Reisetagebuch – Borkum – Tag 6

Sonntag

Eigentlich hatten die Wetterfrösche für heute mal einen regenfreien Tag vorhergesagt. So spiele ich zunächst bei blauem Himmel meine Partie Minigolf und mache mich dann hoffnungsfroh auf den Weg zum Café Seeblick. Das Café  liegt – wie der Name mit allem Recht behauptet – auf einer Düne mit direktem Blick auf’s Meer. Hier ist die Atmosphäre legerer, das Gebäude hat schon seine Jahre auf dem Buckel, aber der Blick ist eben einfach schön und es gibt leckeren Kuchen.

Es ist der Endpunkt der mit dem Rad befahrbaren Promenade, danach geht’s nur noch zu Fuß weiter.  Am Strand entlang kommt man zum FKK-Bereich. Früher, als ich Kind war, war das ja noch etwas ganz Besonderes. Mit vorgehaltener Hand wurde darüber getuschelt und eigentlich waren alle doch irgendwie neugierig…Was ist schon dran an ein paar nackten Badenden, es sei denn, es handelt sich um Badenixen oder was!

Im Cafe angekommen, bestelle ich mir wie üblich einen koffeinfreien Milchkaffee, da es hier keinen koffeinfreien Cappuccino gibt, zu meinem Leidwesen. Da es draußen nicht so wirklich gemütlich ist, nehme ich in einem der Strandkörbe Platz, d.h. genauer gesagt nehme ich die Beine hoch und setze mich quer rein und löse ein paar Sudoko-Rätsel. Das ist wunderbar, wenn man sich erholen und den Kopf vom Alltäglichen frei bekommen will. Es fängt an zu regnen und die Sitzkissen-Speisekarten-Rein-Raus-Prozedur beginnt von Neuem. Ich bleibe trocken in meinem Strandkorb. Mir gegenüber sitzt ein Ehepaar ebenfalls in einem Strandkorb und strickt! Finde ich gut! Mal was anderes – Stricken im Strandkorb im Regen…

Auf dem Dach hält ein Pirat Ausschau nach Beute (leider ist er auf diesem Foto abgeschnitten), ich in meiner „Behausung“ nach der Sonne….

Die sich schließlich doch wieder blicken lässt und mich zur Weiterfahrt auf eingefahrenen Wegen verleitet….

Die Nordsee bei Regen macht nun nicht wirklich Spaß, aber bis auf einen Tag gab es immer noch sonnige Abschnitte – zum Glück. Ein bisschen Sonne, ein bisschen Wind, eine Radtour und alles ist im Lot.

Gerade denke ich im Nachhinein, dass es auch nicht leicht ist, auf sich selbst zurückgeworfen zu sein, wenn man oder Frau alleine reist und nichts zu tun hat, womit man sich vom in sich Gehen ablenken kann. Das Schreiben eines Tagebuchs ist dabei eine gute Möglichkeit, seine Gedanken zu konzentrieren und auch noch etwas Produktives zu tun…

 

 

 

 

 

 

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