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Über claudia rachut

Mein Name ist Claudia Rachut. Es ist Zeit, meine Vorstellungsseite zu aktualisieren, denn seit der Entstehung dieses Blogs sind sage und schreibe 9 Jahre ins Land gegangen. 9 Jahre, in denen viel passiert ist, mittendrin mein Ausscheiden aus dem Berufsleben. In den Anfängen habe ich meine Gedanken und Geschichten eifrig mit euch geteilt. Dann ließ die Energie nach...und jetzt, mal schauen.. Ich denke, ich bin seitdem keine andere geworden. Also werde ich euch etwas erzählen, was ich erlebt habe, was mich bewegt. Ich werde mich nicht in politische Diskussionen einklinken. Das überlasse ich anderen oder behalte meinem Privatleben bzw. meiner analogen Öffentlichkeit vor. Ich freue mich, dich auf meinen Seiten begrüßen zu können. Vielleicht gefällt dir das eine oder andere, vielleicht denkst du beim Lesen... ahja, das kommt mir bekannt vor...oder du klinkst dich schnell wieder aus...wie heißt es so schön, alles kann, nichts muss? Eure Claudia

Wer zu spät kommt, oder sich zu spät meldet…..

Gestern war ich mit meiner Freundin auf der Osnabrücker Kulturnacht, die einmal im Jahr im September stattfindet und in der Altstadt ein großes Programm an kulturellen Ereignissen bietet. Man oder frau kann sich gar nicht alles ansehen, zumal sich die Termine auch überschneiden.

Meine Freundin entschied sich dazu, der Märchenerzählerin Susanne Meyer im „Lieblingscafé“ zu lauschen. Ich hatte mir vorgenommen, in diesem Jahr einmal an der Führung durch die Studios des NDR am Markt teilzunehmen. In den vergangenen Jahren war ich jedes Mal zu spät gekommen, als schon alle Führungen voll waren.

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Bis zum Beginn der Veranstaltung schlenderte ich noch ein wenig über Dom- und Rathausplatz. Auf dem Domplatz hatten Schülerinnen und Schüler eine Ausstellung zum Thema „WORT“  anlässlich des Reformationsjubiläums gestaltet. Medium waren jeweils Türen: Türen, die sich öffnen lassen, aber auch solche, die verschlossen bleiben oder werden. Ihr wisst sicher, was das für ein Gefühl ist, wenn man/frau z.B. nicht in seine/ihre eigene Wohnung kommt, weil man/frau den Schlüssel vergessen hat. Oder wenn man/frau mit dem Partner sprechen möchte, der aber auch seine Türen/Ohren verschließt und eine Kommunikation unmöglich wird. So können wir uns doch sicher vorstellen, wie es ist, wenn man als Flüchtling in ein Land kommt, nachdem man/frau schon so viel Schreckliches erlebt hat, und die Türen sind geschlossen, im wörtlichen oder übertragenen Sinn.

Die Schüler schrieben auf, wie sie sich ihre Zukunft vorstellen. Die meisten von ihnen wünschen sich eine Welt ohne Rassismus, Terrorismus, Krieg, Ausgrenzung und positiv gewendet eine gerechte, freie Welt. Ich verharrte eine Weile bei den Wünschen dieser Kinder, für deren Zukunft wir ja auch verantwortlich sind, und fragte mich, ob wir alles tun, um für sie eine solche Welt zu schaffen oder es zumindest zu versuchen. Angesichts der derzeitigen politischen Lage bin ich mir da alles andere als sicher.

Auf dem Platz vor dem Rathaus (dort wurde 1848 zusammen mit Münster der Westfälische Frieden geschlossen und Osnabrück fühlt sich deshalb dem Thema Frieden in besonderer Weise verpflichtet) luden  Baumstämme mit ausgesägten Sitzflächen und Buchhüllen als Rückenlehnen zum Niederlassen und Zuhören ein. Auf einem erhöhten „Thron“ wurde nonstop vorgelesen.

Es blieb mir keine Zeit mehr, weiter zu schauen, weil ich zur Führung beim NDR wollte.

Wir, dass waren etwa 10 Personen, wurden zunächst in den dritten Stock geführt, wo uns die leitende Redakteurin erläuterte, wie die Themen für die Regionalsendungen zustande kommen. Übrigens ist die Redaktion sowohl für den online-Auftritt, als auch für das Radio- und Fernsehprogramm zuständig mit einem Personalbestand von 25 Mitarbeiter*innen, davon 8 Festangestellte. Sie berichtete z.B., dass allein gestern 300 emails eingegangen seien von den verschiedenen vernetzten Stellen wie z.B. der Polizei, aber auch von Privatpersonen, die etwas melden, was ihnen interessant erscheint. Alle emails werden gelesen und geprüft, ob sie in die jeweiligen Sendungen oder Nachrichten einfließen. Zulieferer sind Außenstellen in Lingen, Oldenburg, Lüneburg und einem weiteren Ort, den ich vergessen habe.

Anschließend wurde uns die technische Seite der Beitragsproduktion erläutert. Heutzutage natürlich alles digitalisiert. An dieser Stelle fragte uns die Technikerin, wer denn Lust hätte, mal eine Kurznachricht im Studio einzusprechen. Ich hatte im Programm davon gelesen und mir gedacht, dass ich das gerne täte. Als die Frage an uns gerichtet wurde, meldete sich zunächst niemand. Ich zögerte weiter und dachte, wenn sich keine/r meldet, mache ich es. Aber da meldete sich eine Frau und bekam den „Job“. Sie machte es sehr gut, aber ich war enttäuscht über mich selbst. Warum hatte ich mich nicht gleich gemeldet? Warum wollte ich wieder anderen den Vortritt lassen? Habe ich es denn immer noch nicht gelernt, auch für meine eigenen Wünsche einzutreten. Ja sicher, dann hätte die andere Frau zurücktreten müssen. Aber es konnte ja nur eine/r werden.

Als letztes kamen wir noch in den Schneideraum, auch hier alles auf dem technisch neuesten Stand, wie die Schneiderin erklärte. Sie führte vor, wie das Schneiden funktioniert und wir man/frau z.B. Gesichter unkenntlich macht („weißt“).

Alles in allem sehr interessant!

Nachdem meine Freundin und ich uns wieder gefunden und uns bei einem Cappuccino etwas entspannt hatten, begaben wir uns noch zu einer kurzen Theatervorstellung im Kulturzentrum Lagerhalle. Dort wurde ein Einblick in ein Stück über Speeddating gegeben. Je 5 Männer und Frauen begegnen sich, ihren eigenen Tücken und denen des Gegenübers. Auch ein spannendes Thema, wie schwierig die Kommunikation zwischen Mann und Frau sein kann, vor allem, wenn man sich zuvor noch nie begegnet ist. Leider war es nur ein kurzer Ausschnitt aus dem Programm.

Ein gelungener Abend, bis auf, ja bis auf mein Zögern und Zaudern, daher der Titel meines Beitrages. Ich bin mal wieder zu spät gekommen (kommt auch ziemlich häufig vor) bzw. habe mich zu spät gemeldet.

