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Meine Schlafmaske und ich 3. Teil

Um es vorweg zu sagen: meine Messwerte im Schlaflabor waren sehr hoch, d.h die Atemaussetzer häufig und langanhaltend!

Dementsprechend ist für mich das Tragen der Atemmaske von im wahrsten Sinne des Wortes vitaler Bedeutung!

In diesem Licht sind also die folgenden Ereignisse zu betrachten.

Vor einiger Zeit fiel das Atemgerät immer wieder kurzfristig aus. Da die Ausfälle sich jeweils beheben ließen, war ich nur mäßig beunruhigend bis eines Freitagsnacht die Lichter ganz ausgingen.

Aus der maskenlosen Zeit kannte ich zu gut die Momente, in denen mich die Aussetzer mit Herzklopfen und schnellem Atem aus dem Schlaf rissen.

In dieser war ich also höchst alarmiert!

Was war nun zu tun?

Als erstes versuchte ich die Filiale des Herstellers  in meiner zu erreichen, war mir aber bewusst, dass ich dort an einem Samstag  niemanden finden würde.

Als nächstes rief  ich beim Notdienst des Herstellers in Münchenan. Dort bekam ich die Antwort, dass mein Gerät nicht zur Kategorie der lebenserhaltenden gehört und er nichts für mich tun könne. Die Tonart war weniger freundlich. Ich legte dar, dass ein Ausfall des Gerätes durchaus lebensbedrohlich sein könnte. Ohne Erfolg.

Anschließend versuchte ich über örtliche Apotheken und sogar in unserem Krankenhaus ein Ersatztermin zu bekommen.  Negativ!

Mein Stresspegel stieg und stieg.

Als letztes dachte ich an das Schlaflabor. Dort werden auch am Wochenende Patienten aufgenommen.

In meiner Naivität hoffte ich, daß sie dort ein Ersatzgerät hätten. Das Labor ist sozusagen um die Ecke.

Gesagt, getan..

Im Schlaflabor arbeiten vorwiegend StudentInnen, die sich ein bisschen Geld dazu verdienen. Die junge Frau, die ich ansprach, war sehr freundlich und wollte sich erkundigen, was zu tun ist. Sie rief die dienstabende hauptamtliche Kraft an, und kam mit der Nachricht zurück, dass das Labor keine Gerät ausleihen würde. Ich verwies auf die Dringlichkeit, mit der der behandelnde Arzt mich auf die Bedeutung der Maske und die Risiken des Nichtgebrauchs hingewiesen hatte. Die junge Frau rief noch einmal an und bekam die gleiche Antwort, mit dem Hinweis, ich solle mich an die Herstellerfirma wenden…

Ich war nun schon den ganzen Tag auf der Suche nach einer Lösung gewesen und die Nerven lagen blank. Ich kam mir vor wie in einem makaber Sketch, in dem ein Krankenwagen in einem Kreisverkehr feststecken und nicht heraus kommt.

Und glaubt es mir, so etwas hatte ich mir nicht träumen lassen, dass ich es einmal tun würde: ich sagte der auch hilflosen Frau, ich würde dort im Schlaflabor sitzen bleiben, bis sie mir ein Gerät zur Verfügung stellen. 

Nach einiger Zeit sah ich ein, dass ich so auch nicht weiter kommen würde und ging nach Hause.

Zum Glück, zum Glück ließ sich das Gerät doch noch einmal in Gang setzen!

Was für eine Geschichte, was für eine Angst und Hilflosigkeit.

Was gabe ich getan?

Ich habe mir wohl oder übel auf eigene Kosten ein Ersatzgerät für alle Fälle besorgt!

Ich habe erfahren, dass ich nicht die einzige Betroffene bin, und das dies das einzige ist, was man tun kann.

Was mich jedoch sehr verstört, wenn nicht wütend machte, war die Tatsache, dass sich meine Gesprächspartner alle auf ihre Richtlinien zurückzogen. Was für eine Welt!

Wie schön, wenn letztlich alles gut ausgeht!

Ich werde mich übrigens nicht für mein Auftreten im Schlaflabor entschuldigen. Ich kann verstehen, dass es Regeln gibt, aber ich habe es als unterlassene Hilfeleistung empfunden!

Euch alles Gute!

Meine Schlafmaske und ich – Teil 2

Nachdem ich euch gestern mitgenommen habe zum Beginn einer ungewöhnlichen Freundschaft, will ich nicht unterschlagen, dass der Weg von der Vertragsunterzeichnung bis zu der auch gefühlten Freundschaft ein langer und bisweilen mühseliger war.

Was meine ich damit?

Zunächst hat eine Schlafmaske so ihre Tücken. Es gibt natürlich eine Gebrauchsanweisung, die einem hilft, die verschiedenen Teile zusammenzusetzen, aber die Praxis ist dann doch komplizierter.

Das der Kopf nach Aufsetzen der Maske gewisse Assoziationen mit einem Elefant weckt, geschenkt. Mag in Zweierbeziehungen zu Irritationen führen.

