Und erstens kommt es …

mal wieder anders und zweitens als frau es sich ausgemalt hat!

Nunja, sollte mich das wirklich noch wundern, dass das Leben anders verläuft, als ich es mir eigentlich vorgestellt hatte? Keine Angst, es kommen jetzt keine großen philosophischen Gedankengänge über das Alter oder andere tiefgründige Fragen. Das wäre mir heute auch viel zu anstrengend.

Es ist einfach so….dass ich meinen „Resturlaub“ aus dem vergangenden Jahr vor zwei Wochen angetreten habe. Eine schöne Vorstellung, mich zwei Wochen auszuklinken. Nicht, dass mir die Arbeit keinen Spaß macht. Nein, das ist es nicht, aber ich hatte einfach Lust, mal wieder Dinge zu tun, die sonst zu kurz kommen, Dabei auch der Wunsch, mal wieder einen Artikel hier zu schreiben. Für die erste Woche hatte ich einige „to do’s“ auf der Agenda, um mich neudeutsch auszudrücken (naja, so neu ist das mit den „to do’s“ nun auch wieder nicht, zugegeben). Auf jeden Fall standen im Lichte des heranrückenden Frühlings Fensterputzen, Balkon reinigen und das Fahrrad von den Spuren des Winters befreien auf dem Programm. Alles erledigt! Ich war also mit mir zufrieden. Die zweite Woche, die jetzt auch schon wieder fast zu Ende ist, wollte ich mehr meinen Freizeitbeschäftigungen widmen…

Am vergangengen Samstag traf ich mich zunächst mit meiner Freundin, um ein neues Café/Bistrot in der Innenstadt in Augenschein zu nehmen. Wir nahmen in einem kleinen Erker Platz, der einen Ausblick auf die unter uns flanierenden Menschen erlaubte. Es war draußen noch recht kalt, aber auch drinnen, jedenfalls am Fenster. Ich spürte die ganze Zeit einen leichten Windhauch. Mir war unangenehm, aber meine Alarmglocken läuteten dieses Mal nicht. Nicht wie sonst immer in so einer Situation! Ich weiß, dass ich auf Zugluft sehr sensibel reagiere und wechsle sonst immer den Platz oder ziehe mir etwas über. Dieses Mal nicht. Verdammt, ich weiß nicht warum! Die Folgen stellten sich noch am gleichen Abend ein: Halsschmerzen. Ich wusste sofort, woher sie kamen. Bis dahin hatte ich allen Grippe- und sonstigen Bakterien widerstanden, Wind und Wetter auf meinem Fahrrad getrotzt. Und jetzt haute mich ein Windhauch um, fast jedenfalls.

Eigentlich merke ich immer schon ziemlich früh, ob ich mit einem blauen Auge oder leichten Halsschmerzen, die dann auch zügig wieder vorbeigehen, davon komme. Und mir war noch in derselben Nacht klar, dass der Krug dieses Mal nicht an mir vorüber gehen würde, trotz aller eingesetzten „Gegenmittel“ (Halsschmerztabletten, heißer Tee, Umkaloabo, Schal, Homöopathika). Und so lag ich denn darnieder auf meinem Krankenlager……stellt euch diesen Anblick einen Moment lang vor und bemitleidet mich, dann nehme ich die Formulierung wieder zurück und rücke sie zurecht. Ja, es ging mir bzw. in erster Linie meinem Hals nicht gut, aber so schlimm war es nun auch nicht. Also objektiv betrachtet.

Am Montag war ich dann von einer Freundin eingeladen zu einer Lesung von Christine Westermann in Halle/Westfalen. Musste ich leider auch ausfallen lassen. Darauf hatte ich mich als Highlight so gefreut.

Damit war es aber nicht gut.

Mein Sohn beklagte sich schon länger darüber, dass es in seinem Zimmer nicht mehr richtig warm würde. Ich hatte vor längerer Zeit den Heizungsfachmann gefragt, woran das liegen könnte und er hatte geantwortet, das läge daran, dass das Zimmer das letzte in der Reihe der zu versorgenden Räume wäre und es unterwegs einen Wärmeverlust gäbe. Da mir das spontan einleuchtete, sagte ich meinem Sohn, dass wir daran wahrscheinlich nichts ändern könnten…