Also, liebe Leute, wenn ihr etwas gerne tun möchtet und es bietet sich eine Gelegenheit, dann tut es, tut es! Sonst seid ihr von euch selbst enttäuscht, so wie ich gestern. Nutzt jede Chance, euer Leben auszufüllen mit Dingen, die euch Freude machen, die euch in eurer Entwicklung weiter bringen, die eurem Leben Sinn geben.

Es gibt nicht Gutes, es sei denn, man tut es (oder natürlich frau!)

Also, seid mutig!

 

 

 

 

Eine neue Brücke in 3 (4) Akten

Ich wundere mich immer wieder, dass die Themen für eventuelle neue Beiträge eigentlich auf der Straße, oder wie in diesem Fall mal wieder, auf dem Behandlungsstuhl meines Zahnarzt liegen. Nachdem ich das letzte Mal fast von eben diesem gefallen wäre wegen einer mangelhaften Konstruktion bzw. fehlerhaften Stellung im Vergleich zum Behandlungsstuhl, musste ich mich dieses Mal zwangsläufig in Behandlung begeben. Ja, wie war es eigentlich dazu gekommen? Nichtsahnend war ich pflichtgemäß zum Kontrolltermin gegangen. Alles gut? Hättest du wohl gerne gehabt. Trotz emsiger Pflege meiner eigenen und auch der schon ersetzten und überkronten Beißwerkzeuge hatte sich der böse Karies unter eine undichte Krone gesetzt, ohne mich zu fragen, ohne mich zu benachrichtigen, ohne zu zögern und ohne jedes Mitleid für seinen Wirt. Dort konnte er nun ungestört sein Werk vollenden. Der Zahnarzt machte ein ernstes Gesicht und meinte, naja, da ist wohl nicht mehr viel zu retten. Es war tatsächlich nicht mehr viel da vom Zahn (ich gehe jetzt bewusst und mit Rücksicht auf die Vorstellungskraft meiner Leser und Leserinnen nicht näher ins Detail).

Der langen Rede kurzer Sinn – ich liebe diesen Ausdruck – um mich kurz zu fassen – an der besagten Krone hing noch eine Brücke, d.h. es würde eine größere Aktion werden.

Drei Termine wurden vereinbart.

Ich hatte noch eine vage Erinnerung daran, wie es mir beim ersten und zweiten Mal meiner Bekronung ergangen war. Das erste Mal ist schon Ewigkeiten her und ich bin dem Zahnarzt (aus Münster, wie hieß er doch noch…irgendwas mit W am Anfang mit Praxis am Prinzipalmarkt, aber ist auch egal, den gibt’s wahrscheinlich schon gar nicht mehr) heute noch böse bzw. ergreift mich die ungezügelte Wut, dass er mir im zarten Alter von 18 Jahren mehrer Zähne meinte überkronen zu müssen. Bis dato waren meine Zahnärzte durchaus mit mir zufrieden gewesen und bis auf ein paar Plomben (damals noch aus Amalgam) war alles gut gewesen. Nicht so nach der Auffassung dieses Zahnarztes. Auch die Krankenkasse und die Eltern sprachen mir zu und na gut, in dem Alter vertraut man den Menschen ja auch noch. Jedenfalls habe ich, wie wahrscheinlich viele seiner PatientInnen, damit seine Großwildjagden finanziert, derer er sich brüstete (ich wollte nur zeigen, dass ich den Genetiv als älterer Jahrgang durchaus noch beherrsche).

Eins zieht das andere nach sich. 20 Jahre später musste das Ganze erneuert werden. Das war notwendig, die Ärztin kompetent, aber das Leiden wieder groß: alle betroffenen Zähne neu abschleifen, abdrücken (Kurzform für Abdruck machen lassen), neue Kronen anprobieren, aufsetzen. Ich kurz vorm Kreislaufkollaps. Zuviel Betäubungsmittel. Kurz vorm Abtransport zum Notarzt.

Und jetzt, 20 Jahre später, geht’s wieder los. Ich muss zu meiner Ehrenrettung sagen: Ich habe meine Zähne immer liebevoll und sorgfältig gepflegt schon aus eigenem Interesse. Aber wenn die Kronen nicht mehr ganz dicht sind, dann gräbt sich der Karies eben eine Höhle.

Soweit zur Vorgeschichte, die ich einfach nicht auslasssen kann. Zu traumatisch das Ganze!

So, erster Termin. Am meisten Angst hatte ich vor der Spritze in den Unterkiefer. Sehr unangenehme Geschichte. Da der Zahn aber nicht mehr ganz so lebendig war, genügte eine örtliche Betäubung, so dass ich schon glaubte, mit einem blauen Auge bzw. einer örtlichen Sedierung davon gekommen zu sein.

Aber dann kam der ominöse Abdruck, oder besser gesagt, die beiden Abdrücke. Der erste, ziemlich weiche, machte noch keine Probleme, abgesehen davon, dass er zweimal wiederholt werden musste, weil er nicht das gewünschte Ergebnis erbrachte, sondern lediglich Krümel im Mund und im Abdruck zurückließ. Dann kam ein zweiter Abdruck. Diesmal wurden härtere Geschütze aufgefahren.

Die beiden Abdrücke hatten jeweils verschiedene Farben, der erste weiche, bezeichnenderweise rosa, der zweite grün. Wofür steht die Farbe grün? Seit eben diesem Tag für „Hass“. Ich benutze dieses Wort eigentlich nie, aber da man Abdruckmaterial ja nicht beleidigen kann, lasse ich meinen Emotionen ungebremsten Lauf.

Man/frau kann sich vielleicht vorstellen, was jetzt kommt?

Ja genau, das Material wurde härter und härter…Drei Zahnarzthelferinnen um micht herum, die sich bemühten, die Abdruckschale wieder zu entfernen. Zwecklos jedes Zerren und Ziehen der zarten weiblichen Hände. Nun musste der Zahnarzt ran. Ehrlich gesagt, war ich bis dahin noch nicht so ganz überzeugt von seinen Qualitäten. Ich trauerte auch immer noch „meinem“ in die Schweiz entflohenen Zahnarzt nach.

Aber bevor ich ihm dann doch zutiefst dankbar war, mich so beherzt vom Abdruck befreit zu haben, dachte ich, er würde mir zusammen mit dem Abdruck sämtliche Zähne gleich mit herausreißen. Ich kann es nicht beschreiben. Wer es noch nicht erlebt hat, kann es auch nicht nachempfinden. Du hast ehrlich Angst, dass das Ding für immer in deinem Kiefer stecken bleibt. Der Zahnarzt fuhrwerkte mit seinen Händen in meinem Kiefer rum und zerrte und zog, und zog und zog und zog…..Irgendwann schaffte er es doch noch. Er ist bestimmt genauso ins Schwitzen gekommen wie ich.

Oh, wie sehr brauchte ich jetzt sein Lob, dass ich tapfer gewesen sei. Was blieb mir auch anderes übrig.

Tief durchatmen. Auch jetzt noch, zwei Wochen später.

Beim zweiten Termin alles harmlos! Der erste Entwurf der neuen Brücke wurde angepasst. Das Provisorium, das ich zur Überbrückung bekommen hatte, hielt, es sollte aber auch nicht übermäßig gebraucht werden, so dass ich Krämpfe auf der jetzt mit Kauen überforderten linken Kieferseite bekam. Diese musste dann wieder eine Physiotherapeutin entspannen. Ich laufe jetzt also gerade hin und her zwischen Zahnarzt und Physiotherapeutin, um mich so halbwegs im Gleichgewicht zu halten. Vielleicht brauche ich anschließend auch noch eine Therapie.

