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Wieder allein

es ist wieder still,  im Haus

nachdem die Wellen deiner Reisen dich wieder an den heimatlichen Strand gespült

für ein paar Tage, Wochen nur, zieht es  mit Macht dich nun hinaus

auf der Suche nach dir selbst und nach dem Platz, du hast es lange schon gefühlt

an dem dein Leben sich entfaltet, deine Seele tanzt in der Sonne hellem Licht

noch ist er dir verborgen, dieser Ort,

der dich glücklich macht und mit dir spricht

an dem du bleiben kannst , musst nicht mehr fort

an dem du Menschen findest, die dich lieben, leiten, mit dir streiten

blauen Himmel, Meer und klare Luft zum Atmen

fremde Sprachen und Kulturen, Freunde , die dich treu begleiten

ich weiß, das ist dein Weg, ich muss es nicht erraten

auch wenn ich dich mit Wehmut gehen lasse,  Sohn

so liebe ich dich doch zu sehr, um nicht zu wissen und zu bekennen

dass dein Glück ist auch meines Lebens Lohn

vergangner Jahre Fragen, Zweifel, Freuden und Erkennen.

Im Geiste und in unseren Gedanken sind wir uns immer nah

so nah, dass jeder neue Abschied schmerzt

und doch bin ich im Grunde mir so unbarmherzig klar

dass du nur anderswo auf dieser Welt dein Herz

vergeben kannst und leben

und bin trotzdem gewiss, dass keine Ferne unserer Kontinente

das, was uns eint, uns einander erkennen lässt und mich erheben

über jeden Schmerz und jede Trauer,  je trennen könnte

und tief im Innern bleibt

die stille Freude über jenes große Glück

dich zu begleiten, seiest du auch fern, noch ein Stück

bei den Geschichten, die das Leben für dich schreibt

 

mein Sohn

 

 

 

 

Peter Stamm – An einem Tag wie diesem

Heute mal die Besprechung eines Buches, das schon 2006 erschienen ist und das mir erst jetzt in die Hänge gefallen ist: „ An einem Tag wie diesem“ von Peter Stamm. Soweit ich mich erinnere, habe ich vor Zeiten auch sein Buch „Ungefähre Landschaft“ gelesen, kann mich aber nicht mehr an Einzelheiten erinnern.

Bücher zu kommentieren für mich also auch die Möglichkeit, später noch mal nachzulesen, worum es ging.

Der langen Vorrede kurzer Sinn: Vage Erinnerung, dass mir „Ungefähre Landschaften“ gefallen hatte und ich mir deshalb auch dieses Buch ausgesucht habe. Übrigens, war mal ein Spiegelbestseller.

 

Andreas, der Protagonist, ist um die vierzig, als er den Entschluss fasst, sein Leben zu ändern, nicht freiwillig indes. Ein nicht nachlassender Husten führt ihn zum Arzt, der ihm sagt, es könne harmlos oder aber auch ernsthaft sein. Andreas lässt zur Klärung ein MRT machen, verlässt aber die Arztpraxis, bevor ihm das Ergebnis mitgeteilt wird. Er will es nicht wissen oder, besser gesagt, er hat Angst….

Andreas fühlt sich eher als Statist oder Zuschauer eines „imaginären Films“, denn als Akteur in seinem eigenen Lebens. In einem kleinen Schweizer Dorf geboren und aufgewachsen, erlernt er den Lehrerberuf und bekommt schließlich eine Stelle an einer Pariser Schule.

Eines Tages, als er den Unterricht vorbereitet, fällt ihm ein kleines Büchlein mit Liebesgeschichten als Lehrstoff für seine Schüler in die Hände. Eigentlich mag er keine Liebesgeschichten für den Deutschunterricht wegen der Tuscheleien der Schüler. Er beginnt zu lesen von der Romanze zwischen einem französischen Au-pair-Mädchen und einem deutschen Jungen und erinnert sich an den Sommer, in dem er Fabienne kennen- und lieben gelernt hatte. Schon damals hatte er sich nicht getraut, Fabienne seine Liebe zu gestehen, bis auf einen flüchtigen Kuss, den er gewagt hatte. Man darf vermuten, dass Fabienne gerade auf dieses Geständnis seiner Liebe gewartet hatte.

Einige Jahre später begegnen sie sich wieder in Paris, wo Fabienne noch studiert und Andreas ein Praktikum absolviert. Aber auch hier bringt er es nicht fertig, seine tatsächlichen Gefühle zu äußern, und so bleibt es auch hier bei Äußerlichkeiten.

Später erfährt Andreas, dass Fabienne inzwischen Manuel geheiratet und ein Kind bekommen hat, Manuel, sein damaliger Freund, der in dem besagten Sommer auch dabei gewesen war.

