Archiv der Kategorie: Allgemein

Seit einem Jahr Bloggerin

Morgen vor einem Jahr habe ich mit dem Bloggen begonnen. Zeit, Rückschau zu halten…..In meinem ersten Beitrag mit dem Titel „Jetzt geht es los“ war ich in Aufbruchstimmung. Seit drei Monaten nahm ich an einem Salsa-Tanzkurs teil, war voller Begeisterung und habe darüber nachgedacht, was ich sonst noch so alles in Zukunft ausprobieren wollte, so lange es noch geht.

Ein Jahr ist vergangen, 75 Beiträge geschrieben, aus meinem Leben, den lustigen und traurigen Momenten, mehr oder weniger wichtigen Gedankengängen, die ich meinte, euch mitteilen zu wollen. Über das älter werden, die Zeit im allgemeinen und speziellen, über persönliche Begebenheiten. Ich finde das für mich schon eine Leistung, ein Jahr durchgehalten zu haben. Nun wurde mir immer gesagt, es ist wichtig, für ein Thema zu stehen, mit dem die Leser mich in Verbindung bringen, wie z.B. das Älterwerden, aber ich glaube, das ist es nicht für mich. Ich schreibe über das, was mich bewegt und andere vielleicht auch. Dabei werde ich wahrscheinlich auch bleiben, denn das bin ich und das ist mein Blog, worüber sollte ich sonst auch schreiben. Inzwischen habe ich, glaube ich, meine besondere Art zu schreiben gefunden, mal nachdenklich und auch ziemlich traurig, mal lustig. Meine letzten Beiträge rund um meine Fußoperation waren dabei mal das eine und mal das andere. Habe ich geschrieben, dass mir in den ersten Tagen zu Hause öfter mal zum Heulen war, als ich rückwärts die Treppe  hochkriechen und ich einmal  das Taxi zum Arzt wieder wegschicken musste, weil mein Kreislauf versagte. Nein, aber jetzt kann ich es ja zugeben. War nicht einfach diese Erfahrung der Hilflosigkeit. Am besten hilft dann das Lachen über sich selbst und die Situation!

Jetzt ist wieder (fast) alles gut. Ich kann seit Donnerstag wieder ohne Hilfsmittel laufen. Der Arzt hat mir versichert, dass alles in Ordnung ist, der Rest ist Geduld. Heute abend gehe ich das erste Mal nach 12 Wochen (!) wieder zu meinem Pilates-Kurs. Das wird hart!

Seit zwei Wochen arbeite ich auch wieder, d.h. das Leben hat mich wieder, das „normale“ Leben. Soll man sich immer wieder bewusst machen, wie wenig selbstverständlich das Leben ist. War auch froh, meine KollegInnen wieder zu treffen und zu hören, dass sie froh, sind, dass ich wieder da bin.

Ja, was ist passiert in dem letzten Jahr. Das Tanzen hat sich inzwischen erledigt (ich habe den Gedanken, noch mal anzufangen, noch nicht ganz aufgegeben, aber es hat eine sehr unschöne Situation gegeben, die ich hier nicht ausbreiten möchte, die mich dazu veranlasst hat, den Kurs zu verlassen). Er ist dann kurz darauf sowiewo auseinandergebrochen. Das war keine schöne Erfahrung, aber ich mache nur noch das, was mir auch Spaß macht!

Dafür lerne ich immer noch Spanisch (darüber habe ich noch nicht geschrieben, oder?) War mir schon lange ein Anliegen, damit ich endlich auch mit unseren KollegInnen aus Lateinamerika ein bisschen Konversation betreiben kann. Und das kann ich jetzt…und daran arbeite ich weiter. Unser Lehrerin ist „knallhart“. Am Mittwoch schreiben wir einen Abschlusstest. Eigentlich müsste ich jetzt meine Hausaufgaben machen – hahaha- Bin ich in der Schule?