Wie gesagt, alles nicht so schlimm beim zweiten Mal. Gegen Ende wurde mir noch eine Apparatur vor das Gesicht und auf die Nase geschraubt, um das richtige Verhältnis von Ober- und Unterkiefer auszumessen. Schade, dass ich davon kein Photo machen konnte.

Heute nun der dritte Termin: Auf dem Plan: Einsetzen der neuen Brücke. Sollte alles schnell gehen. Der Zahnarzt setzte sie, die neue Brücke, ein und mir fiel sofort auf, dass alle Zähne der Brücke – auch die hinteren Backenzähne, die wegen der Symetrie nicht verblendet sein sollten – verblendet waren. Auch der Zahnarzt bemerkte dies sofort. Außerdem stimmte die Farbe nicht mit der meiner noch mir eigenen Zähne überein. Der Techniker musste geholt werden. Er bot mir an, die Brücke mit den Verblendungen zu behalten. Mir würden keine Extrakosten entstehen. Mit der Begründung, dass weniger Metall im Mund auch gesünder sei, köderte er mich schließlich. Die Farbgebung muss allerdings noch korrigiert werden.

Am Freitag soll dann der 4. und hoffentlich letzte Akt der ganzen Operation stattfinden.

Bloggen ist auch immer Selbsttherapie!

Bis dahin, und passt gut auf eure Zähne auf!

 

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Morgens um sieben….

ist die Welt noch in Ordnung, dachte ich gerade so bei mir im Traum, als mein Wecker mir unverschämt „Viertel vor sieben“ ins Ohr zeterte. Ich gab ihm eins auf Maul und wollte mich noch mal umdrehen. Dem widersprach der Müllwagen von draußen. Lautstark ächzend belud er sich mit den Plastikabfällen der letzten beiden Wochen.

Und da schoß mir durch den Kopf: Freitag, 7. Juli 2017. Liste. Müll rausbringen. Claudia Rachut. Es schoß mir in die Glieder. Ich hatte vergessen, am Abend vorher den Müll an die Straße zu stellen. Ich! Die Hüterin des Müllrausbringehausplans!Ich! Ich, die darüber wacht, dass die anderen Hausbewohner, insbesondere die Neuzugänge, die mit den Gepflogenheiten in einem Mietshaus und speziell in unserem, noch nicht vertraut sind, ihren Dienst ausführen.

Nicht, dass hier ein falscher Eindruck entsteht. Ich bin keineswegs die Hausmeisterin in diesem Haus, in dem ich wohne, und hatte auch nie entsprechende Ambitionen, auch wenn es hier und da anders launtende Gerüchte gibt. Ich hasse es auch, andere Menschen zu erziehen. Meinen Sohn habe ich gerade noch groß gekriegt, aber doch auch mehr in einem demokratischen Diskurs. Manches hat geklappt, manches auch nicht, manches trägt auch jetzt erst Früchte.

Zurück zum Thema. Als ich hier einzog, war es der Familienvater ganz unten links im Haus gewesen, der offensichtlich immer alle Mülltonnen rausstellte. Wie sich das entwickelt hatte, konnte ich im Nachhinein nicht mehr eruieren. Es war halt so und keiner hatte sich je beschwert. Als die Familie auszog, entstand folgerichtig eine Müllherausstellungsvakuum. Ich kann mich nicht erinnern, wieso und warum, jedoch scheine ich in eben dieses Vakuum hineingesprungen zu sein, denn Vakui (ja, so heißt das, habe ich kürzlich noch nachgeschlagen und meinem Sohn als Rätselfrage gestellt, was ihn in tiefste Verzweiflung stürzte) kann ich im Allgemeinen schlecht ertragen und nicht geleerte Mülltonnen noch weniger, vor allem im Sommer aus Gründen, die sich jeder bild- und gerüchlich vorstellen kann. So führte ich also eine Liste ein, auf der alle Hausbewohner, bis auf die älteren unter ihnen, die ich großzügig freigestellte, gleichmäßig für Dienste eingeteilt wurden. Später konnte dem Gerechtigkeitsgedanken nicht mehr durchweg Genüge geleistet werden, da die Anzahl männlicher Mieter auf zwei schrumpfte und ich sie allein auf das Herausbringen der Papier- und Restmülltonnen verpflichten musste, während die weiblichen Hausbewohner seither die Säcke (um jedwedem Missverständnis aus dem Weg zu gehen, die gelben Säcke für Verpackungsmaterial, ) an die Straße zu stellen hatten. Bisweilen hat es eben auch Vorteile, für das „schwache“ Geschlecht gehalten zu werden. Auf einer eigens einberufenen Hausversammlung stellte ich die Liste zur Abstimmung und erhielt die erforderliche Stimmenmehrheit. So wurde  mein Vorschlag aus olfaktorischen Gründen angenommen und trat in Kraft.

Im Laufe der Zeit gab es immer mal wieder neu eingezogene Mieter und Mieterinnen, die erst mit dem Verfahren vertraut gemacht werden bzw. bei denen die Einsicht in die Notwendigkeit des solidarischen Handelns in einer Hausgemeinschaft erst geweckt werden musste. Im Großen und Ganzen aber ein Erfolgsmodell.

Am vorletzen Freitag hatte ich keine Zeit mehr, meinen Gedanken über diese Erfolgsgeschichte länger nachzuhängen. Ich sah es schon vor meinem inneren Auge, sie würde ins Wanken geraten, nein für alle Zeiten und ein für allemal beendet sein, würde ich in diesem Augenblick versagen. Meine Körpertemperatur musste inzwischen die 40° überschritten haben. Meine Pulsadern quollen hervor, so dass ich mit bloßem Auge erkennen konnte, dass etwas schief lief. Der Schweiß tropfte mir von der Stirn, lief meine Wirbelsäule hinunter.

Wegen der Sommerwärme recht spärlich bekleidet mit einem Schlafanzugoberteil streifte ich mir flugs meine Jeans von gestern über, war schon fast drauf und dran, barfuß die Treppe herunter und auf die Straße hinaus zu stürzen, um das Unheil  aufzuhalten, als ich fast – zum Glück – über meine Mokassins stolperte, in die ich hineinschlüpfte. Dann raus auf die Straße. Der Müllwagen hatte unser Haus schon passiert und war auf dem Weg zur Straßenkreuzung. Ich hinterher in meinem unvollständigen Aufzug, wild mit dem Arm gestikulierend und „halt“, „halt“ rufend. Der  Müllwerker schaute mir ziemlich entgeistert entgegen. Beim ihm angekommen, haspelte ich ihm etwas ans Ohr, von wegen Müll vergessen, ich, ausgerechnet ich….Liste usw. usf. und zeigte dabei auf unser Haus. „Müll“ musste er wohl verstanden haben, denn er folgte mir im Laufschritt zurück und half mir sogar, die gelben Säcke aus dem Keller zu holen. Als wir wieder hochkamen, hatte auch der Müllwagen bis auf Höhe unseres Hauses zurückgesetzt, lud die gelben Säcke auf und für den Bruchteil einer Sekunde meinte ich wahrzunehmen, dass er mir wohlwollend zuzwinkerte.