Andreas führt ein Leben, das wesentlich durch das Gefühl der Leere gekennzeichnet ist. Er lebt in den Routinen seines Lehrerberufs, hat Affären mit verschiedenen Frauen und es gefällt ihm, wenn diese keine Ansprüche stellen und möglichst unbeteiligt bleiben, wie er selbst.

Aber da ist die Erinnerung an Fabienne…

Als Andreas die Mitteilung bekommt, dass er vielleicht eines lebensbedrohliche Krankheit hat, schmeißt er alles hin, kündigt seinen Stelle, verkauft seine Möbel und trennt sich von (fast) allem, was von seinem bisherigen Leben an Erinnerungen übrig geblieben ist . Bleibt nur noch der rote Kunstlederkoffer, mit dem er vor achtzehn Jahren nach Paris gekommen war, und neben ein paar anderen Kleinigkeiten, die Briefe von Fabienne.

„Nicht einmal sein Adressbuch packte er ein. Er fühlte sich sehr leicht, von allem Ballast befreit. Es war ihm, als habe er die ganzen Jahre geschlafen, als sei er taub geworden wie ein Körperteil, das man lange nicht bewegt hat. Jetzt empfand er jenen seltsam lustvollen Schmerz, den man spürte, wenn das Blut zurück in den Arm oder das Bein schießt. Er war noch am Leben, bewegte sich“.

Und dann macht sich Andreas auf den Weg zurück in die Schweiz, um einige Dinge zu klären…

In diesem Roman verbinden sich zwei Stränge miteinander. Da ist die Frage des, was wäre geschehen, wenn eine Liebe – der man irgendwann im Leben begegnet ist, die damals aber unerfüllt und unbeantwortet geblieben war – doch gelebt worden wäre? Eine Geschichte, die wahrscheinlich viele von uns erlebt haben. Es bleibt immer diese Frage, ob man nicht glücklicher gewesen wäre, ob das Leben nicht besser, schöner, reicher verlaufen wäre.

Der zweite Strang ist das Leben von Andreas, das in Gleichförmigkeit und Leere erstarrt ist, einer Gleichförmigkeit und Routine, die ihm gleichzeitig Halt gibt, denn er hat Angst, dass sein Leben im Chaos versinken würde, wenn er sich aus diesem Leben hinaus begäbe. Auch das sicherlich eine Erfahrung von vielen von uns, dass wir zwar mit dem, was wir gerade tun, nicht zufrieden sind, diesen Zustand aber lieber so beibehalten, als auszubrechen und das Unbekannte zu wagen.

Und dann tritt ein Ereignis in unser Leben, das uns dazu auffordert, nochmal alles zu überdenken.

Als ich vor ein paar Tagen einer französischen Freundin den Inhalt des Buches erzählte, merkte ich , wie sie mir sehr aufmerksam zuhörte, wie sie ganz aufgeregt wurde und mir schließlich erzählte, dass auch sie eine ähnliche Geschichte erlebt hatte als junges  Mädchen auf einem Ausflug nach Deutschland…und wie sie die Geschichte auch jetzt, nach so vielen Jahren, noch bewegt. Ich habe etwas Ähnliches erlebt und wahrscheinlich nicken einige von euch jetzt auch verstehend mit dem Kopf. Wie mächtig sind diese Erinnerungen.

Ja, von daher betrachtet kann das Buch alte Wunden wieder aufreißen oder schöne Erinnerungen wieder wach rufen.Die Frage, was gewesen wäre wenn, hat mich lange Jahre nicht losgelassen und ich habe eine Antwort eingefordert, die ich nie erhalten habe. Es sind die Beziehungen, die letztlich einfach so, ohne ein Wort plötzlich zerbrechen und in der Luft hängen bleiben, die uns ein Leben lang beschäftigen.

Andreas befreit sich schließlich in einem guten Sinn und hat Raum für Neues geschaffen. Und er befreit sich auch ein Stück weit von der Angst vor sich selbst und seinen Gefühlen, die übermächtig sein muss, da er sie die ganzen Jahre unterdrückt hat. Endlich, am Ende, fließen Tränen….

 

 

Nachrichtenflut

Soll ich dieses Gedicht noch schreiben

Oder soll es ungereimt und formlos bleiben

Nachdem die Gedanken tagelang und unbeachtet

In meinem Kopf herumlagen und nicht mehr betrachtet

Seit sie in jener Nacht erstanden in Worten

An irgendwelchen Orten

Die ich am nächsten Tag nur bruch- und stückhaft wiederfand

Und gleich darauf auf später verschob ins Niemandsland

Bis ich sie, so meinte ich, besser durch-und nach-gedacht

Zu Papier oder in ein digitales Bild davon gebracht

Das Bild ist nicht entstanden, die Gedanken nicht mehr neu

Wie trenne ich den Weizen von der Spreu

Schon kommt der Nachrichten nächster Sturm

Was ist noch wichtig, was obsolet, was quält, was treibt mich um

Und was geht es dich an, was interessiert es dich,

meine Sicht von der Welt, meine Ängste, meine Zweifel über das Leben an sich….