Ja, und zwei große Aktionen habe ich in diesem Jahr hinter mich gebracht: Die Fuß-OP, die schon lange auf dem Plan stand, zu der ich mich aber jahrelang (tatsächlich) nicht durchringen konnte, und die Grundrenovierung meiner Wohnung. Ich habe euch daran teilhaben lassen. Irgendwohin musste ich ja mit meinen Erlebnissen! Als Bilanz finde ich gar nicht schlecht!

Und der Blog, ja er existiert noch, und ich habe immer noch Spaß daran! Ist irgendwie mein Ding, zu schreiben….Muss hier meinen Vater Gerhard erwähnen, der zu Lebzeiten nebenberuflich als Journalist tätig war und ganz früher auch mal gerne Ereignisse aus dem Familienleben in der Zeitung als „Glosse“ veröffentlichte.

Also, ihr da draußen, ich werde mich bemühen, euch auch im zweiten Jahr meines Bloggerlebens gut zu unterhalten und freue mich über jede Menge „likes“ und Kommentare!

Eure Claudia

Und jetzt ab zum Sport. Bin schon wieder spät dran!

 

 

By the way …. über sich hinauswachsen

Ein Gedanke zur Nacht…kürzlich sah ich Teile aus einem Interview mit dem französischen Philosophen Alain Badiou in der Sendung „Sternstunden der Philosophie“, die sonntag

morgens auf 3Sat läuft.

Auch das kein ganz neuer Gedanke, dem man sich aber sicher im Laufe seines Lebens immer wieder stellen sollte: Was macht mein Leben sinnvoll?

Der Mensch müsse sich immer wieder neu erfinden und über sich hinauswachsen. Wie er/sie das tut, ist eigentlich gleichgültig: in Kunst, Literatur aber nach Badious Meinung in erster Linie in der Liebe, diese großartige Möglichkeit, sich ganz neu zu erfahren und immer wieder neu zu erfinden!

Ich meine, es ist wirklich unerheblich, auf welchem Gebiet ein Mensch über sich hinauswächst, über seinen Tellerrand der Routine hinausschaut und nach Neuem, Ungewöhnlichem sucht. Man kommt nur nicht darum herum, die – wie es gerade immer wieder heisst – seine Komfortzone zu verlassen – unter Umstaenden Aengste auszuhalten und Risiken einzugehen, wie in der Liebe, die ungewiss bleibt und doch so viel zu geben vermag.

Es müssen auch nicht die großen Würfe sein, die uns wachsen lassen. Jeder schaue nach dem, was er/sie zu leisten im Stande ist und wo er gut ist, wo er besser werden will oder etwas für ihn/sie Ungewöhnliches auf die Beine stellt oder erschafft.

Auch wenn ich nicht besonders begabt bin, so habe ich doch manchmal Lust, etwas zu malen, und wenn ich ganz bei der Sache bin, kommen manchmal auch für mich ganz passable Dinge zustande. Dann freue ich mich…und wenn ich einen „guten“ Text auf WordPress schreibe , d.h. wenn ich ihn gut finde und meine Leser auch, dann ist das auch ein Stück Neues, das nur ich geschaffen habe und das mich befriedigt.

Auch im Leid kann man über sich hinauswachsen und ich denke, da werden mir Menschen, die Leid und Tod erlebt und sich ihnen gestellt haben, zustimmen, dass diese Erfahrungen „große“ Lebenserfahrungen sind, die man macht und auf die ich – im Nachhinein betrachtet,- nicht hätte verzichten oder mich davor hätte drücken wollen.

In diesem Sinne schöne Träume….

Zwei Jubiläen auf einmal!

Liebe Leserinnen und Leser,

heute habe ich ein besonderes Anliegen!

In Kürze trete ich in ein neues Lebensjahrzehnt ein. Ein Anlass, sich zu freuen, zu feiern, Rückschau zu halten und Pläne zu machen….