Und was war mit der Grünen Tonne? Die hatte ich auch vergessen. Der Müllwerker beruhigte mich: dafür seien sie nicht zuständig, aber die würde später abgeholt. Gerettet.

Im Geiste hatte ich schon all die  HausbewohnerInnen, die ich über die Jahre an ihre Aufgabe erinnert hatte,  eine rauschende Party aus Anlass meines Versagens feiern sehen!

Noch mal Glück gehabt.

Sieben Uhr. Jetzt war die Welt wieder in Ordnung.

 

Gibt es universelle Werte?

Vorletzten Sonntag habe ich mal wieder die „Sternstunde der Philosophie“ auf 3SAT  gesehen. Dort diskutierten zwei Philosophen über die Frage, ob wir überhaupt Werte brauchen und ob es objektive, universelle Werte gibt. Gerade, als ich über den Titel zu diesem Beitrag nachsann (schönes Wort, nicht wahr), kam mir in den dazugehörigen Sinn, dass das Wort „Wert“ ja auch etwas mit werten zu tun hat und sich für mich die Frage nach der Existenz von universellen, für alle Menschen gültigen Werten eigentlich schon beantwortet hat. Ich messe einer Sache einen bestimmten Wert zu, ich bewerte sie, d.h. es ist eine Frage meiner persönlichen Einschätzung, was ich als Wert anerkenne.

 

Die Politiker sprechen immer wieder von unsere „Wertegemeinschaft“ , die der „westlichen Welt“, die sich gerade in Wohlgefallen auflöst, wenn man in die USA schaut. Und auch die EU, die sich angeblich oder vielleicht auch den hehren Wünschen der Gründer entsprechend auf ein Wertesystem der Freiheit, Gleichheit und Solidarität gründet, ist zur Zeit alles andere als diese vielbeschworene Wertegemeinschaft.

Und dann stellt sich letztlich die Frage, ob es universelle Werte gibt und wer sie festlegt bzw. woher sie kommen. Vom Himmel gefallen sind sie sicher nicht oder vielleicht doch, denn wir als Christen – wenn wir denn welche sind – gründen uns doch zuerst einmal auf die 10 Gebote als grundlegende Richtschnur unseres Handelns. Aber auch diese Gebote wurden letztlich von Menschen formuliert.

Andere Religionen haben ebenso ihre Gesetze oder Werte formuliert, und welche sind denn nun richtig?

Philosophisch betrachtet, so ein Argument, könne man sich nicht auf eine Metaebene begeben und von dort aus beurteilen, welche Werte denn nun  die „richtigen“ sind. Vielmehr ist die Festlegung von moralischen Grundlagen für unser Handeln immer ein Aushandlungsprozeß von Menschen, die ihr Zusammenleben regeln möchten. Sie tun dies, indem verschiedene Werte oder Wertesysteme gegeneinander gehalten, abgewogen und nach ihrem Nutzen oder Schaden für die Gemeinschaft bewertet werden, und dies natürlich in Abhängigkeit von der jeweiligen Epoche und Herkunft.

Wir in der sogenannten westlichen Welt haben uns auf die  Einhaltung der Menschenrechte als universelle Rechte geeinigt, weil sie uns als die tragfähigste Grundlage für das Zusammenleben erscheinen. Daraus folgen weitere Ableitungen wie z.B. unsere Verfassung.

Allerdings erfolgt diese Wertfestsetzung längst nicht immer in einem mehr oder minder demokratischen Diskurs, sondern folgt oft genug den Machtinteressen weniger, die sich ihre Herrschaft durch die Unterwerfung der jeweiligen Bevölkerung unter das allgemeine Wertsystem sichern wollen.

Das beantwortet immer noch nicht die Frage, welche Werte sozusagen die Richtigen sind. Wer darf für sich beanspruchen, die Wahrheit zu kennen, zu bestimmen, was richig oder falsch ist?

Und wer sind wir, dass wir uns anmaßen, anderen Völkern unsere Werte aufzuoktroieren?

Für uns hier in Deutschland erscheinen uns Gleichheit und Gleichberechtigung von Mann und Frau heute weitgehend als selbstverständlich, aber selbst bei uns werden Frauen z. B. noch schlechter bezahlt als Männer. Und schauen wir mal in unsere neuere Geschichte zurück, in die 1960er und 1970er Jahre, die ich als Kind und junge Erwachsene noch erlebt habe (oh, wie hört sich das an!) Erst 1977 wurde ein Gesetz aus dem bürgerlichen Gesetzbuch aufgehoben, demzufolge Frauen ihre Ehemänner um Erlaubnis bitten mussten, wenn sie arbeiten gehen wollten. Bis zum 1. Juli 1958 konnte ein Ehemann ein Arbeitsverhältnis seiner Frau ohne deren Zustimmung kündigen. Er hatte das alleinige Bestimmungsrecht über Frau und Kinder. Erst nach 1969 wurde eine verheiratete Frau als geschäftsfähig angesehen. Das ist nicht mal 50 Jahre her und unsere Eltern waren damals sicher davon überzeugt, dass ihre Werte richtig waren. Ich erinnere mich noch gut daran, was bei uns zu Hause los war, als meine Mutter Ende der 60er Jahre eine Halbtagsstelle als Verkäuferin annehmen wollte. Mein Vater fühlte sich zutiefst in seiner Ehre als Ernährer der Familie gekränkt. Für meine Mutter war das ein vorsichtiger Schritt in eine gewisse Unabhängigkeit.

Diese Beispiele verdeutlichen, dass die Wertesysteme Ausflüsse der jeweiligen Zeit und ihrer Denkweisen sind und daher immer wieder neu ausgehandelt werden müssen.

Nun können „wir“ vielleicht mit Fug und Recht behaupten, dass die Menschenrechte universell und für alle gültig sind. Aus unserer Sicht mag das richtig sein und ich stehe natürlich dazu, aber das heißt nicht, dass alle Welt dem folgt.

Gerade als ich mir die ersten Gedanken zu diesem Beitrag machte, sah ich im Fernsehen einen Bericht über einen rechtspopulistischen russischen Blogger, der regelmäßig westliche und östliche Militärstärke miteinander vergleicht, die östliche Stärke lobt und behauptet, der Westen würde Russland sofort überfallen, hätte er die erforderliche militärische Stärke. Und der letzte Satz aus dem Interview war, dass ihm unsere Werte doch gestohlen bleiben könnten, wäre doch alles Mist. Also gut, das ist ein Einzelfall, oder auch nein, ist es leider nicht. In diesem Fall würde ich persönlich sagen, der Mann hat Unrecht.

Bezüglich der Gültigkeit von Werten ist zusammenfassend zu bedenken, dass es auch meiner Meinung nach keine objektiven Werte gibt. Sie sind prozessoffen und müssen den jeweiligen Bedingungen angepasst werden. Es ist sicher wünschens- und hoffenswert, dass wir uns alle auf die Menschenrechte als universelle Grundlage einigen und ihre Einhaltung gewährleisten.