Vielleicht, und das mag mich treiben, eine vage Hoffnung

Das du dich wiederfindest in meiner Verzweiflung

Das die Dinge sich nicht ändern und wenn doch, dann scheinbar nicht zum Bessren

Das alles so kompliziert ist und kein Maßstab mehr, an den man sich halten kann und messen.

Ich bin erschrocken über mich selbst und die Zukunft, die sich in Frage stellt

Über den Pessimismus, der mir nicht gefällt

Denn eigentlich liebe ich das Leben, und die Kraft und die Herrlichkeit

Mein Wort in Gottes Ohr, in Ewigkeit

Amen

 

Mein Buchtipp – Morgen kommt ein neuer Himmel

 

Gerade ausgelesen will ich kurz meine Eindrücke über das Buch

„Morgen kommt ein neuer Himmel“ von Lori Nelson Spielman an euch weiter geben.

Brett, 34 Jahre, weiß nicht, wie sie den Verlust ihrer in kurzer Zeit an Krebs verstorbenen Mutter ertragen soll, zu der sie ein sehr inniges Verhältnis gehabt und die sie bedingungslos geliebt hatte.

Aber dann der Schock. Bei der Testamentseröffnung erfährt Brett, dass ihre Mutter nicht ihr die Leitung ihres Unternehmens Bohlinger Cosmetics anvertraut hat, wie sie es für selbstverständlich gehalten hatte, sondern ihrer Schwägerin, die sie auch noch als Geschäftsführerin einsetzt. Brett’s  Brüder erhalten soviel Geld aus dem Erbe, dass sie ausgesorgt haben.

Nachdem die anderen Familienmitglieder gegangen sind, holt der von ihrer Mutter mit der Testamentseröffnung beauftragte Anwalt Brad Midar einen Aktenordner aus dem Regal und zieht einen ehemals zerknüllten und wieder glatt gestrichenen Zettel hervor, auf dem Brett im Alter von 14 Jahre ihre Träume und Ziele für ihr kommendes Leben aufgeschrieben hatte. 20 an der Zahl. Ihre Mutter hatte diesen Zettel offensichtlich damals aus dem Papierkorb gefischt und im Laufe der Jahre abgehakt, welche Wünsche sich für Brett erfüllt hatten. Aber da waren noch 10 Leerstellen.

Brett versteht die Welt nicht mehr. Das, was sie sich damals gewünscht hatte, entspricht doch nicht mehr ihrem jetzigen Leben. Und doch: ihre Mutter war der Meinung, dass das Leben, das Brett jetzt führt, ihr eigentlich nicht entspricht und sie ihre Träume von damals verwirklichen solle….Und noch etwas Unerhörtes, was Brett aus dem Tagebuch ihrer Mutter erfährt. Ihr Vater ist gar nicht ihr Vater.

Auf den folgenden Seiten erleben wir mit, wie Brett  ihre „Aufgaben“ erfüllt (und manchmal auch grandios scheitert), damit sie, so ist es im Testament festgelegt, ihr Erbe antreten kann. Ihr bleibt ein halbes Jahre Zeit.

Neben der zunächst aussichtlos erscheinenden Suche nach ihrem richtigen Vater gestaltet sich die Suche nach einem Mann, in den sie sich richtig verlieben kann, am schwierigsten,  nachdem sie festgestellt hat, dass ihr Freund Andrew nicht dieser Mann ist. Sie schwankt zwischen Brad Midar, dem Rechtsanwalt ihrer Mutter, dem Psychologen und Arzt Dr. Taylor und einem Mann im Burberry Mantel, mit dem sie mehrfach kurze Begegnungen hat, ohne dass er für sie greifbar wird. Und dann ist da noch Dr. Herbert Moyer. Bretts Bruder Jay glaubt, er wäre eine gute Partie für sie.

Die Abarbeitung der Ziele hat einige Längen, wie ich finde. Es wird aber nie richtig langweilig, sonst hätte ich das Buch sicher zur Seite gelegt. Spannend wird es wieder gegen Ende, nachdem Brett eine Stellung als Hauslehrerin angenommen hat und auf diesem Wege Dr. Taylor, der einen ihrer Schüler betreut,  und ein junges schwangeres Mädchen kennenlernt…

Mein persönliches Fazit:

Mich hat vor allem der Beginn über die so tiefe Mutter-Tochter-Beziehung und die Trauer über den Tod der Mutter aus eigener Erfahrung berührt. Und wer gerade dabei ist, mal wieder Bilanz zu ziehen über das eigene Leben und was noch übrig ist von früheren Träumen, dem gibt das Buch vielleicht neue Anstöße, das zu verwirklichen, was noch ungelebt geblieben ist.

Insgesamt ein unterhaltsames Buch. Keine große Literatur, aber durchaus geeignet für einige gemütliche Leseabende….und was sich durchaus als Lebensmotto eignet, gibt Brett’s Mutter ihr mit: Morgen kommt ein neuer Himmel.