Schon nach kurzer Zeit schob sich die Haut oberhalb des Maskenrandes über den Wangenknochen unwiderruflich zusammen. Ihr kennt das bei älteren Leuten..das war ein Moment, in dem ich innerlich heftig revoltierte, aber letztlich nützte es nichts und diese leichte Wulst bleibt tagsüber unter dem Brillenrand verborgen.

Ich hörte, man könne mit der Maske nur auf dem Rücken schlafen. Zum einen drücken sich die Seitenteile der „Apparatur“ in Seitenlage in die Wange (in einem Kissen gebettet stört mich das nicht). Aber auch die Maske verschiebt sich und muss gerade gerückt werden. Denn: wenn sie nicht gerade sitzt und eng anliegt, strömt Luft nach außen und das ist ganz unangenehm!

Als Erklärung: wenn man das Gerät einschaltet, entsteht für einen kurzen Moment ein Unterdruck, der die Maske an die Haut ansaugt. Dann sitzt sie richtig und arbeitet geräuschlos.

Also, wenn die Maske mal verrutscht, einfach aus- und wieder einschalten!

Eine ganze Weile habe ich damit gekämpft, dass, wie oben beschrieben, in der Nacht plötzlich Luft entwich und zwar immer dann, wenn die höchste Druckleistung erreicht war. Dann nämlich hielt die Maske dem Druck nicht stand und die Luft strömte im Mund und nach draußen. Ich bekam Panik und riss mir die Maske vom Gesicht. Inzwischen habe ich es gelernt, in diesen Momenten ruhig zu bleiben, die Maske auszuschalten und neu zu starten, Dann wird der Druck wieder zurück gefahren. Zum besseren Verständnis: der in die Maske eintretende Luftstrom wird entsprechend der Stärke der Apnoe angepasst. Die oberste Grenze liegt bei 12 Bar. Zu Beginn liegt der Druck bei 4 Bar und steigt bis zum Einschlafen bis auf genannte maximal 12 Bar.

Es gibt verschiedene Gründe, weshalb die Maske nicht dicht hält:

  • Sie verruscht
  • Der Luftdruck ist zu stark
  • Die Maske ist verunreinigt bzw. die Gesichtshaut z.B. durch Schminke oder Sonnencreme

Es wird empfohlen, die Maske einmal wöchentlich zu reinigen. Das ist richtig und wichtig .

Es hat eine ganze Weile gebraucht, bis ich mit den Gewohnheiten meiner Maske vertraut war, die man so nirgends nachlesen kann…es sei denn genau hier!

Vielleicht habt ihr alle diese Probleme gar nicht. Um so besser! Falls ihr aber auch mit den Eigenarten der Maske zu kämpfen habt, möchte ich euch ermutigen, den Kampf nicht aufzugeben, wenn die  Schlafapnoe heftig ist. Es kann lebensrettend sein!

Vielleicht habt ihr Lust, mir über eure Erfahrungen zu berichten!

In Kürze kommt noch ein Bericht über eine für mich dramatische Situation….Ich habe überlebt!

Eure

Claudia

Meine Schlafmaske und ich

Wenn ihr euch nun vorstellt, es werde sich um die gemeine Schlafmaske aus seidigem Polyester mit exotischen Vögel darauf handeln, weit gefehlt!

Nein, es geht um ein ernst zu nehmendes, gesundheitliches Problem mit Namen Schlafapnoe. Wer, wie ich, seit langem unter Schlafstörungen und einem Gefühl der Zerschlagenkeit am nächsten Morgen leidet, sollte sich vielleicht in ein Schlaflabor begeben und prüfen lassen, ob es sich um besagte Schlafapnoe handelt: ein Aussetzen der Atmung für mehrere Sekunden. Ca . 5 dieser Aussetzer pro Stunde sind normal, bei meinem letzten Test vor 1 Jahr lag die  Rate bei bis zu 33 mal für bis zu 23 Sekunden. Muss ich erklären, warum dieser Tatbestand beunruhigend bis auf längere Sicht lebensgefährlich ist?

Die Ursachen sind nicht eindeutig festzustellen: Übergewicht scheint nur eine Erklärung zu sein.

Nachdem ich den Test vor etwa 4 Jahren schon einmal gemacht und abgebrochen hatte, weil ich unter der Maske Panik bekam, musste ich angesichts der auf die oben genannten Werte angestiegenen Aussetzer und der Schilderung der möglichen Konsequenzen eine andere Strategie fahren:

  1. Das Tragen der Maske wird nicht mehr hinterfragt, will ich nicht vorzeitig an einem Herzinfarkt sterben
  2. Die Maske ist von nun an meine Freundin

Ich war mir nach meiner ersten Erfahrung nicht sicher, ob mein Körper diesen mentalen Schwenk mitmachen würde…

Ja tatsächlich: es funktioniert bis heute. Ich habe mich mit der Maske angefreundet, denn sie kann mein Leben retten! Punkt !

Nun, das ist der erste Teil der Geschichte, denn Veränderungen brauchen meistens Zeit, Rückschläge inbegriffen.

Und da gibt noch einiges erheiterterndes bis dramatisches zu berichten.

Ausserdem würde ich mich inzwischen als Expertin für die Eigenarten von Schlafmasken bezeichnen.

Bis bald