Übrigens, und diese Anmerkung eines der Philosophen fand ich interessant: Es gibt aus philosophischer Sicht keine objektiven Werte, aber die Politik muss die Einhaltung bestimmter Werte bzw. daraus resultierender Gesetze kategorisch einfordern, um das Staatssystem zu sichern. Auch das ist nicht eindeutig, denn so kann jedes politische System seinen eigenen Werte – oder was sich so nennt – als allgemeingültig erklären, und Abweichungen bestrafen. Ich als Bürger würde darauf pochen, dass die Politik die Einhaltung der Menschenrechte als unsere universellen Werte einfordert und sicherstellt.

Einen gewissen Wertekanon vorausgesetzt, entwickeln die Völker ihre eigenen Konventionen, die auf diesen Werten beruhen, die aber von Gesellschaft zu Gesellschaft durchaus differieren. Und aus dieser Erkenntnis heraus können wir nicht erwarten, dass Menschen aus völlig anderen Kulturkreisen sich innerhalb kürzester Zeit und problemlos in unsere Gesellschaft integieren. Es bedarf viel Zeit und gegenseitigen Kennenlernens. Während der Europäer z.B. seine Ablehnung durch Kopfschütteln zum Ausdruck bringt, wiegt der Inder den Kopf hin und her, wenn er seine Zustimmung und Aufmerksamkeit bezeugt. Bei den Asiaten gilt das direkte Anschauen des Gegenübers als Affront, während wir das Wegschauen als solchen empfinden. Die Kenntnis dieser kulturellen Unterschiede und ein bisschen Demut im Hinblick auf unsere eigene Geschichte und den Wertewandel in unserer eigenen Gesellschaft könnte das gegenseitige Verstehen erleichtern!

Tschüss

Eure Claudia

 

 

 

Schon wieder eine OP

Ja, was soll ich sagen. Liegt es am Alter, an meiner Schusseligkeit? Keine Ahnung. Es ist ein bisschen von beidem: Verschleißerscheinungen einerseits, manchmal zu hektisches zur Tat schreiten als in Ruhe die nächsten Schritte zu überlegen. Im Oktober letzten Jahres die Sehnenoperation an meinem rechten Fuß, die gut und erfolgreich verlaufen ist, so dass ich jetzt wieder standfest bin.  Dann im April die erste Kataraktoperation. Kürzlich mein „Unfall“ bei der Hausarbeit.

Ihr habt beim Anblick des Titelphotos vielleicht gedacht, dass ich versehentlich den letzten Beitrag über meine Operation am grauen Star noch mal gepostet habe. Nein, habe ich nicht, hätte mir aber irgendwie auch passieren können.

Heute war das rechte Auge dran.

Es war mir ja schon prophezeit worden, dass das Gehirn die unterschiedlichen Dioptrien auf den Augen auf der Netzhaut nicht richtig würde abbilden können und so habe ich in der letzten Zeit schon öfter ein Auge zugekniffen, wenn ich etwas lesen wollte, weil ich mit beiden Augen nicht mehr klar sehen konnte. Also bestand akuter Handlungsbedarf. Der Operateur war krankheitsbedingt einige Zeit ausgefallen, konnte aber früher als erwartet wieder einsteigen, so dass ich nicht, wie befürchtet, bis September warten musste.

Ich will mich bemühen, den Ablauf mal so detailgetreu wie möglich zu beschreiben, neige ich doch sonst dazu, mich mit eher allgemeinen Beschreibungen zu begnügen, die in diesem Fall und mit dem Ziel, euch ein genaues Bild über die OP zu liefern, der Sache nicht gerecht würden.

Ihr müsst wissen, dass es die Vorschrift verlangt (jedenfalls in der Klinik, in der ich war), dass der oder die Operierte 24 Stunden lang nach der OP nicht allein bleiben darf wegen eventueller gesundheitlicher Probleme wie Kreislaufversagen. Da ich zu meinem Termin aber gerade niemanden hatte, der oder die mir einen ganzen Tag und eine Nacht hätte Händchen halten können, rief ich im Krankenhaus an und schilderte die Situation. Ich hatte gedacht, dass sie mich evt. für einen Tag im Krankenhaus aufnehmen würde. Das hätte ich allerdings selbst bezahlen müssen, so dass diese Variante sich von selbst verbot. Ich fragte, was sie in solchen Fällen tun.  Ich bekam keine befriedigende Antwort, aber die Sprechstundenhilfe befragte den zuständigen Anästhesisten. Er schlug vor,  die Sedierung wegfallen zu lassen, dann könnte ich nach Hause gehen. Ich wurde gefragt, ob ich mir das vorstellen könnte. Da ich bei der ersten OP keine Angst gehabt hatte, stimmte ich diesem Verfahren zu. Was sollte ich auch sonst machen? Die OP nochmal aufschieben wollte ich nicht.

Gestern erhielt ich noch eine SMS mit dem Hinweis, dass ich um 11:30 Uhr erscheinen sollte, und dass ich vorher frühstücken dürfte. Das kam mir einerseits entgegen, andererseits fragte ich mich, ob das wirklich stimmt! Denn wenn nicht, wäre die OP geplatzt. Ich rief noch einmal an und mir wurde versichert, dass das seine Richtigkeit habe.

Ich kam so gegen 11:20 Uhr an und hatte mich kaum ins Wartezimmer gesetzt und eben begonnen, ein Kreuzworträtsel zu lösen, weil ich mich wie beim letzten Mal auf eine längere Wartezeit eingerichtet hatte, als eine Artzhelferin schon kam und mir in kurzen Abständen dreimal hintereinander Tropfen in die Augen tröpfelte für die notwendige Pupillenerweiterung. Kurze Zeit später saß ich schon im Operationsvorzimmer, wo mir grüne Tarnkappe und -anzug verpasst wurden. Rucksack und Brille wurden im Schließfach verstaut.

Dann wurde ich in den Operationssaal gebracht, wo ich es mir auf dem dazugehörigen Stuhl bequem machen konnte. Ja, ich fand diese liegende Position sehr angenehm und teilte dies auch dem Anästhesisten Dr . Sch. mit, der sagte, er fände es schon mutig, dass ich die OP ohne Sedierung machen lassen wollte. Blutdruck und Puls wurden gemessen, ein Zugang gelegt für Notfälle. Alles im grünen Bereich. Ich atmete tief durch.

Dann begrüßte mich der Operateur, Dr. K. Wir würden uns ja schon kennen. Wie beim letzten Mal erläuterte er mir jeden weiteren Schritt: die Gegend um das Auge wurde gründlich desinfiziert, das Auge mit Tropfen betäubt, das Operationstuch aufgelegt, ein Loch über dem Auge ausgeschnitten. Ein bisschen mulmig war mir zugegebenermaßen schon….Dann wurde ich gebeten, die Augen und den Kopf möglichst ruhig zu halten. Wo der Arzt nun im Einzelnen geschnitten hat, weiß ich nicht. Dann kündigte er an, dass ich jetzt das Geräusch eines Ultraschallgerätes hören würde, mit dem die alte Linse zertrümmert wurde, um anschließend entfernt zu werden. Zu erwähnen noch, dass ich die ganze Zeit in das helle Operationslicht schauen musste. Es war nicht ganz so angenehm, aber auch nicht schlimm. Es wurde immer wieder gespült und weiter geschnitten. Dann wurde die neue Linse eingeführt. Manchmal musste der Arzt seinen Arm auf meinem Gesicht und linken Auge etwas abstützen. Das waren die unangenehmsten Moment der Operation. Aber sie dauerten jeweils nicht lange. Dr. K. lobte mich immer wieder, dass ich das Ganze prima mache. Hat gut getan. Ich schätze, die OP hat nicht viel länger als 10 Minuten gedauert, vielleicht auch etwas länger. Ich hatte kein Zeitgefühl mehr. Irgendwann sagte Dr. K., dass es jetzt noch 2 Minuten dauern würde. Exakte Angabe.