 

Nachtgedanken

In welche Form kann ich sie gießen

die kleinen Niederlagen des Alltags, die Trauer, das leise Entsetzen

der müden Knochen, die am Morgen die Zeit noch genießen,

sich zu  recken, zu strecken und keine Lust verspüren, sich in Bewegung zu setzen

Wie kann ich sagen, worüber niemand gerne spricht

die Puzzleteile im Kopf, wo eins nur mühsam den Weg zum anderen findet

die Ohren müde vom lärmenden Leben, das nachlassende Gesicht

all das, was manchmal erdrückend den Mut nimmt und Kräfte bindet

Und der Trotz, der sich regt, sich nicht zu beugen

der unbändige Wunsch, noch vieles zu erleben

was damals nicht ging oder ich bereit war zu verleugnen

die Kraft, die mich ausbremst, nicht mehr ausreicht, mich zu bewegen

das zu tun, was ich immer schon erträumte und mich nicht traute

zu wollen

und doch und doch und jetzt erst recht

was nützt es, dem Leben, dem Schicksal, dem Gott weiß was zu grollen

kein Mensch muss müssen, ich kann, ich will, ich bin nicht gerecht

mit mir selbst gehe ich zu hart in Gericht

was hat schon Gewicht?

Die Sonne am Morgen, der Bach, der übermütig in sein Bett sich ergießt

der Mond, der freundlich mir die Nacht erhellt

das Blut, das pochend durch meine Adern fließt

das Herz, das aufgeregt beim Universum ein verwandtes Du bestellt…

 

 

Hin und her gerissen

Bin hin und her gerissen dieser Tage

zwischen Lachen und Weinen, mehr wachen als schlafen

und wenn ich mich frage

woran es liegt, dass ich  keine Ruhe finde, mich nächtens wälze und drehe, als kämpfte ich mit einem nimmermüden Drachen

dann finde ich Antworten und finde sie auch nicht

es ist das Draußen, das mich in seinen Fängen hält

es ist das verstörte Drinnen, es ist sein Gesicht

das mich fragend ansieht und seine Wahrheit zur Debatte stellt

Es gibt nur das Jetzt, das Heute und diese Minute

das Gestern ist vorbei und gewährt kein zurück

heute ist heut und was morgen kommt, ist übermorgen schon wieder von gestern ein Stück

drum muss ich wohl leben in dieser Erkenntnis und mit heißem Blut

annehmen, dass es nichts anderes gibt, als dieses Leben zu nehmen, wie es ist

das Altern, das Sterben, das Fliehen, die mordende Brut

und trotzdem oder gerade deshalb jede Minute flüchtigen  Glücks ergreifen als meinen Besitz

die Liebe nicht vergessen, die in allem liegt,

in jeder Blume, jedem Baum, jedem Fluss, jedem freundlichen Blick

in der Schöpfung und jedem, der ihre Großartigkeit erkennt und sich geborgen in ihrer Schönheit wiegt

die einzig und allein kann wenden unser Geschick

Wir fühlen uns getrennt und leben doch alle unter einem Dach

Wir haben nur diese eine Welt, die uns Herberge gewährt und Wege bahnt

Wir erschaffen sie neu oder wir schaffen sie ab mit einem Handstreich über Nacht

es liegt in unserer Hand…

 

 

 

 

Noch mal Flüchtlinge…

Ich bin immer noch dabei, in der Ausgabe der „Zeit“ vom 23.03.2016 zu lesen und komme nicht umhin, dass Thema der Flüchtlinge noch einmal aufzunehmen. Wie auch mir nicht entgangen ist, hat Norbert Blüm, der ehemalige Bundesarbeitsminister – am meisten im Gedächtnis geblieben durch seinen Ausspruch, dass die Rente sicher ist – das Flüchtlingscamp in Idomeni besucht und dort eine Nacht verbracht. Er schildert in dem Artikel „Ich will Nachricht geben“ seine Gedanken und Erlebnisse. Viele mögen ihn für verrückt halten oder schlimmer noch ihm unterstellen, dass er die Aktion für die eigene Publicity gemacht hat. Ich halte das für unerträglich. Ich ziehe meinen Mut vor Norbert Blüm, dass er sich in seinem hohen Alter dieser Strapaze und dieser menschlichen Herausforderung stellt, um der Welt aus der direkten Erfahrung heraus zu berichten, was sich in Idomeni abspielt.

Er geht hart ins Gericht mit den europäischen Politikern, die sich allesamt des Abends in ihre warmen Betten liegen und sich vielleicht noch selbst und gegenseitig rühmen, dass sie die Flüchtlingskrise nun in den Griff bekommen.

