Die Sache mit dem Toilettenpapier…

Ich habe gezögert, mich öffentlich zu diesem Thema zu äußern, aber nachdem in der letzten Ausgabe der „Zeit“ ein diesbezüglicher Artikel stand, ist es ja offensichtlich gesellschaftsfähig.

In besagtem Artikel ging es um die Tatsache, dass der Umsatz an ein- oder zweilagigen Toilettenpapieren in den letzten Jahren gesunken sei im Vergleich zu steigenden Verkaufszahlen mehr- und vor allem fünflagiger Papiere. Ein Zeichen steigenden Wohlstandes etwa, denn letztere sind natürlich kostspieliger und damit auch einträglicher für die einschlägige Industrie. Oder größeren Körperbewusstseins oder gar Körperkultes? Man weiß es nicht, und ich auch nicht.

Aus meiner eigenen täglichen Praxis heraus kann ich nur beitragen, dass ich mich immer ziemlich maßlos ärgere – und das kommt sehr, sehr selten vor – wenn ich z.B. in einer Gaststätte oder wie man/frau heute sagt, in einem Bistro(t) das Örtchen besuche und das wohl aus Kostengründen nur einlagige Toilettenpapier nicht einmal den kurzen Weg von der Rolle in meine Hand in unversehrtem Zustand schafft!

Beim Nachdenken über derlei Vorkommnisse erinnerte ich mich an meine ersten Frankreichbesuche, die nun schon viele, viele Jahre zurückliegen. Damals erlitt ich den ersten Kulturschock meines Lebens, als ich z.B. auf Autobahnraststätten oder Campingplätzen mit den dortigen Toiletten, oder was sich so nannte, konfrontiert wurde. Wer war schon mal in Frankreich? Dann wisst ihr, was ich meine. Nungut, beim näherem Hinsehen – hahaha – haben die Stehtoiletten den unsrigen gegenüber zumindest theoretisch einen hygienischen Vorteil, man/frau muß bzw. kann sich nicht auf einer Brille niederlassen und sich dort auch keine Bakterien einfangen. Allerdings konnte/kann man sich schon mal nasse Füße oder ein nasses Hinterteil holen, wenn es einen dann doch mal in die Hocke zwang. Ja, ok, keine weiteren Details. Es ging mir ja auch eigentlich um das Toilettenpapier. Damals in Frankreich gab es an genannten Orten nämlich nur einlagiges und einstückiges braunes – wie sinnig – Toilettenpapier, von dem man oder natürlich auch frau dann mühselig mehrere Stücke übereinanderlegen musste, bevor sie ihren Dienst einigermaßen zuverlässig erledigen konnten. Besonders saugfähig waren sie überdies auch nicht.

Also gut, ich will hier keine Kulturschelte betreiben. Jedem Tierchen sein Pläsierchen und jedem Volk seine eigene Toilette.

Um zum Thema zurückzukehren. In dem o.g. Artikel der hochangesehenen Zeitung wurde noch über die verschiedenen Arten des Gebrauchs von Toilettenpapier berichtet. Ich gebe hier nur wieder. So falten die meisten Menschen das Papier sorgfältig mehrmals zusammen, es sei denn, es ist fünflagig, dann entfällt dieser Schritt, oder sie knüllen es zu einem runden Etwas zusammen, um dann zur Tat zu schreiten. Also mein Gott, muss man/frau das wissen? Ich für meinen Teil, und damit ist dann Schluss mit Lustig, bevorzuge das dreilagige umweltfreundliche, d.h. recycelbare Toilettenpapier.

Wenn ich nun aber schon beim Thema bin: Genügend Toilettenpapier auf der Rolle ist mir ein grundsätzliches Bedürfnis, und ich beobachte genau den Bestand in meinem Toilettenrollenhalter (der, bei dem ich mich kürzlich so heftig in den Finger geschnitten hatte, ihr erinnert euch sicher). Neigt er sich dem Ende zu, fülle ich ihn unverzüglich wieder auf. Nun gibt es da noch einen Mitbewohner, meinen Sohn, der es aber vorzieht, wenn er zukünftig wieder anonym bleibt, also werde ich ihn zukünftig nicht mehr Sohn nennen, sondern DIMWW (der in meiner Wohnung wohnt). Ich werde euch noch einige Male auf diese Änderung hinweisen, aber dann müsst ihr das abgespeichert haben, oder euch gegebenenfalls den Kopf darüber zerbrechen, was mit der Abkürzung gemeint ist. Dann kann ich euch auch nicht weiterhelfen. Jedenfalls dürfte dieses Thema auch viele von euch betreffen. DIMWW braucht die Rolle schon mal gerne auf und versäumt es nicht nur, den Rollenbestand wieder aufzufüllen, sondern belässt die leere Rolle auf dem Toilettenrollenhalter und stellt die volle Rolle auf die Fensterbank. Dann tritt ein, was ich oben schon beschrieben habe, was mir sehr, sehr selten passiert.

Ich habe mir schon diverse Strategien überlegt, DIMWW auf die rechte Spur zu bringen, z.B. den Rollenbestand einfach auf Null fahren zu lassen, damit er dann im Falle des Falles ohne dasteht. Ich bin mir aber darüber im Klaren, dass es im Zweifelsfall nicht meinen Sohn treffen wird, sondern mich! So ist das. Ich weiß das! Also habe ich diesen Plan verworfen.

Dann habe ich einige Zeit den Zustand so gelassen, wie er war, d.h. die leere Rolle auf dem Halter, die volle habe ich dann allerdings sichtbar darauf gelegt. Auch das hat DIMWW nicht weiter gestört. Er hat das Problem schlichtweg ausgesessen, bis ich es nicht mehr ausgehalten habe.

Ich bin ratlos. WER KANN MIR HELFEN?

 

 

 

 

 

2 Gedanken zu “Die Sache mit dem Toilettenpapier…

  1. An die Toiletten und auch an das Papier in Frankreich kann ich mich noch gut und sehr ungerne erinnern, aber das hat sich Gott sei Dank geändert. Nicht geändert hat sich allerdings, dass wir weiblichen Toilettenbenutzerinnen sehr viel öfter an die Rolle müssen, als beispielsweise DIMWW. Das liegt in der Natur der Sache und unsere DIMWW`s werden wohl weiterhin darauf vertrauen, dass sie nicht in diese Situation kommen…

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