Mein Auge wurde anschließend mit einer Salbe und einem Verband versehen (s. oben).

Ich bekam noch ein paar Verhaltensregeln mit auf den Weg: eine Woche keinen Sport, nicht (schwer) tragen, Schonung. Nicht mit dem Rad oder Bus fahren, geschweige denn Auto. Nicht nach vorne beugen (ich weiß nicht, wie lange). Das Auge nicht reiben oder Druck ausüben.

Doktor K. verabschiedete sich und wünschte mir alles Gute.

Anschließend wieder ins Vorzimmer, wo ich vom Zugang und meiner Tarnkleidung befreit wurde und meine Unterlagen mit Rezept bekam. Dann kam der angenehme Teil: das verspätete Frühstück. In aller Ruhe konnte ich ein Brötchen verspeisen und Kaffee trinken, bis der Anästhesist (wenn der Artikel fertig ist, kann ich das Wort Anästhesist wahrscheinlich im Schlaf schreiben) noch einmal kam, um den Blutdruck zu messen. Wir machten ein wenig Small Talk. Ich gebe zu, er war/ist mir äußerst sympathisch. Er sagte, er müsse wieder an den kleinen Ort „Rachut“ in Schleswigholstein denken, der ihm so gefallen hatte. Ich flirtete ein wenig und gab zurück, dass er mich so wenigstens nicht vergessen würde (ich glaube, er wurde ein wenig verlegen). Egal. Ich bedankte mich für die präzise Arbeit und die so freundliche Behandlung. Ja, ich finde, das erleichtert die Sache doch erheblich und schafft Vertrauen!

So, ich hoffe, ich habe einigermaßen präzise den Ablauf der Operation beschrieben. Mit Sedierung war es schon etwas entspannter, aber ich bin froh, dass ich die OP hinter mir habe und ich habe auch das Gefühl, dass ich dieses Mal fitter bin als beim ersten Mal.

Wahrscheinlich habe ich es auch schon beim letzten Mal geschrieben (aber was interessieren mich meine Gedanken von vor drei Monaten):

Die Operation ist kein Problem. Ich habe das Personal als freundlich, empathisch und kompetent erlebt. So wünscht sich Frau den Umgang mit PatientInnen!

Jetzt kommt es noch darauf an, dass alles ohne Komplikationen verheilt, und dann kann ich hoffentlich bald ohne Brille auskommen. Eigentlich schon morgen!

In diesem Sinne: Bleibt schön gesund!

 

 

 

 

 

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Donnerstag vor einer Woche…

Da ich am Wochenende etwas vorhatte, zog ich den Hausputz um einen Tag vor, sicherlich nicht, weil ich ihm den Vorzug vor anderen Aktivitäten gegeben hätte, aber aus rein praktischen Erwägungen. Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ich habe im Alltag so meine Rituale, vor allem, was die wöchentliche Grundreinigung angeht. Das erspart allwöchentliche neue Planungen.

Von der Küche arbeite ich mich mittels Staubwischen, Staubsaugen und Wischen durch die anderen Wohnräumen bis zur Reinigung des Badezimmers vor. Wenn ich dann dort angekommen bin, ist es mit der Geduld meistens nicht mehr so ganz weit her. Dann sind alle erlernten Methoden, die Ruhe zu behalten und sich in die Arbeit zu versenken, nur noch Makulatur und es geht um die zügige Abwicklung der Restarbeiten. Ich will hier nicht alle Einzelheiten beschreiben, wie ich z.B. den „Alibert“ (den Begriff habe ich für die jüngere Generation in einem früheren Beitrag bereits eingeführt) von oben reinige.

Alle Tätigkeiten sind soweit seit langem Standard und bergen kaum Überraschungen.

Bis letzten Donnerstag.

Ich war gerade in der Toilettenecke zugange oder zuwege (schon wieder so was altes) und wollte den Toilettenrollenhalter von außen abwischen.

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Wie auf dem Bild zu sehen, befindet sich um den unteren Rand herum eine blaue Gummilitze, vermutlich zum Schutz. Das war mir allerdings bis Donnerstag nicht klar. Ich wischte also mit Elan am unteren Rand entlang und geriet dabei unversehends unter die Gummiabdichtung und flutsch, der scharfe Metallrand, den ich offensichtlich freigelegt hatte, trieb sich in meinen rechten Daumen. Aua. Aua. Aua…Hypothetisch stieß ich einen entsprechenden Schmerzensschrei aus, der jedoch, wie nach bereits mehreren ähnlichen Alarmübungen nicht anders zu erwarten, von meiner Umwelt unbeachtet blieb. Weder mein Aufschrei, als ich kürzlich vom Stuhl gefallen bin, noch ein Rauchalarm wegen nicht beachteter Überhitzung der Pfanne (die Rauchmelder funktieren jedenfalls) veranlassten meine NachbarInnen, sich um mein Befinden Sorgen zu machen. So ist die Welt.

Nun stand ich da, das Blut schoss aus der Wunde, mit meinen Lippen presste ich die beiden Seiten meines Fingers zusammen und überlegte, was zu tun sei. Ich zog in Erwägung, die 110 zu wählen bzw. dachte ich, ich könnte versuchen, mit meinem Smartphone zu sprechen, um es zu veranlassen, den Notruf selbständig abzusetzen. Nachdem ich Google mit der Nase aufgerufen hatte, flüsterte ich durch die Lippen hindurch eennsennsnul. Leider verstand mich Google in dieser lebensbedrohlichen Situation nicht und bat ungerührt um Wiederholung. Als ich mich offensichtlich auch beim zweiten Versuch nicht verständlich machen konnte, herrschte mich die ansonsten immer so freundliche Google-Dame an, ich solle gefälligst den Finger aus dem Mund nehmen, wenn ich mit ihr spreche. Völlig verstört fiel mir der Finger tatsächlich in den Schoß. Es blieb mir keine Zeit, mit Frau Google über den Sinn oder Unsinn der totalen Überwachung zu diskutieren,  wenn sie im Notfall doch nicht funktioniert,  da ich meinen Finger unbedingt und sofort wieder an den vorherigen Ort zurückführen musste,  um eine weitere Blutlache auf meiner  weissen Hose  zu vermeiden. Nach anderen Auswegen aus dieser vertrackten Lage suchend, kam mir die Idee, jetzt lieber gleich die Luftrettung einzuschalten, denn schließlich hatte ich vor einem Jahr während des Tages der offenen Tür in einem der hiesigem Krankenhäuser mir just aus diesen Erwägungen heraus ein Jahres-Abo für bevorzugte Luftrettung erkauft. Ich will nicht verschweigen, dass mich die Zugabe eines leuchtend grünen Kulis endgültig überzeugte. Leider fiel mir ein, dass ich alle Zahlungsaufforderungen für die Verlängerung des Abos aus mir unverständlichen Gründen ignoriert hatte.