„Wir“ scheinen ja auch nicht nur insgeheim froh darüber zu sein, dass der Flüchtlingsstrom jetzt rapide abgenommen hat und man die Grenzkontrollen an der deutsch-österreichischen Grenze jetzt schon bald wird aufheben könnte (Ankündigung von de Mazière von heute).

In der gleichen Ausgabe der Zeit äußert sich Joschka Fischer zu der Frage, ob man mit autokratischen Staatoberhäuptern wie Putin reden sollte. Er bejaht dies, da Blockade und Einstellen der Beziehungen keine Alternativen und darüber hinaus gefährlich seien. Weiterhin beschreibt Fischer das Dilemma, in dem sich demokratische Staaten befinden, die sich einerseits ein Wertesystem gegeben haben, das auf der Einhaltung der Menschenrechte und der Menschenwürde fußt, anderseits aber natürlich auch knallharte politische Interessen verfolgen (müssen), also Werte gegen Interessen. Wenn ich Frau Merkel bei ihren Auftritten beobachte, habe ich den Eindruck, dass sie sich seit ihrer Begegnung mit dem pakistanischen Mädchen in einer Fernsehsendung verändert hat, dass sie diese Begegnung tief berührt und sie innerlich vielleicht auch erschüttert hat.

Nun ist sie in der Folge wieder mit der Realpolitik konfrontiert worden, die ihr einerseits den Widerstand der meisten europäischen Staaten und anderseits Drohgebärden aus der sogenannten Schwesterpartei und den eigenen Reihen beschert und sie gezwungen hat, sich den Bedingungen anzupassen und Lösungen zuzustimmen, die sie persönlich so vielleicht nicht getroffen hätte. Ich räume ein, dass ich nicht sicher bin, ob ich da richtig liege.

Um den Bogen zu schlagen zu Norbert Blüm: Er steht nicht mehr auf der politischen Bühne und kann jetzt endlich das sagen, was ihn bewegt und aus der moralischen Perpektive argumentieren Ich finde es sehr wichtig, dass Menschen wie er uns immer wieder vor Augen führen, dass es nicht in Ordnung ist, was dort in Idomeni und anderswo passiert, und dass wir uns nicht zuviel Sand in die Augen streuen lassen von denjenigen, die behaupten, dass das alles mit „rechtstaatlichen“ Mitteln vonstatten geht.

Gut, meine Perspektive ist auch moralisch und vielleicht christlich orientiert, aber was ist denn mit uns Menschen, wenn wir uns dieser Kategorie im Denken und Handeln entledigen mit dem Hinweis auf die politischen Zwänge.

Andererseit erkenne ich natürlich an, dass die Politik beide Seiten im Auge behalten muss. Zurück zu den Gedankengängen von Joschka Fischer, der schreibt, dass man mit Assad reden müsse, „solange er über die Macht verfügt, dem Morden in Syrien vielleicht ein Ende zu bereiten“. Bezüglich der Türkei fährt er fort “ Die EU wird ihre südöstlichen Außengrenzen nich ohne Kooperation mit der Türkei schützen können. Darüber hinaus spielt das Land im Nahen Osten bis hin nach Zentralsaien geopolitisch eine bedeutende Rolle…“ Auch dieser Argumentation kann ich mich nicht entziehen. (Einschub: Der Begriff der Sicherung der Außengrenzen geht mir auf die Nerven, d.h. doch mit anderen Worten nichts anderes, als das wir die Flüchtlinge eigentlich gar nicht haben wollen, dass sie gefälligst draußen zu bleiben haben. Die Flüchtlinge in Idomeni werden aktuell geopfert für diese Politik der Abschottung und Abschreckung!)

Fischers Schlussfolgerung: „Die Kunst demokratischer Außenpolitik besteht darin, vor allem die langfristigen Weichenstellungen so vorzunehmen, dass möglichst wenige Widersprüche zwischen Werten und Interessen auftreten und tagtäglich die Balance zwischen beiden Teilen ihrer Fundamente gelingt“. Ich frage mich allerdings, wo im Moment die Werte noch ihren Ausdruck in der konkreten Politik finden, was das für Werte sind, auf die die EU sich aktuell gründet und ob z. B. das gestrige Nein der Niederländer zum Assoziierungsvertrag mit der Ukraine nicht schon der Anfang vom Ende der EU ist.

So, das musst jetzt einfach raus zu den politischen Ereignissen. Irgendwo muss man/frau ja hin mit den Gedanken.

Es grüßt euch

Claudia

Mein Buchtipp – Ein ganzes Leben

 

Heute möchte ich euch das Buch

Ein ganzes Leben von Robert Seethaler

aus dem Goldmann Verlag vorstellen, das ich kürzlich zum Geburtstag geschenkt bekommen habe.

