel stellt und nachschaut, ob sich die Anschaffung eines Gerätes schon oder noch nicht lohnt!

Grüße aus der Lebenswerkstatt

Claudia

Aus dem Leben einer Silveragerin

Nach einer langen Pause nun mal wieder etwas Neues…

Gestern habe ich meinen ersten längeren Beitrag veröffentlich über das Leben entlang der Endlichkeit. Solche intensiveren Auseinandersetzungen mit Themen werdet ihr immer wieder mal finden. Darüber hinaus werde ich euch je nach Anlass aus meinem Leben berichten, aus dem Leben einer „Silveragerin“. Ganz ehrlich, ich mag den Begriff der Rentnerin nicht besonders! Ja, ich bin altersmäßig und gemäß meines Status eine Rentnerin, aber allein der Begriff…..nöh.

Klar spüre ich die Veränderungen, die sich innen und außen abspielen und muss mir immer wieder eingestehen, dass immer mehr Dinge nicht mehr wie früher oder gar nicht mehr funktionieren.

Aber ich versuche dem Lamentieren entgegen zu wirken!

Und zwar, in dem ich euch Geschichten erzähle. Das ist doch auch, was uns am und im Leben erhält: uns treffen, mit anderen Menschen austauschen und uns unser Leid und unsere Freuden zu teilen.

Naja, ihr werdet schon sehen, was dabei herauskommt!

Als erstes ein für mich spektakuläres Ereignis…also vielleicht besser unerwartet:

Letzte Woche fuhr ich wie so oft zu meiner Lieblingsbäckerei, bei der man auch koffeinfreien Cappuccino trinken kann. Ein unerlässliches Vergnügen für mich.

Nun überreichte ich der Bedienung hinter der Theke einen 5 Euro-Schein. Er sah ihn sich näher an und sagte, dass er den Schein nicht annehmen könne, er sei nicht echt. Ich fiel aus allen Wolken! Wie, was, unecht?

Ja, er zeigte mir den Schein und sagte, dass es sich um eine Kopie handele. Ehrlich gesagt habe ich noch nie darüber nachgedacht, mir die Scheine in meinem Portemonnaie auf ihre Echtheit hin anzuschauen. Die großen Scheine, die ich sowieso nicht gerne mit mir herumtrage, werden per se geprüft, aber die kleinen?

Interessant war dann allerdings auch die Reaktion des Verkäufers. Nun, Gott sei Dank hat er nicht gleich die Polizei gerufen und mich in Gewahrsam genommen. Im Gegenteil, er meinte, er habe immer schon gedacht, wenn er ein Geldfälscher wäre, würde er dafür kleine Scheine nehmen. Hmm. Als ich mich dann halblaut fragte. was ich jetzt mit dem Schein machen sollte, fügte er hinzu. Also man sollte kleine Scheine nicht bei ihm oder in sonst kleinen Läden unterzubringen versuchen. Dort würde mehr geprüft und falsche Scheine wurden natürlich einen Minusbetrag in der Kasse bedeuten. Klar, aber das wäre in allen Geschäften so.

Nun gut, ich steckte den Schein ein und verglich ihn zu Hause mit einem echten Exemplar. Tatsächlich, es war sogar eine schlechte Fälschung. Wie gesagt, ich habe noch nie meine Scheine auf Echtheit überprüft. Das wird sich jetzt sicher ändern.

Bisher liegt der falsche Fünfer noch bei mir zu Hause. Behalte ich ihn als Andenken oder bringe ich ihn doch noch zur Polizei?

Ist euch auch schon sowas passiert?

Es grüßt

Claudia