Aber nicht nur das! Seit nunmehr 27 Jahren arbeite ich bei der Kinderhilfsorganisation „terre des hommes“ – Erde der Menschlichkeit, die vor 50 Jahren am 08. Januar 1967 gegründet wurde. Sie entstand auf Initiative des Schriftsetzers Lutz Beisel, der das Elend der im Vietnamkrieg verletzten Kinder nicht länger untätig mit ansehen wollte. Viele von ihnen wurden zur medizinischen Behandlung nach Deutschland geholt und sind bis heute geblieben. Zwei von ihnen arbeiten heute noch bei uns.

terre des hommes hat immer auch wieder mit sich selbst und seinen Zielen gerungen und so z.B. vor einigen Jahren beschlossen, keine Kinder mehr zur Adoption nach Deutschland zu holen, sondern zu versuchen, ihnen in ihren Herkunftsländern eine neue Perspektive zu schaffen, aus der Erkenntnis heraus, dass die Kinder in ihren Ländern besser aufgehoben sind als in einer völlig fremden Kultur.

Mit den Jahren haben sich die Arbeitsfelder immer wieder entsprechend den Veränderungen in der Welt geändert. Zur Zeit fördert terre des hommes ca 400 Projekte in 31 verschiedenen Ländern, darunter auch in Deutschland. Bildung, Schutz vor Ausbeutung und Krieg, Gesundheit, aber auch das Recht auf eine intakte Umwelt sind die Themen, die uns umtreiben.

Und auch der Krieg in Syrien und die Flüchtlingsbewegungen haben uns nicht unberührt gelassen und zu einer Ausweitung unserer Projekte auf die Türkei, Syrien, Jordanien und den Irak geführt, wo unsere Partner einerseits direkte Überlebenshilfe leisten und darüber hinaus Schutzräume für Kinder errichten, in denen sie  Ruhe und Schutz finden und die Möglichkeit haben, mal wieder zu spielen….

Wir legen besonderen Wert darauf, dass unsere Partnerorganisationen vor Ort ihre Projekte eigenständig planen und durchführen und dass sie mit uns zusammen auf Augenhöhe die Schwerpunkte unserer gemeinsamen Arbeit diskutieren und festlegen.

Wir haben in unseren Projektregionen Regionalbüros, die für einen engen Kontakt und Austausch mit unseren Partnern sorgen.

Wer noch mehr über unsere Arbeit wissen möchte, kann sich im Internet unter „terre des hommes“ darüber informieren.

Und nun zu meinem Anliegen:

Mir geht es gut und ich habe das Glück gehabt, in Deutschland geboren zu werden und keine Not zu leiden. terre des hommes ist wie gesagt nun schon seit 27 Jahren meine berufliche Heimat im wahrsten Sinne des Wortes, sowohl was die Kollegen angeht als auch in Bezug auf die Arbeit, die wir leisten.

Ich werde auf Geburtstagsgeschenke verzichten und bitte meine Familie, Freunde und Freundinnen stattdessen um eine Spende für terre des hommes.

Wenn jemand von euch auch nach Weihnachten noch den Wunsch hat, etwas zu spenden und terre des hommes für die geeignete Organisation hält, dann würde ich mich freuen, wenn er/sie etwas auf mein extra für diesen Zweck eingerichtetes Konto einzuzahlen. Bei Angabe der Adresse wird auch eine Spendenquittung zugeschickt:

terre des hommes Deutschland e.V.

IBAN: DE66 2655 0105 0000 2266 62

BIC: NOLADE22XXX

Stichwort: „60. Geburtstag Claudia“

Im Rahmen des 50jährigen Jubiläums hat terre des hommes eine besondere Aktion ins Leben gerufen mit dem Titel „Wie weit würdest du gehen?“. Wir ermuntern Menschen dazu, sich eine besondere Aktion auszudenken, für die sie Sponsoren suchen. Sie setzen einen bestimmen Betrag an, der erreicht werden muss, damit sie ihren Einsatz, ihre „Challenge“einlösen. Manche wollen auf dem Jakobsweg wandern, manche lesen eine Nacht aus Michael Endes Romanen. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Wer sich durch diese Aktion angesprochen fühlt, der logge sich am besten gleich bei terre des hommes ein und erfährt dort Näheres.

