Das Leiden an der Politik…

„Sie haben einen Eindruck von der Sprache bekommen“…mit diesem Satz kommentierte ein Vertreter der Bundesagentur für Arbeit, ich glaube es war in Thüringen, die Feststellung, dass nur ein Bruchteil der anfangs an Deutschkursen teilnehmenden Flüchtlinge den Kurs auch beendet hätten. In der Sendung „Fakt“ wurde dargestellt, dass erstens zweckentfremdet 300 Millionen Euro aus dem Etat der Bundesanstalt für Arbeit für diese Maßnahme bezahlt worden seien, da es sich um eine gesamtgesellschafliche und damit aus Steuergeldern zu finanzierende Aufgabe gehandelt hätte und, was mich noch viel mehr schockiert hat, dass irgendwelche Träger ohne jeden Kompetenznachweis die Kurse durchführen durften und offensichtlich kein Interesse bestand, die Effektivität dieser Kurse auch nachzuprüfen.

Wie gesagt, „Sie (die Teilnehmer) haben einen Eindruck von der Sprache bekommen“ und damit sei das Projekt erfolgreich gewesen.  Hallo?

300 Millionen, damit die Flüchtlinge einen Eindruck von der Sprache bekommen?

Wieviel Geld wird sonst noch so ausgegeben, ohne das sich jemand darum kümmert, ob die Gelder auch zweckgemäß und erfolgreich eingesetzt werden?

An diesem Thema macht sich mal wieder mein Unbehagen und sicherlich auch das vieler Mitbürger fest, dass „die Politik“ Maßnahmen beschließt und deren Umsetzung später nur halbherzig oder gar nicht oder mangels Kompetenz nicht richtig überprüft. Das ist der erste Punkt und der zweite, dass hinterher immer noch behauptet wird, entweder man sei nicht informiert worden oder es war doch alles ein Erfolg. Nach einer Wahlniederlage hat auch nie jemand wirklich verloren.

Also die Tendenz, sich nicht mit seinen eigenen Fehlern und Versäumnissen auseinander zu setzen, sie zu leugnen und die Öffentlichkeit zu belügen. Das verursacht meine Politikverdrossenheit. Kein Wunder, wenn das Vertrauen in die Politik immer mehr abnimmt. Es sind nicht unbedingt die Versäumnisse oder Fehler, aber es ist ein Mangel an Ehrlichkeit, diese Fehler einzugestehen, an Transparenz und dem Willen, den eingeschlagenen Kurs zu ändern.

Was die Flüchtlinge angeht, noch eins oder …Wer fragt denn mal nach, warum sie die Kurse nicht bis zum Ende besuchen? Erstens finde ich schon, dass die Teilnahme verpflichtend sein muss. Zweitens kann man nicht mal einfach so deutsch unterrichten. Dazu bedarf es gerade mit Menschen aus anderen Kulturkreisen sicher einer hohen sowohl fachlichen als auch sozialen Kompetenz! Und außerdem muss ein Kursleiter auch seinen eigenen Kurs evaluieren und gemeinsam mit der ihn beschäftigenden Institution herausfinden, warum die Teilnehmer nicht mehr kommen.

Man stelle sich vor, man sitzt selbst in irgendeinem arabischen Land und soll arabisch lernen. Ich kann mir das gar nicht vorstellen!

Wenn die Politiker ihre Glaubwürdigkeit wieder herstellen wollen, dann reichen Lippenbekenntnisse, dass man wissen will, was die Leute denken, nicht aus. Dann müssen sie mit sich selbst und ihrer Politik ehrlich umgehen und sich an die so vielbeschworenen Werte der Demokratie halten, zu denen meiner Meinung auch gehört, sich für das zu verantworten, was man tut.

Zum Abschluss doch noch die Bemerkung, dass ich nicht alle Politiker über einen Kamm scheren will. Es gibt sicher viele, oder die meisten, die ihr Amt mit sehr viel Engagement ausfüllen. Die Welt ist so komplex geworden, dass es doch uns allen nicht leicht fällt, noch den Überblick zu behalten und Lösungen für die vielen Probleme, einschließlich der hohen Zuwanderung durch Flüchtlinge, zu finden, und dass es sicher oft um Suchbvewegungen nach dem richtigen oder besten Weg handelt. Wie gesagt, es kann oft nur ein Trial and Error sein, aber dann bitte auch den Error eingestehen und weiter suchen!

Ich  sage das einfach mal so, auch wenn es naiv ist!

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