Ein Sonntag im Buchladen

Ein Buchladen? Was ist das denn? Beim Betrachten der Menschen, die mit mir das 5jährige Betriebsjubiläum eines Buchladens feierten, stellte ich mir diese Frage, wie lange es solche Buchläden noch geben wird, zumal die Kundschaft beim Blick auf die Anwesenden eher zu einer (bald oder hoffentlich doch noch später zwangsläufig) aussterbenden Spezies zu gehören scheint (ja zugegeben, auch ich bin offen-sicht-lich schon Teil dieser vom Verschwinden bedrohten Rasse: lauter silberblond- weiß- oder barhäuptige Menschen mit oder ohne Gehhilfen – naja, an diesem Punkt übertreibe ich vielleicht ein kleines bisschen.

Ein kleiner Buchladen fast schon aus vergangenen Zeiten, der Geruch von Büchern und ein wenig altem Gemäuer. Ich bin noch nie hier gewesen, da der Buchladen nicht zu meinen „Trampelpfaden“ in der Innenstadt gehört. Zufällig nahm ich in einem Café eine Postkarte mit einer Einladung zu dem besagten Jubiläum mit und fragte meine Freundin, mit der ich meistens die Sonntagnachmittage verbringe, ob wir beide dorthin gehen sollten.

Sie stimmte zu und wir verwarfen kurzerhand unseren ursprünglichen Plan, gemeinsam frühstücken zu gehen.

Wir fanden uns gegen 10:45 Uhr vor Ort ein und sicherten uns einen der zahlenmäßig stark begrenzten Sitzplätze. Ein bisschen unwohl fühlten wir uns schon, da sich das Publikum offenbar hauptsächlich- oder vielleicht sogar – bis auf uns – ausschließlich aus Stammkundschaft zusammensetze und mit Blumengebinden und anderen Geschenken anrückte. Ein paar bekannte Gesichter milderten unsere Skepsis.

Um 11:00 Uhr begann die Vorstellung des Programms aus dem kleinen, aber feinen Dörlemann Verlag, mit dem die Buchhandlung zusammen arbeitet  (an dieser Stelle muss ich erst mal aufhören, da mein Salsa-Kurs gleich beginnt und ich nicht wieder zu spät kommen will (der geneigte Leser/die geneigte Leserin kann jetzt schon mal anfangen, sich ein Bild von mir zu machen).

Fortsetzung Samstagmorgen. Draußen schüttet es wie aus Eimern…

Wie gesagt, wir zusammen in der Buchhandlung. Habe ganz vergessen zu erwähnen, dass uns noch vor Beginn der Präsentation ein Gläschen Sekt oder Orangensaft kredenzt wurde. Insgeheim hatte wir natürlich damit gerechnet, dass man/frau auf das Jubiläum auch anstoßen würde.

Anschließend gab es dann auch noch Häppchen. Wie praktisch um die Mittagszeit!

Danach blieb Zeit, in dem Buchladen zu stöbern bei weiteren Häppchen und kalten und warmen Getränken.

Um 13:00 Uhr begann der nächste Teil des kulturellen Programms: Die Tochter der Buchhändlerin und eine weitere Musikerin beglückten uns mit Musik (Querflöten) und Gedichten zum Thema Bücher. Eine gelungene Mischung.

Dem nicht genug. Nachdem die Häppchen inzwischen hinreichend verdaut waren, zeigte die Uhr nun auch schon „Kaffeezeit“ an und tatsächlich gab es jetzt auch noch Kaffee und Kuchen.

Solche Erlebnisse gibt es nicht im Internet, sondern nur live und mit leibhaftigen Menschen, die Bücher und den Austausch darüber lieben!

Für uns ein gelungener Sonntag!

Und nachdem wir nun das Mittagessen und Kaffeetrinken gespart hatten, nahm ich auch gleich noch zwei Bücher mit, eins aus dem besagten Dörlemann Verlag (Der Club der Buchstabenmörder von Sigismund Krzyzanowski) fand den Titel spannend und kann das Buch auch nur empfehlen) und „Denkanstösse 2016“. Diese Denkanstösse mit Beiträgen aus verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen hatte ich vor vielen Jahren regelmäßig gelesen und konnte nicht widerstehen, mal zu schauen, was sie dieses Mal ausgesucht hatten. Leider liegen bei mir so viele Bücher herum, dass ich noch nicht dazu gekommen bin, hinein zu schauen, aber das ist ein anderes Thema.

Übrigens: ich kaufe auch fast alle Bücher im Internet. Ich gestehe es! Gebrauchte und fremdsprachliche Bücher, die ich in der Buchhandlung nicht bekomme.

Ich sollte doch bei jedem Buchkauf darüber nachdenken, ob ich das Buch meiner Wahl nicht auch aus meiner Buchhandlung beziehen könnte. Dann könnte ich guten Gewissens an der nächsten Jubiläumsveranstaltungen teilnehmen.

Gruß

aus Osnabrück

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