Da es bei mir mit dem Gehen im Moment noch nicht so weit reicht – wie ihr aus den vergangenen Beiträgen wisst –  möchte ich durch meinen persönlichen Spendenaufruf anläßlich meines 60. Geburtstag am 7. Februar meinen kleinen Beitrag zum Jubiläum von terre des hommes und für noch mehr Unterstürzung für Kinder leisten.

Ich möchte nicht unerwähnt lassen, dass terre des hommes  das Siegel des DZI (Deutsches Zentralinstitut für Soziale Fragen) trägt als spendenwürdige Organisation.

Viele Grüße

Claudia

By the way ….I do not belong to a group, I am just human

Vor ein paar Tagen sprach ich mit einer jungen Frau, die aus dem Irak hergekommen war, um ein dreimonatiges Praktikum zu absolvieren. Danach wollte sie wieder in ihr Heimatland zurückkehren, um dort Hilfsprojekte aufzuziehen.

Während ihres Aufenthaltes in Deutschland wurde ihre Heimatstadt vom „IS“ besetzt. Sie kann nicht mehr dorthin zurückkehren. Sie würde verfolgt werden.Ihre Familie musste fliehen und sitzt in der Türkei fest.

Also hat sie Asyl beantragt. Vor Weihnachten fand die Anhörung statt. Sie berichtete mir ,dass sie 5 Stunden lang ununterbrochen befragt worden sei. Der Dolmetscher mischte sie immer wieder ein mit Kommentaren wie “ das sagst du jetzt besser nicht“, “ so wirst du bestimmt abgelehnt“, „heul jetzt nicht, das ist nicht der richtige Augenblick“ u.ä. Und er gab ihre Antworten teilweise nicht richtig wieder, so viel hat sie verstanden. Vielleicht hat er es nur gut gemeint, vielleicht.

Das, was mich am meisten beindruckt hat, war ihre Antwort auf die Frage, zu welchen Gruppen sie gehöre. Sie verstand die Frage zunächst nicht. Der Dolmetscher meinte, es ginge um ihre Religions- und Staatsangehörigkeit bzw. Zugehörigkeit zu einer Volksgruppe. Sie antwortete, dass sie diese Frage nicht mag. Sie sagte: I do not belong to any group. I am just human. I am a human being, nothing else. I am part of the Universe.

Was für ein weiser Satz aus dem Mund dieser jungen, sehr sympathischen Frau!!!

Wenn wir alle so dächten, dann gäbe es vermutlich keine Kriege mehr!

Vielen Dank!

By the way…..

Ja, das hört sich besser an für meine Gedanken zum Tage…

Neujahr. Meine Freundin und ich sitzen im Café und trinken unsere Lieblingsgetränke…Das gehört zum Sonntag dazu, zumindest, wenn es draußen ungemütlich ist. Es ist schon wieder einiges los nach der Silvesternacht.

Kurz nach unserer Ankunft setzt sich ein Pärchen neben uns an einen erhöhten Tisch mit Hockern, so dass ich sie gut im Blick habe. Sie sind so um die 25, gehören also zur Gruppe der sogenannten Millennials, der jungen Generation ab Jahrgang 1984. Sie bestellen etwas zu trinken. Er tippt laufend etwas auf sein Smartphone, sie das gleiche…Kaum ein Wort wird gewechselt. Sie bestellen sich jeder eine Suppe. Sie tippen weiter, während sie essen. Dann kommt der Hauptgang. An diesem Punkt klinke ich mich aus.

Zwischendurch fange ich einen kurzen Blick auf, den er ihr zuwirft. Ich habe das Gefühl, dass er mit ihr reden, Kontakt aufnehmen möchte. Da sie nicht reagiert, fährt er ebenfalls fort….