Während der (sehr) kalten Tage spitzte sich die Situation dann allerdings dermaßen zu, dass die Heizkörper in allen Wohnräumen mit Ausnahme von Küche und Bad nicht mehr ausreichend bis gar nicht mehr mit Wärme versorgt wurden. Nun musste gehandelt werden. Umgehend. Der erste gerufene „Fachmann“ schaute nach, ob sich in den Heizkörpern Luft angesammelt hatte. Die Idee war mir auch schon gekommen und diese Prüfung hatte ich schon durchgeführt, wie ich ihm auch mitteilte. Dann prüfte er den Wasserstand der Therme. Auch den hatte ich bereits aufgefüllt. Als letztes meinte er, die Thermostate an den Heizkörpern seien alle „versifft“. Auch das war so nicht richtig, denn alle Heizörper waren vor einem Jahr im Rahmen der Grundrenovierung (ihr erinnert euch) neu gestrichen und gereinigt worden. Das die Thermostate alt sind und eventuell mal ausgetauscht werden müssten weil nicht mehr funktionstüchtig, war mir einleuchtend. Ich wies den Experten allerdings darauf hin, dass die nicht mehr erfolgende Erwärmung der Heizkörper meiner Meinung nach nicht auf die Thermostate zurückzuführen sei. Er äußerte sich dazu nicht und wollte dennoch neue Thermostate für die gesamte Wohnung bestellen und sie am nächsten Tag einbauen. Ich meinte dann, wenn er schon käme, dann könnte doch die Therme gewartet werden. Es wäre wieder Zeit. Ja, das könnten sie machen, dann würde aber jemand anderes kommen.

Da die Heizkörper weiterhin kalt blieben, rief ich am selben Tag noch mal bei der Firma an, um ihnen das Ergebnis (null) des Handwerkereinsatzes mitzuteilen. Sie waren sehr freundlich und wollten mir am nächsten Tag jemanden für die Wartung der Therme schicken.

Nun mussten mein Sohn und ich sehen, wie wir die Nacht überstehen. Wir spielten verschiedene Möglichkeiten durch (Hotel, beim Nachbarn einmieten, beide zusammen auf dem ausziehbaren Wohnzimmersofa), wobei wir durch Ausschlussverfahren alle genannten Varianten aus finanziellen, um der guten Nachbarschaft willen bzw. aus moralisch/ethischen Gründen verwarfen. Man muss dazu sagen, dass es im Wohnzimmerheizkörper noch ein bischen Restwärme gab, in meinem Schlafzimmer noch einen Hauch von…und im Zimmer meines Sohnes, früher Kinderzimmer genannt, das ist nun wirklich fehl am Platze….gar nichts mehr. Also beschlossen wir, dass ich ins Wohnzimmer umziehe und mein Sohn in mein Schlafzimmer mit entsprechendem Bettenwechsel, Auf- und Umbauarbeiten. Das hielt uns vorübergehend warm, während wir uns wegen der Ansteckungsgefahr voneinander fernhalten mussten.

Am nächsten Tag kam nicht der Tatortreiniger, den ich auch gerne empfangen hätte, sondern der Thermenwarter, der sich dem Problem sachkundig zuwandte. Seiner Meinung nach gäbe es zwei mögliche Ursachen: ein defektes Ventil bzw. eine defekte Pumpe. Wir vereinbarten, dass er zunächst das vermutete Ventil auswechseln würde, das ggfs wieder ausgebaut werden könnte. Sollte die Pumpe defekt sein, würde ich wegen der hohen Reparaturkosten dann doch gleich lieber eine neue Therme bestellen (die alte ist nämlich schon 22 Jahre alt, also in die Jahre gekommen).

So mussten wir noch eine weitere Nacht unter diesen erschwerten Umständen verbringen…und da ist uns einmal mehr bewusst geworden, in was für einem Wohlstand wir leben, dass wir einfach die Heizung aufdrehen können und es wird warm und wenn nicht, dann rufen wir den Fachbetrieb. Und es wurde uns klar, was für eine existentielle Notwendigkeit eine angemessene Temperatur ist und was es bedeutet, wenn man frieren muss.

Wir haben auch die zweite Nacht weitgehend unbeschadet überstanden, wenn auch mehr oder weniger schlaflos wegen der kühlen Brise, die durch die Räume strich.  (man konnte schließlich nicht die ganze Nacht in der Badewanne bzw. vor dem Backofen verbringen).

Gestern kam dann noch mal der nette Handwerker – frau gönnt sich ja sonst nichts – baute das neue Ventil ein und siehe da: es wurde warm! Ouff!

Die Halsschmerzen sind geblieben, vielleicht auch wegen der „Unterkühlung“ .

…und die zweite Urlaubswoche ist fast rum.

Alles anders gekommen als geplant.

Auf jeden Fall wieder ein Beitrag auf WordPress unter der Rubrik: Unverhofft kommt oft, oder „glaub‘ nicht alles, was die Fachleute dir sagen“, oder „was tun, wenn alles anders läuft, als geplant“…..

Eigentlich alles wie immer…wie das Leben so spielt.

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