Was blieb mir also übrig, als mich selbst um meine Rettung zu kümmern. Immer noch den Finger zwischen meinen Lippen zusammenpressend, eilte ich in die Küche und suchte meinen Vorrat an Pflastern heraus.

Viele Küchentücher und Pflaster später lag ich ermattet ob des hohen Blutverlustes auf dem Sofa und betrachtete nicht ohne Stolz die Rundumversorgung meines Fingers. Gerettet!

Ich ahne es schon, ihr glaubt mir die ganze Geschichte nicht?

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Hier ist der Beweis, 1 Woche später…..

Jetzt wächst langsam wieder zusammen, was zusammen gehört.

Also: Augen auf beim Hausputz!

Nähmest du mich?

Nähmest du mich

Mann, der morgen meine Wege kreuzen und mein Herz erwärmen könnte

Nähmest du mich, mich allen meinen Narben auf der Haut und auf der Seele

mit meinen mühsam nur geschlossnen Wunden, die sich im Falle eines Falles

blutig wieder gegenwärtigen

Und nähme ich dich,

du, dessen Risse in des Lebens Laufe ich nicht kenne, dessen Sprache ich erst lernen muss

Nähme ich dich, dessen Täler ich nicht mit durchschritten, dessen Höhen ich nicht mit dir feiern konnte

Du, dessen junge Haut ich nicht gekannt, du, den die Jahre zeichneten und prägten

du, dessen Kraft allmählich schwindet, wie die meine

Und du?

Wie schautest du mich an?

Fänd‘ ich Sehnsucht in deinen Augen nach etwas, das schon längst vergessen schien?

Oder die Abgeklärtheit eines gelebten Lebens

Säh‘ ich Hoffnung, Aufbegehren, Trotz

gegen alle Routine, gegen alle Erfahrung, gegen all die Jahre

Nähmest du mich, nähme ich dich,

so wie wir sind

nähmen wir uns an, ließen wir uns ein

auf was immer in uns, mit uns möglich ist?

Granufink und Co

Vorletzte Nacht: 04:45 Uhr. Nach dem Toilettengang ist es mit dem Schlafen vorbei. Ich weiß nicht, wie es meinen AltersgenossInnen geht, aber die Blase kann entweder nicht mehr so viel speichern wie früher, oder sie muss sich ihres Inhaltes öfter entledigen. Also, dass ich nicht weiß, wie es Gleichaltrigen ergeht, stimmt so nicht, denn erfahrungsgemäß setzt sich nach spätestens anderthalb Stunden während unserer Sitzungen im Büro eine Karavane Richtung Toilette und zurück in Bewegung, so dass es dann besser ist, erstmal eine Pinkelpause für alle anzusetzen. Was gesagt werden muss, muss gesagt werden.

Ich suche mir aus den gleichen Gründen bei Veranstaltungen wie z.B. im Kino immer schon einen Platz am Rand der Sitzreihe für den Fall der Fälle.

Da gibt es noch eine Anektdote aus meinem früheren Leben, die mir gerade wieder einfällt. Es ist allerdings bestimmt schon zehn Jahre her, dass ich mit einer Freundin mit der VHS eine Fahrt in die Fernsehstudios in Hamburg unternommen habe. Sehr interessant, das Fernsehen mal von drinnen zu erleben und am Pult der Nachrichtensprecher zu stehen.

Abends waren wir dann Statisten, nein Zuschauer, bei der  „Aktuellen Schaubude“. Gut, dass es Wikipedia gibt. Ich habe gerade den Werdegang der Aktuellen Schaubude nachgelesen und erfahren, dass sie bis 2009 regelmäßig ausgestrahlt wurde. Also muss es so lange her sein, dass wir dort waren. Damals war Ludger Abeln der Moderator. Ich kenne die Sendung aus frühester Kindheit (sie wurde 1957 das erste Mal ausgestrahlt), als noch die ganze Familie vor dem Bildschirm saß und gebannt zuschaute.

Zurück zu unserem Besuch: Während meine Freundin tierische Angst hatte, dass der Moderator das Wort an sie richten und sie etwas fragen könnte, ging ich alle 5 min zur Toilette, weil uns gesagt wurde, dass wir während der Sendung den Sendesaal nicht verlassen dürften. Was für ein Horror.

Und, wenn ich schon bei diesem Thema bin, muss ich zwangsläufig an die Werbung denken, um die ich ja nicht immer herumkomme. Ich schaue zwar fast nur das öffentlich-rechtliche Fernsehen (was für ein Ausdruck, ist das andere nicht öffentlich und illegal, man weiß es manchmal nicht so recht), aber auch hier entkommt man der Werbung nicht immer. Und wenn ich dann verzweifelt von einem zum anderen Programm umschalte, läuft da garantiert auch gerade ein Werbbeblock. Also, wenn ich den Fernseher nicht so lange ausschalten will und dann eventuell einen Teil der Sendung verpasse, was im Allgemeinen auch kein Weltuntergang wäre, muss ich die Werbung über mich ergehen lassen. Auch wenn ich nur mit halbem Ohr hinhöre, haben sich Granufink und Prostagutt in mein Gedächtnis eingegraben. „Weniger müssen müssen“ schallt es durch meinen Kopf. Und „Prostagutt schützt die Sexualfunktion“. Ich frage mich kurz, wie die Zusammenhänge sind. Aber so genau muss ich dass auch nicht wissen.

Kurzum, bisher habe ich der Werbung widerstanden und meine nächtlichen Störungen so hingenommen. Bestimmte ungünstige Faktoren, wie das späte Trinken von Tee oder Stress, sind mir bekannt, und die kann ich entweder selbst beeinflussen oder muss sie hinnehmen, wie sie sind.

Um auf den Ausgangspunkt zurückzukommen: Vorgestern nacht 04:45 Uhr. Ich hellwach. Wenn ich um die Zeit raus muss, ist der Schlaf nicht mehr so tief, der Körper schon erholt, und wenn sich dann nur ein Gedanke zuviel in mein verschlafenes Gehirn einschleicht, ist es vorbei mit dem Schlafen.

Und dann läuft die Maschinerie unaufhaltsam an. Manchmal sind es angstvolle Gedanken, die sich in der Ruhe der Nacht Bahn brechen, mal geht mir durch den Kopf, was ich alles noch erledigen muss, mal melden sich meine kreativen Gehirnzellen und entwerfen schon die nächste Beiträge für meinen Blog.

Am besten wäre es, wenn ich gleich aufstehen und aufschreiben würde, was an Ideen alles aufkommt, aber dazu habe ich dann verständlicherweise auch keine Lust.

Ich hätte in der besagten Nacht schon eine Vorschau auf die nächsten 4/5 Beiträge machen können. Ihr könnt euch also vorstellen, was in meinem Kopf abgeht. Davon habe ich inzwischen aber vieles einfach wieder vergessen und muss nun auf die nächsten Eingebungen warten.