Diese Szene ist sicherlich kein Einzelfall. Ich kann mich selbst nicht davon frei machen, öfter am Tag auf mein Handy zu schielen, als notwendig wäre. Warum mache ich das und was verspreche ich mir davon? Was da an Mails reinkommt, ist doch zu 95 % Mist, Werbung…

Anfang 2016 habe ich an einem Projekt teilgenommen, während dessen man auf irgendetwas für eine gewisse Zeit verzichten sollte. Ich habe das Handy gewählt und meine Erfahrungen auf eine kurze Formel gebracht in einem Video zusammengefasst, das ihr euch bei Interesse ansehen könnt:

https://www.dropbox.com/s/tft573qu46vvtv7/claudia%20I%20DO.mp4?dl=0

Mein Sohn zeigte mir gerade das Video des bekannten Professors Simon Sinek (ich kannte ihn bis vorhin ehrlich gesagt nicht), der sich mit der Situation der Millennials und den Folgen der (übermäßigen) Nutzung der digitalen Medien auseinandersetzt.

Hier zu sehen: https://www.youtube.com/watch?v=hER0Qp6QJNU

Das Video hat schon fast 3 000 000 Aufrufe, scheint also den Nerv der Menschen zu treffen.

Tschüß für heute

 

 

 

 

 

beim Zähneputzen…

also, der Titel ist nicht wirklich attraktiv, da wird noch dran gearbeitet. Aber da ich meine neue „Serie“ so angekündigt habe, bleibe ich im Moment noch dabei, schließlich sind es ja tatsächlich Dinge, die mir just beim abendlichen Zähneputzen noch einmal durch den Kopf gehen…

Vor einigen Tagen sah ich den Jahresrückblick von und mit Dieter Nuhr. Er kommentierte den Selbstmord des Terrorverdächtigen Al-Bakr, der sich im Oktober in der Justizvollzugsanstalt Leipzig erhängt hatte, mit den Worten „Reisende soll man nicht aufhalten“ und erntete damit den Beifall seiner Zuschauer.

Gewiss liegt es nahe, Attentätern das Recht auf Leben abzusprechen nach ihren unsäglichen Taten. Sie  zerstören das Leben anderer, haben das Recht auf das ihre insofern verwirkt, kann man sicher argumentieren. Zu der moralischen Bewertung solcher Taten nur einer von vielen Gedanken: die eigentlichen Täter sind in meinen Augen diejenigen, die die Unsicherheit, Unzufriedenheit oder einfach Suche nach Halt oder vielleicht noch simpler die schon latent vorhandene kriminelle Energie für ihre Zwecke ausnutzen und die jungen Menschen einer Gehirnwäsche unterziehen, die dann zu solchen Taten führt. Wir wissen aus der eigenen Geschichte, wie wirksam Propaganda ist. Damit will ich keineswegs die Schuld der Attentäter minimieren, sei betont.

Aber darum geht es mir hier nicht in erster Linie.

Wir leben immer noch in einem „Rechtsstaat“, d.h. jeder Mensch hat das Recht auf ein ordentliches Gerichtsverfahren und ein Urteil. Er hat dieses Recht und er muss sich meiner Meinung nach vor einem Gericht für seine Tat verantworten. Das sollte im Gefängnis gewährleistet werden.

Beim Zähneputzen…

Mal was Neues!

In den letzten Tagen ist mir bei mir selbst aufgefallen (hajo), dass ich während des allabendlichen Zähneputzens, das nach Empfehlungen meines Zahnarztes ca 5 min dauern sollte, unversehends in eine tiefe Meditationsphase über den vergangenen Tag falle und nach just 5 min wieder aufwache. Das Zähneputzen läuft automatisch und durchaus gründlich im Hintergrund weiter, man soll es nicht glauben, aber jede Zahnreihe oben und unten wird mindestens drei Reinigungsrunden unterzogen mit anschließender Reinlichkeitsprüfung durch die jeden Zahn auf eventuelle Rückstände prüfende Zunge. OK, dabei belasse ich es für den Moment. Nein, noch nicht, denn als ersten Beitrag meiner neuen Serie „beim Zähneputzen“ muss ich mich aufregen, oder zumindest so tun als ob.

