Reisetagebuch Borkum – Tag 10 – auf Vogelschau

Nun fahre ich schon so viele Jahre nach Borkum, immer mal wieder, aber erst in diesem Jahr tauche ich intensiver in Natur und  Geschichte von Borkum ein. Veilleicht war mir das vorher doch nie so wichtig und ich habe mich einfach nur an all dem erfreut, was ich wahrgenommen habe. Außerdem ist es mir diesmal ja auch ein Anliegen, nicht nur von „meinem“ Borkum und den damit verbundenen Erinnerungen als lebensgeschichtlicher Bedeutung zu berichten, sondern meinen Leserinnen und Lesern, die die Insel noch nicht kennen, nahe zu bringen. Einen neuen Leser habe ich gefunden – unerwartet – hallo W…..hat mich sehr gefreut, dass dir meine Berichte gefallen!

Heute Tag 10 also. Borkum, dass ist auch das Geschrei der Möven. Wenn ich so im Frühjahr im Fernsehen Filme sehe, in denen Möven schreien, dann erwacht in mir schon wieder die Sehnsucht nach der Weite des Meeres und der klaren Luft.

Möven und Austernfische, das waren so ziemlich die einzigen Seevögel, die ich vor der Vogelführung, an der ich heute teilnehme, benennen konnte. Die Vogelführung also auch eine Premiere. Treffpunkt ist um 11:00 Uhr am Tüskendoor-See am Seedeich, hier oben zu sehen.

Borkum bestand bis 1862/63 aus zwei Teilen, dem West- und dem Ostland. Die Trennlinie ist heute noch am genannten „Tüskendör“  – Zwischendurch – zu erkennen. Sand- und Schlickanlandungen führten zu einer Verengung des zwischen den beiden Teilen liegenden Priels und die letzte Lücke wurde durch Menschenhand, d.h. durch Strohbündel und Anpflanzungen sowie durch den Bau des Seedeichs vollendet.

Das Material für den Deich wurde dem Tüskendörsee entnommen, der anschließend renaturiert wurde und seitdem vielen Tieren als Nahrungs-und Brutstätte dient. Der Tüskendörsee ist ein Süßwassersee, der bei drohenden Überschwemmungen durch ein Wehr zum Meer hin reguliert werden kann.

Unsere Vogelbeobachtung beginnt an diesem Wehr. Mit einem sogenannten Spektiv dürfen wir abwechselnd die Vogelwelt aus der Nähe betrachten mit entsprechender fachkundiger Begleitung des Vogelschützers.

Eurasian Spoonbill.jpg

Und da sehen wir am hinteren Ende des Tüskendörsees diesen wunderbaren Vogel, den Löffler, so genannt wegen seines am Ende löffelartig auslaufenden Schnabels. Wir beobachten Austernfischer, Fischreiher, einen Kormoran, Rotschenkel….Zumindest kenne ich jetzt eine ganze Reihe mehr von den Borkumer Vögeln.

Auf dem Deich, auf den wir später zur weiteren Beobachtung der Wattvögel ziehen, die sich bei Flut gerade ausruhen vor dem nächsten Nahrungsgang, spielt sich schon wieder eine Rangelei ab. Wie schon vorher berichtet. Wir belagern schon ziemlich den schmalen Rad- und Fußweg. Ich bin versucht, die Teilnehmer zu mahnen, den Weg nicht zu versperren und auf das Gelände daneben auszuweichen, was problemlos machbar ist, aber die meisten interessiert das gar nicht. Jedenfalls – ich sage es mal neudeutsch – macht eine ältere Frau aus unserer Gruppe Radfahrer an, die nicht sofort vom Fahrrad springen, als sie sich unserer Gruppe nähern. Ich kann nur den Kopf schütteln, den wir versperren den Weg und nicht die anderen….Ja, immer diese Nickelichkeiten. Was für ein Quatsch! Aber das auch nur wieder eine „Randbemerkung“. Der Vogelkundler ist so engagiert bei der Sache, dass es eine Freude ist, ihm zuzuhören und das theoretische Wissen auch gleich praktisch serviert zu bekommen.

Eine tolle Sache!

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