Also besser ohne Granufink, denn sonst sprudelt die nächtliche Quelle vielleicht nicht mehr.

 

Leben Geduldige besser und länger?

Im meiner LieblingsZEITung vom 4. Mai hat sich eine Autorin mit der Frage auseinandergesetzt, wer nun besser und länger lebt, der/die Ungeduldige oder der/die Geduldige. Sie verortet sich ganz klar auf der Seite der Ungeduldigen und wendet sich gegen die landläufige Meinung, dass geduldig sein eine positive Eigenschaft sei, dass sie mit Souveränität und Gelassenheit assoziiert werde und ein besseres Leben ermögliche.

Beim Lesen des Artikels habe ich mich gleich gefragt, wo ich mich einordnen würde, und habe, wie sooft, keine eindeutige Antwort gefunden.

Die Autorin nennt verschiedene Situationen, in denen sie ungeduldig ist und sich wünschte, diese Ungeduld auch ungeachtet ihre Erziehung zur Höflichkeit zum Ausdruck bringen zu können.

Wir kennen sie alle: die lange Warteschlange im Supermarkt an einem Freitagnachmittag. Ganz ehrlich: da bin ich auch nicht sonderlich geduldig, je nach dem, ob ich in Eile bin oder nicht. Aber meist schlagen alle Versuche, die Zeit durch Umschwenken zu einer anderen Kasse zu verkürzen, fehl, denn entweder gibt es auch dort Menschen, die ihre Waren nicht so schnell einpacken, oder ich habe übersehen, dass das Transportband links oder rechts neben mir viel voller ist als bei mir. Diebisch freue ich mich (muss ich mich dafür schämen?), wenn eine weitere Kasse geöffnet wird und es mir gelingt, mich dort als erste zu positionieren.

Ich füge eine weitere typische Situation hinzu, bei der ich den Eindruck habe, dass es hier fast nur Ungeduldige gibt: das Ein- und Aussteigen aus einem Bus. Ich weiß nicht so recht, woher es kommt, aber am Bus kommt es fast immer zu Rangeleien: die einen wollen möglichst schnell raus und die anderen rein. Nach meiner Erfahrung reagieren die Menschen fast nirgendwo so unglaublich ungeduldig wie hier. Ist es die Angst, entweder nicht mehr mitgenommen zu werden oder den Bus nicht rechtzeitig vor dem Wiederanfahren verlassen zu können? Oder ist es einfach nur die pure Ungeduld, die es nicht erträgt, dass andere mich in meiner Bewegung behindern. Ich kann mich nicht davon freisprechen, selbst ungeduldig zu reagieren aus oben genannten Gründen. Für mich ein Indiz dafür, dass in bestimmten Situationen all das, was uns als Kultur anerzogen worden ist, blitzschnell in Vergessenheit gerät, wenn es um die ureigensten Interessen aber auch Ängste geht.

Das kenne ich auch: ich sitze in einer Sitzung und der Vortrag ist so langweilig, dass ich mich am liebsten wegbeamen möchte, aber nicht kann. Ich werde ungeduldig, fange an,  auf meinem Block zu malen, bediene mich bei den Süßigkeiten auf dem Tisch…und habe Mühe, den Kopf hochzuhalten. Da reagiert mein Körper.

Wenn ich so schreibe, scheint meine persönliche Waage auch eher in Richtung ungeduldig auszupendeln.

Nein, es gibt auch Situationen, in denen ich geduldig bin. In Diskussionsrunden oder auch privaten Gesprächen ist es für mich wichtig, dass ich meinem Gegenüber zuhöre und umgekehrt. Das ich darauf achte, dass alle Beteiligten zu Wort kommen. Das Thema hatte ich schon öfter, wohl weil es mich beschäftigt und weil ich in solchen Situationen auch mal richtig ungehalten werden kann, insbesondere wenn jemand mir auch noch ins Wort fällt. Das ist ganz einfach respektlos.

Ich habe lange Jahre Erwachsene unterrichtet und da habe ich immer sehr viel Geduld gehabt, um ihnen etwas zu erklären.

Geduld hat immer etwas mit der jeweiligen Situation zu tun, in der ich mich befinde. Wahrscheinlich kennt ihr das auch: Ihr müsst kochen, aber eigentlich habt ihr keine Lust, weil der Tag schlecht gelaufen ist. Wird das was ? Wohl kaum. Wenn ich hingegen am Wochenende koche und mich nichts und niemand drängt, sieht das schon anders aus.

Ganz schlimm wird es bei mir hingegen, wenn ich ein neues technisches Gerät gekauft habe, und die Gebrauchsanweisung studieren muss. Ganz, ganz schlimm. Dazu habe ich einfach keine Lust, weil man sie meist sowieso nicht versteht und dann funktionierts auch noch nicht mal.

Ein Argument für die Vorteile ungeduldiger Mensch, das ich euch nicht vorenthalten will und das mir durchaus plausible erscheint, ist, dass ungeduldige Menschen schneller die Initiative ergreifen. Sie handeln schnell und vielleicht auch impulsiv. Manchmal kann das einfach notwendig sein, manchmal werden sich die so getroffenen Entscheidungen als falsch erweisen. Die Autorin, Sandra Danicke, nennt als Beispiel den Klimawandel: da haben wir keine Zeit mehr zu verlieren und das geduldige Abwarten, dass die Politiker die richtigen Entscheidungen treffen, könnte uns umbringen.

Wenn ich anfangs beim Lesen des ZEITartikels etwas die Stirn gerunzelt habe über die scharfzüngigen Äußerungen der Autorin über die angeblich Geduldigen, so bin ich mir im Laufe des Schreibens doch bewusst geworden, wie schnell ich selbst ungeduldig werde.

Was allerdings die Ausgangsfrage angeht, wer besser lebt, so kann sie nur jeder für sich persönlich beantworten. Jeder bringt seinen eigenen Charakter mit ins Leben und den kann man nur bedingt oder gar nicht ändern. Man kann sich alternative Handlungsweisen antrainieren, aber das, was man ursprünglich mitbringt, wird – so denke ich – doch immer sehr stark sein und im Zweifelsfall durchbrechen.

Es gibt Studien, denen zufolge ungeduldige Menschen früher sterben. Die Autorin sagt dazu: Was soll’s, dafür habe ich schneller und meinen Bedürfnissen entsprechend gelebt. Sicherlich gibt es oder wird es Studien geben, die das genaue Gegenteil behaupten.

Tatsache ist, dass jeder und jede mit sich selbst auskommen muss, geduldig oder ungeduldig. Wem es wie besser geht, ist eigentlich eine müßige Frage, denn der Ungeduldige wird sich vermutlich für glücklicher halten als der Geduldige und umgekehrt.

Wie ich nun selbst erkannt habe, gehöre ich auch nicht zu den geduldigsten Menschen, aber je älter ich werde, desto geduldiger muss ich mit mir selbst werden, mit meiner eigenen Langsamkeit. Und das sollte es mir erleichtern, auch mit anderen geduldiger zu sein.

Übrigens: an der Kasse im Supermarkt bin ich geduldiger geworden, und das erleichtert mir das Leben, denn ich ärgere mich weniger!

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