Nun höre ich von meinem Zahnarzt seit Jahr und Tag, dass ich mit meiner Zahnbürste zu kräftig aufdrücke und das Zahnfleisch sich demzufolge beleidigt immer mehr zurückzieht. Er ermahnt(e) mich immer wieder (ich musste mir leider einen neuen Zahnarzt suchen, da mein vorheriger, dem ich über 20 Jahre wegen untadeliger Behandlungen treu geblieben war, es vorgezogen hat, nach einem offensichtlichen Konkurs wegen einer zu groß angelegten Praxis in die Schweiz überzusiedeln (ich habe davon schon mal berichtet, ich bin immer noch empört, glaubt es mir, denn es war wirklich ein guter Zahnarzt!!!l) , wo war ich gerade stehen geblieben, nicht so hart aufzudrücken und eine weiche Zahnbürste zu verwenden.

Jetzt höre ich kürzlich im Fernsehen einen Zahnarzt sagen, dass es im Gegenteil besser sei, eine härtere Zahnbürste – natürlich sind die weichen Borsten gemeint, so viel Zeit muss sein – zu verwenden, damit die Belege besser entfernt werden. Und diese Meinung wird unkommentiert im Raum stehen gelassen. Ich kann mich natürlich auch immer täuschen, aber meine jahrelange Erfahrung hat mich gelehrt, dass es meinem Zahnfleisch tatsächlich besser bekommt, wenn es mitfühlend zart massiert wird. Und die Ergebnisse wurden von meinem Zahnarzt stets mit einem „sehr gut“ benotet, sofern ich meine Zähne regelmäßig zweimal 5 Minuten täglich behandelte.

Aber so ist das mit Studien und Forschungen. Jeden Tage, jeden Monat…andauernd wird eine neue Sau durchs Dorf getrieben und neue Ergebnisse als der neueste Schrei und die neueste Wahrheit unters Volk gebracht.

Lasst euch nicht verunsichern und sammelt eure eigenen Erfahrungen! Bei euch mag es anders sein als bei mir, aber verlasst euch auf euch selbst! Ihr wisst schon, was für euch gut ist, oder nicht?

Hiermit ist mein erster Beitrag in dieser neuen Rubrik beendet. Das war der Einstieg und bezog sich auf das Zähneputzen, das ja schließlich die Initialzündung für diese neue Rubrik gab. Nachdem dieser Punkt nun abgehandelt ist, komme ich demnächst in dieser Reihe auf die Gedanken zu sprechen, die mir so in den Kopf kommen während des Putzens!

Royal Cluster Fuck….

oder Murphys Gesetz hat mal wieder zugeschlagen! Jetzt habe ich gerade erst mal nachgeschaut, was Murphys Gesetz überhaupt besagt und fand die Aussage, dass alles, was schiefgehen kann, auch schiefgeht. Nun, das ist nicht ganz das, was ich hinter dem „Gesetz“ vermutete, trifft aber letztendlich doch einigermaßen die Realität, heißt, alles, was irgendwie schiefgehen konnte, ging in den letzten Wochen auch schief, auch und speziell das, woran man nicht gedacht hatte….

Wir ihr wisst, liefen der Heilungsprozess meines Fußes und die Renovierung meiner Wohnung fast parallel. Gerade eben dem Krankenhaus entsprungen und nach einer Woche von der „Fußlagerungsschiene“ in den „Unterschenkelwalker“ umgestiegen, bereitete mein Sohn sein Abendessen zu, d.h. er schob tiefgefrorene Pommes Frites in den Backofen (ich musste ihn wegen meiner Bewegungseinschränkungen in punkto Versorgung sich selbst überlassen). Kurze Zeit später breitete sich ein unangenehmer und von Rauchschwaden begleiteter Geruch von der Küche in die Wohnung aus. Wir eilten (er stürmte, ich humpelte) zu dem Ort des Geschehens…..was war los? Es rauchte und stank aus dem Backofen. Noch ehe wir der Lösung näher kamen, bestand der Rauchmelder im „Kinder“- oder Gästezimmer seine erste Funktionsprobe mit Bravour und brach los. Gott sei Dank erinnerte ich mich noch, wie man das Ding wieder ausstellt. Wäre mein Sohn nicht zugegen gewesen und auf einen Stuhl gestiegen, um besagten Rauchmelder wieder zum Schweigen zu bringen, so wäre wohl bald darauf die Feuerwehr angerückt oder ich wäre mit großer Wahrscheinlichkeit vom Stuhl gefallen und mit Tatütata wieder ins Krankenhaus befördert worden.