Der Roman beschreibt die Lebensgeschichte von Andreas Eggert, der Anfang des 20sten Jahrhunderts geboren wurde. Das genaue Datum ist unbekannt, da seine Mutter früh verstirbt und er bei einem Onkel in einem Gebirgstal mehr schlecht als recht, also mehr schlecht aufwächst. Der Onkel hat ihn nur deshalb aufgenommen, weil er bei seiner Ankunft ein Ledersäckchen mit Geld bei sich trug. Andreas eindrücklichste Erinnerung an diese Zeit sind die Schläge, die er meistens über einer Leine hängend mit einer Rute auf den nackten Hintern bekam. Eines Tages wird er so heftig geschlagen, dass ein Bein dabei bricht und er fortan humpelt. Mit 18 verlässt er, nun ein trotz seiner Behinderung starker junger Mann geworden, den Hof seines Onkels und verdingt sich mit den verschiedensten Arbeiten, die so anfallen. Er ist fleißig und kräftig und fragt nicht viel. Diese Eigenschaften ziehen sich durch sein gesamtes Leben. Dieses Leben ist weitgehend unaufgeregt, bis er eines Tages Marie begegnet, Marie, der Liebe seines Lebens.

Andreas ist sich bewusst, dass er, wenn er Marie heiraten will, nun für ein regelmäßiges, auskömmliches Einkommen sorgen muss, denn das gehört sich so. Für eine Lohnerhöhung arbeitet er noch mehr und noch härter bei der Seilbahngesellschaft, bei der er angestellt ist, bis er sich endlich traut, Marie einen Antrag zu machen.

Es scheint, als begänne nun ein glücklicheres Leben für die beiden. Aber es kommt anders. Marie wird eines Tages von einer Lawine verschüttet…

Mein Resümee: Mir hat der Roman sehr gut gefallen, in seiner einfachen Sprache, die dem Charakter von Andreas Eggert entspricht, aber auch in seiner Poetik, wenn Andreas über das Leben und die Liebe sinniert, oder wenn er immer wieder staunt, über eben dieses Leben und über die Schönheit der Natur.

Sehr angenehm zu lesen, nicht nur wegen des Inhalts, sondern auch wegen der größeren Schrift und des größeren Zeilenabstandes. Vielleicht auch Spiegel der Bedächtigkeit der Erzählung und der Lebensart von Andreas, der nur wenige Male in seinem Leben aus seiner Spur gerissen wird.

Glücklich, wer wie Andreas am Ende seiner Tage und eines doch harten und meistens entbehrungsreichen Lebens feststellt, dass es eigentlich doch kein schlechtes war!

Viel Spaß beim Lesen!

 

 

 

 

Jesus oder Pilatus

So titelt die „Zeit“ in ihrer Ausgabe vom 23. März in der Rubrik „Glauben und Zweifeln“ und stellt dabei die Frage nach unserer Antwort auf die Flüchtlingskrise. Sie stellt dabei aus christlicher Sicht zwei Positionen gegenüber: die radikale, bis zur Selbstaufopferung reichende Nächstenliebe (Jesus) und die von Pilatus, dem römischen Statthalter, der Jesus kreuzigen lässt, nicht, weil er ihn unbedingt für schuldig hält, sondern weil er die politisch pragmatische  Entscheidung fällt, Jesus zu opfern für die Bewahrung des Friedens.

Der Autor fragt weiter nach der Relevanz der beiden Verhaltensweisen für unser heutiges Handeln in der Flüchtlingskrise. Er nennt dabei das Beispiel von 4 Nonnen und 12 Pflegern in einem Altenheim im Jemen, die bei den ihnen anvertrauten alten Menschen bleiben, als das Heim von Djihadisten überfallen wird. Die Nonnen und das gesamte Personal werden ermordet. Ihre Barmherzigkeit war den Angreifern Provokation genug. Die Alten werden verschont, wenn man das verschonen nennen kann, denn sie sind jetzt auch verloren. Der Autor des Artikels: „Für sie (die Nonnen und ihre KollegInnen) ist das Maximum an Barmherzigkeit das Mindeste. Ihr Mut lässt unsere derzeitigen Debatten über das nötige Minimum an Hilfe in der „europäischen Flüchtlingskrise“ kleinlich erscheinen. Und jetzt wird es interessant. Er fährt fort:  „Denn wir ziehen Grenzen der Hilfsbereitschaft, ohne an unsere Grenzen gegangen zu sein…“

