Reisetagebuch Borkum – 5. Tag

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Hier noch drei Bilder von meiner gestrigen Rundfahrt: Links der bei diesem Wetter verlassene Südstrand und daneben das erwähnte Café Restaurant Heimliche Liebe. Oben eine Aufnahme aus der Greuen Stee mit Heckenrosen.

Man kann es sehen, das Wetter will nicht wirklich besser werden. Aber, es gibt glücklicherweise immer Perioden, in denen es nicht regnet. Entscheidend ist der Wind. Solange der noch weht, besteht Hoffnung auf Besserung! Das als Regel für das Wetter an/in der Nordsee!

Regenschirme sind meistens nicht hilfreich, sondern eher hinderlich. Regencapes werden entweder durch den Wind aufgeblasen oder erhöhen den Widerstand gegen den Wind erheblich. Am besten Regenhose und Regenjacke anziehen. Ihr seht/lest, mein Tagebuch gibt auch sinnvolle Ratschläge für das Überleben am Meer!

Südstrand – Südstraße – Süderreihe….Die Süderreihe birgt für mich wiederum Erinnerungen. Dort besaß der Patenonkel meines Mannes ein Häuschen, das unten von Borkumern bewohnt wurde. Oben war eine kleine Ferienwohnung, die wir damals, als wir noch jung waren, des öfteren nutzten. War kostenlos, was auch nicht zu unterschätzen war. Auch unsere „Flitterwochen“ verbrachten wir dort mit einem befreundeten Ehepaar. Wir passten uns der Urbevölkerung an und tauften uns um in Hermine Kaffeekranz und Ommo Qualle. Leider teilten die drei anderen nicht meine Vorliebe für romantische Sonnenuntergänge, was die Stimmung bisweilen auf den Nullpunkt trieb. Nun, das ist lange her. Jetzt kann ich jeden Sonnenuntergang nach Geschmack betrachten….Später, als unser Sohn geboren war, verbrachten wir wieder einige Urlaube an besagter Adresse. Im Gepäck meine Eltern, die es sich nicht nehmen ließen, für die Nahrungszufuhr für unseren Sohn zu sorgen, der – nachdem ich ihm öfter die Geschichte vom kleinen Hävelmann vorgelesen hatte – immer nach mehr verlangte!

Alles vorbei…das Haus gibt es schon lange nicht mehr und die meisten Menschen aus dieser Zeit auch nicht. Habe gerade ein Buch mit Gedichten und Gedanken von Hermann Hesse über das Altern und Sterben  gelesen (s. Buchbesprechung). Hesse schreibt, dass die Erinnerungen der Schatz der alten Menschen sind, auf den sie immer wieder zurückgreifen können. Wenn ich mich auch noch nicht wirklich in die Kategorie der alten Menschen einordne, so stelle ich doch fest, dass ich mich jetzt viel mehr als früher an Gewesenes erinnere und es auch teilen möchte.

Um es mal richtig zu stellen: Wir sind in unseren jungen Jahren natürlich auch in die Welt hinaus gereist, meistens nach Frankreich, aber es zog uns zwischendurch doch auch immer wieder nach Borkum.

Später verbrachte ich einige Jahre meine Ferien mit meinem Sohn in einer Familienferienstätte.

Und jetzt, da mein Sohn erwachsen ist und ich tun und lassen kann, was ich will, fahre ich meist wieder nach Borkum. Für alleinreisende Frauen ist die Insel ein sicherer Ort. So formulierte es eine Frau aus meiner Pension und das ist nicht unwichtig. Der Vorteil in meiner Pension ist, dass die Alleinreisenden alle um einen Tisch herum platziert werden, so dass man schnell miteinander in Kontakt kommt. Es ist natürlich andererseits auch nicht so einfach, wenn 7 – 8 sich völlig fremde Personen plötzlich auf einem Haufen sitzen und nun  irgendwie miteinander klar kommen müssen. Ich muss mich dann erstmal regelrecht auf die Situation einlassen, dann funktioniert es. Meist handelt es sich um Menschen, die schon etwas älter sind und viel erzählen können, sowohl aus ihrem Leben als auch von Borkum, denn viele sind einfach Dauergäste. Ich frage mich jedes Jahr aufs Neue, ob ich wieder hinfahren soll, da ich nun wirklich jeden Stein und jede Muschel kenne, aber es ist eine Mischung aus Bequemlichkeit, Unentschlossenheit und Unsicherheit, alleine irgendwohin zu fahren, die mich immer wieder die Insel wählen lässt. Und natürlich die große Sehnsucht nach dem Meer und dem Geschrei der Möwen. Wenn ich im Frühjahr Filme vom Meer sehe und die Möwen höre, dann weiß ich eigentlich schon, dass ich wieder dorthin muss!

Nun bin ich wieder ins Plaudern gekommen über meine Geschichte und die von Borkum. Zurück zu meinem Bericht. Am Samstag steigen die Temperaturen bis 11° Grad – hallo! Man wähnt sich im Herbst und ich muss mir tatsächlich noch ein paar see- und windfeste Pullover natürlich in weiß-blau und blau-weiß zulegen, weil es so kalt ist. Leider ist meine Garderobe auf diese Temperaturen nur unzureichend vorbereitet.

Am Samstag beginne ich mit meinem Mini-Golf-Einzelturnier. Auch diese Aktivität habe ich aus meiner Jugend mitgenommen. Also jeden Tag nach dem Frühstück eine Runde spielen. Am Anfang läuft’s ganz gut, aber dann bin ich eindeutig überspielt! Die letzte Runde spiele ich Tage später ganz allein auf der Anlage – es regnet- wobei es mich dann schon eher an Wasserball als an Mini-Golf erinnert. Man wächst an seinen Aufgaben! Die Minigolf-Anlage befindet stadtauswärts linksseitig an der Hindenburgstraße, falls es noch andere Minigolfer unter meinen LeserInnen gibt. Die Runde kostet 3,00 Euro.

An diesem Samstag fahre ich wieder eine Runde Rad, diesmal bis zum Flughafen und vor dort einen Querweg Richtung Deich, den ich glaube ich noch nie zuvor gefahren bin und der mich in die Bantjedünen im Ostland bringt.

Es ist später Nachmittag, als ich zurück bin. Da es draußen gerade trocken ist, setze ich mich kurzerhand auf die Außenterrasse des Restaurants „Valentins“. Das Restaurant befindet sich in unmittelbarer Nähe meiner Pension. Sie bieten gehobene, mediterrane Küche an. Das Essen ist gut, kann man nicht meckern. Einmal im Urlaub gönne ich mir einen Besuch. Man muss reservieren, wenn man im Restaurant essen möchte.

 

 

 

 

 

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