Was ist der Sinn des Lebens?

Wohl eine der allergrößten Fragen der menschlichen Existenz überhaupt, nicht wahr?

Auch ich habe darauf keine endgültige, geschweige denn allgemeingültige Antwort, nur einige Gedanken, wie ich mich perönlich diesem Thema nähere.

Grundsätzlich gilt sicherlich, dass jeder/jede den ihm/ihr eigenen Sinn finden muss, so er/sie den Wunsch danach verspürt. Und im fortgeschrittenen Alter stellt sich diese Frage vielleicht noch einmal viel intensiver, da die zur Verfügung stehende Zeit, um den Sinn noch zu finden – falls es einem bis hierhin noch nicht gelungen ist -kürzer wird. Gleichzeitig im Rückblick zu betrachten, was meinen Leben bis jetzt Sinn gegeben hat.

Und bei diesen Überlegungen stelle ich fest, jetzt, da ich schon ein Gutteil meines Lebens gelebt habe, dass das Leben im Hinblick auf diese Frage lange Zeit mehr oder weniger unbewusst gelebt wird, allein aus der Tatsache heraus, dass wir jeweils mit den verschiedenen Aufgaben des Lebens so beschäftigt sind, dass diese grundsätzliche Sinnfrage oft hintenüber fällt. Zuerst sind wir damit beschäftigt, unseren Weg ins Leben hinein zu finden, zur Schule zu gehen, unsere Ausbildung zu machen, vielleicht zu studieren, um eine Grundlage für unsere Existenz zu schaffen. Danach streben die meisten von uns doch nach Beziehung, Familie, Kinder und gleichzeitig vielleicht nach beruflicher Karriere. Wenn die Kinder dann erwachsen sind, werden viele von uns damit konfrontiert, dass unsere Eltern wieder mehr Zuwendung oder gar Pflege benötigen.

Wo ist da Raum für die Sinnfrage? Und was gibt unserem Leben Sinn?

Wie gesagt, jeder entscheide für sich selbst. Im Grunde sind es all diese Dinge, die ich aufgezählt habe, die Sinn geben, wahrscheinlich nicht mehr und nicht weniger. Jedem dieser Aspekte seine ganze Aufmerksamkeit und Liebe zu schenken.

Für mich persönlich waren die sinnerfülltesten Phasen meines Lebens, in denen ich anderen Menschen (hoffentlich) etwas geben konnte: meinem Sohn, der lange Jahre krank war, meinem Ex-Mann, den ich in seiner letzten Lebensphase betreut habe, und meiner Mutter in ihren letzten und vor allem im letzten Lebensjahr, als meine Schwester und ich es ihr nicht ersparen konnten, ihr so geliebtes Haus zu verlassen….Es waren also eher die schweren Zeiten in meinem Leben, die ich als „sinnvoll“ empfunden habe und die mir die größten Erfahrungen und Einsichten haben zuteil werden lassen. Ich kann und will nicht verschweigen, dass ich mir diese Ereignisse nicht ausgesucht habe, dass sie mich viel Kraft gekostet haben und ich mir oft die Frage gestellt habe, ob ich der Verantwortung gewachsen bin. Aber was wäre gewesen, wenn ich mich diesen Herausforderungen des Lebens nicht gestellt hätte? Das will ich mir gar nicht ausmalen. Damit hätte ich nicht leben können. Punkt.

Bekanntermaßen sind es die Krisen in unserem Leben, die uns wachsen lassen.

Andererseits gibt es meinen eigenen Leben einen Sinn, wenn ich mich in irgendeiner Weise kreativ ausdrücken kann. Beim Singen, Malen und – jajaja – beim Schreiben. Ich vermute, jeder von uns hat Seiten in sich, die nach Verwirklichung und Ausdruck verlangen! Und wenn sie nicht gelebt werden, kann das auf Dauer bestimmt verheerende Folgen für die physische und pschychische Gesundheit haben. Damit das nicht passiert, schreibe ich mir hier ja die Finger wund – hahaha.

Bei allen Überlegungen über den Sinn meines eigenen Lebens komme ich nicht umhin festzustellen, dass ich privilegiert bin, mir überhaupt diese Fragen stellen zu können, da meine Existenz nicht gefährdet ist und ich genügend Zeit und Muße für diese „Beschäftigung“ habe. Unsere Elterngeneration hatte oder die vielen Menschen, die tagtäglich um ihre Existenz oder gar ihr Leben kämpfen müssen, haben gar nicht die Chance, über die Fragen nachzudenken!

Was für ein Trauerspiel, nein, was für ein Skandal, dass die Menschheit sich teilt in die Wohlhabenden (ich bin zwar wirklich nicht wohlhabend, empfinde mich aber durchaus als „reich“ in meiner Lebenssituation) und den – ich sage es mal so provokant „Geknechteten“ dieser Welt.

Und mit welchem Recht eigentlich? Wem gehört die Welt? Wem gehört die Erde, das Wasser, die Luft? Wer hat das Recht, all dies in Besitz zu nehmen und andere davon auszuschließen….?

Und? Was meint der Leser/die Leserin dieser Zeilen?

 

 

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