Die entscheidende Frage ist letztlich, was wir in den aktuellen Lage tun können. Die absolute Opferbereitschaft eines Christus oder der mutigen Nonnen und ihrer Mitarbeiter sind ein „moralischer Extremfall“, der vermeintliche Selbstschutz eines Pilatus offensichtlich das, was derzeit praktiziert wird mit noch nicht absehbaren Folgen für unser so gepriesenes europäisches Wertesystem, wenn man den letzten Nachrichten von Amnesty International Glauben schenken darf, denen zufolge syrische Flüchtlinge in großer Zahl aus der Türkei zurück nach Syrien gebracht werden! Alles nur Selbstschutz, oder sagen wir besser Abschottung? Ist der Versuch nicht durchsichtig, uns unserer eigenen Verantwortung zu entziehen, indem wir die Türkei – wie wir so schön sagen – mit ins Boot holen? Die Politik hat sicher immer auch abzuwägen zwischen  „Moral“ und „Pragmatismus“ und den Schutz des eigenen Landes zu berücksichtigen. Aber wovor schützen? Vor den Flüchtlingen, die  ein Anrecht auf Asyl und Schutz haben oder vor rechtsradikalen Tendenzen, die gerade schon unser Parteiensystem durcheinander bringen. Ich bin auch Realist genug für die Feststellung, dass die Gesellschaft – wie immer gesagt wird – einen ungehinderten Zustrom von Flüchtlingen  nicht verkraftet, wie man das auch immer definieren mag. Es müssen zweifelsohne Strukturen, Personal und viele, viele Helfer da sein, die an der Integration der Flüchtlinge mitwirken, sonst kann sie nicht funktionieren und führt zu nachhaltigen gesellschaftlichen Problemen.

Was die rechtsaussen Seite der Gesellschaft angeht, weiß ich auch nicht recht, wie man ihr begegnen kann und muss. Sicherlich mit einer konsequenten Strafverfolgung. Ob es einen Diskurs mit diesem Teil der Gesellschaft geben kann, bezweifle ich. Das Einzige, was m.E. hilft, ist, das die Politik zeigt, dass sie glaubwürdige Lösungen für die Probleme der Menschen anbietet. Kürzlich sah ich einen Film über Wähler der AfD bzw. der NPD oder beides gleichzeitig im Osten und Westen der Republik und musste feststellen, dass die meisten Bürger auf die Frage, in wieweit sie durch die Flüchtlinge tatsächlich beeinträchtigt werden, keine oder nur sehr vage Antworten geben konnten. Einer sagte nur: Iss eben so…Wo soll man da anfangen zu diskutieren? Oder vielleicht doch gerade da ansetzen und mit den Menschen reden, um doch noch einen Sinneswandel zu erreichen?

Nun  zurück zu der Ausgangsfrage, wie wir alle mit der Flüchtlingskrise umgehen. Der Autor des Artikels stellt die Frage: „Könnte es sein, dass viele Deutsche sich insgeheim schämen, weil sie zu keinem wirklichen Opfer bereit wären?“ Ja, könnte sein, was mich persönlich betrifft. Es ist nicht die Angst vor der Begegnung, ganz im Gegenteil, ich bin neugierig und möchte etwas von den Menschen erfahren, was sie erlebt haben und wer sie sind. Aber ich habe Angst, Verantwortung übernehmen zu müssen, denn wenn man sich einlässt auf Menschen, übernimmt man immer auch ein Stück Verantwortung. Würde ich das schaffen?

Ich zitiere noch einmal aus dem „Zeit“-Artikel: “ Da hilft es auch nicht, über „nahes“ und „fernes“ Mitleid zu philosophieren und mit pilatushaftem Bedauern festzustellen, dass wir nun mal nicht sämtliche Konflikte der Welt befrieden können…Vielleicht ist die österliche Gestalt der Stunde ja weder Jesus noch Pilatus, sondern eine ganz andere, unscheinbare: Simon von Cyrene…. Am Karfreitag hilft er dem erschöpften Jesus das Kreuz zu tragen. Eigentlich wollte Simon das nicht, denn er fürchtet, selber zum Opfer zu werden. Aber dann geht er den Kreuzweg ein Stück mit. Wie weit? So weit er kann. Sein Beispiel zeigt, dass es hilft, zu helfen. Das Maß der Hilfsbereitschaft aber lässt sich nicht vorherbestimmen. Pathetisch gesagt: Man muss das Kreuz erst schultern, bevor man weiß, wie weit man es tragen kann.“

 

Prophylaxe

Schon mal gehört? Prophylaxe gibt’s ja überall: Gesundheitsprophylaxe, Krisenprophylaxe, Profilaxe usw usf.

Bei mir persönlich findet Prophylaxe im Allgemeinen nur beim Zahnarzt statt, meine Zähne sind mir schließlich „heilig“, und all die anderen Ratgeber fürs Leben lasse ich meist links oder rechts liegen. Frau weiß beim Lesen nach kurzer Zeit sowieso nicht mehr, was sie tun und nicht lassen kann…Jeder weiß es besser.

Zurück zu meiner Prophylaxe.

Da bin ich konsequent: einmal im Jahr findet eine Grundreinigung statt. Bisher hatte ich von meinem Zahnarzt immer gute Pflegenoten bekommen und heischte nach einer Bestätigung durch meinen neuen Zahnarzt und dessen Helferin. Nun, letztere bestätigte mir bei der Durchsicht lediglich, dass ich an die tiefen Stellen im Zahnfleisch mit der Bürste gar nicht ran käme. Also nur Teilentlastung.

Dann werde ich per Knopfdruck in eine liegende Position gebracht, die jeden Widerstand sogleich zwecklos macht, und ein Rotor beginnt in meinem Mund sein Unwesen zu treiben. Unaufhörlich bohrt er sich unter mein Zahnfleisch, während der Absauger vergeblich gegen die Wassermassen, die meinen Mund überschwemmen, ankämpft. Bevor ich absaufe, reiße ich verzweifelt meinen linken Arm in die Höhe – mit dem anderen hätte ich zweifelsohne die Zahnartzhelferin vom Hocker geholt – und sie gewährt mir,  auch aus Selbstschutz, eine kurze Schluck- und Atempause.

Anschließend kommt sie mit dem Skalpell für Zahnärzte und ritscht und ratscht von oben nach unten jedes Körnchen Zahnstein weg und zeigt mir auch noch stolz das Ergebnis.

Dann wird noch poliert und ich gebe mich der Hoffnung hin, dass ich mich jezt entspannen kann, denn in meinem Mund verbreitet sich ein angenehm frischer Pfefferminzgeschmack.

Als ich mich also schon am Ende der Behandlung wähne, und der Blutdruck sich langsam wieder auf sein normales  Niveau einpendelt, fragt mich die Zahnarzthelferin, ob ich schon „Air Flow“ kennen würde. Ich verneine. Ich hätte zwar schon mal davon gelesen im Angebotsspektrum der IGEL-Leistungen meines vorherigen Zahnarztes, (der inzwischen wegen Insolvenz das Land verlassen hat, wahrscheinlich weil nicht genügend PatientInnen von diesen Sonderleistungen Gebrauch gemacht hätten), wüsste aber nicht genau, was das ist. Sie erklärt, dass man damit Verfärbungen entfernt, und die Zähne anschließend wieder in strahlendem Weiß erscheinen. Naja, kann mir nur recht sein. Das schaffe ich dann auch noch.

Daraufhin cremt sie mir die Lippen ein und zieht über dieselbigen eine Plastikapparatur, die die Lippen schützen und gleichzeitig meinen Mund offensichtlich weit geöffnet halten soll. Schade, dass ich davon keine Selfie machen konnte. Das wär ein schönes neues Bild geworden für die Social Media. Scherz beiseite, Mund weit aufhalten bei notorischer Verspannung der Nacken- und Kiefermuskulatur ist eine Tortur an sich. Dann wird mir noch das Gesicht verhängt mit einem Tuch, und die Zahnarzthelferin bittet mich, die Augen während der Behandlung auch schön gesschlossen zu halten. Was kommt denn jetzt noch?

War ich  mir eben noch sicher, mich auf dem Behandlungsstuhl meines neuen Zahnarztes zu befinden, fühle ich mich augenblicklich in einen Sandsturm in der Sahara versetzt, als sich ein Sandstrahlgebläse in Gang setzt und mir gefühlt nicht nur den gesamten Zahnschmelz von meinen Zähnen entfernt, sondern auch noch in jeden Winkel meines Mundes eindringt und eine feucht-sandige Masse hinterlässt. Inzwischen sehe ich ein, dass die von mir gerade noch mit einem geistigen Kopfschütteln bedachten Sicherheitsmaßnahmen der Erhaltung meines Lebens dienen und schenke meiner Zahnartzhelferin einen dankbaren Blick, als sie mir das Tuch wieder vom Gesicht nimmt und ich feststelle, dass ich weitgehend unversehrt wieder auf meinen Zahnarztstuhl zurückgekehrt bin.

Als ich endlich ausspülen darf, stelle ich fest, dass das Becken, das die Sand-Speichelmischung aufnehmen soll, sowohl, was seine Höhe als auch den Winkel zum Behandlungsstuhl angeht, nur schwer erreichbar ist, so dass ich bei dem Versuch, den Becher zum Ausspülen zu erreichen, halb aus dem Stuhl falle und mit dem Kinn auf dem Beckenrand lande. Ich erinnere mich an das Gefühl, als ich vor Jahren mit meinem Sohn in einen Vergnügungspark gefahren bin, in dem ein überdimensionales Haus aufgebaut war, um zu demonstrieren, wie sich kleine Kinder angesichts der fast unerreichbaren Möbelstücke fühlen. Auch die Zahnarzthelferin räumt ein, dass es sich wohl um  eine Fehlkonstruktion handelt. Jetzt wird mir auch blitzartig klar, warum sie mir nicht schon früher die Möglichkeit angeboten hat, den Mund zu spülen. Mit letzter Kraft gelingt es mir, den Becher zu ergreifen, an meinen Mund zu führen und mich endlich vom Saharasand zu befreien.

Geschafft.

Zu Hause angekommen, schaue ich neugierig in den Spiegel und bins zufrieden. Hat sich dann doch gelohnt, die Tortur. Und bis zum nächsten Jahr ist es noch lange hin!.

Viel Spaß bei der nächsten Prophylaxe!