Alles noch mal gut gegangen. Naja, das mit der Feuerwehr. Wir hatten schnell die Küchentür geschlossen, damit der Rauch keinen weiteren Alarm auslösen konnte und standen jetzt wieder eingeräuchert vor dem Herd. Bevor ich selbigen abstellen konnte, hat er dies selbst erledigt! Tot, nix mehr…keine Pommes….kalte Küche….Ein Drama sozusagen.

Am nächsten Tag musste meine Freundin bzw. ihr Auto herhalten – ich besitze kein solches Gefährt als notorische Radfahrerin – und mit mir zum nächsten Elektrohändler zwecks Kauf eines neuen Herdes zu fahren. Die größere Hürde war zunächst die Treppe abwärts. Dann ins Auto steigen, wieder raus und ins Geschäft humpeln mit Unterschenkelwalker und eine Krücke links, eine Krücke rechts. Das verletzte Bein immer im 90° Grad Winkel zum Oberschenkel halten, ansonsten starke, stechende Schmerzen wegen Blutstaus im Fuß. Herd gekauft, alles gut…fürs erste. Wieder zurück. Die Treppe in den zweiten Stock rückwärts hoch gekrochen…..

Zwei Tage später Beginn der Bauarbeiten in unserer Wohnung. Alte Türen raus, neue Rahmen einsetzen…Wer noch nicht weiß, was das bedeutet, hätte es hier hautnah erleben können. Die ganze Wohnung in Staub gehüllt, jede Ritze, wirklich jede…Mein Sohn bekam prompt einen Asthmaanfall mit Besuch der Notaufnahme im Krankenhaus. Danach Umzug ins Hotel…Am selben Abend noch rief der T. an, und forderte mich auf, ins Badezimmer zu schauen, aber um Gottes Willen nicht die Wand rechts zu berühren. Die Fliesen hatten sich großflächig und unerklärlicherweise nach vorne in den Raum hinein gewölbt. Der am nächsten Tag zur Hilfe gerufene Fliesenleger bescheinigte, dass die Fliesen alle ab müssten. Ich hatte zwar vorgehabt, auch das Badezimmer irgendwann neu machen zu lassen, aber doch nicht gerade jetzt. Aber was sollte ich tun? Abhilfe musste geschaffen werden. Glücklicherweise gab mir der Fliesenleger eine Adresse mit einem Fliesenhandel, der ältere Marken aufkauft. Dort erstand ich 60 Fliesen – so viel werde ich brauchen – zu einem weit höheren Preis als den ursprünglichen. Es gab schon die Überlegung, das ganze Badezimmer neu zu verfliesen, aber in meinem derzeitigen Zustand war mir das dann doch zu viel. Jetzt werden im Januar erstmal die alten Fliesen ersetzt, wenn sie nicht vorher abfallen.

Nachdem der T. zunächst mit seinen Arbeiten fertig war, lag noch ein Wochenende dazwischen, bis die Maler anrückten. Ich hatte bis dahin die Wohnung jeden Tag von oben bis unten und bis in die letzte Ecke wieder und wieder vom Staub befreit, damit mein Sohn sich dort würde aufhalten können. Nicht nur das! Da auch die Fußleisten fehlten, strömte immer weiter Staub aus den „Wunden“ in der Wand, so dass ich in meiner Verzweiflung alles Plastik-Verpackungsmaterial, das ich über die Jahre gesammelt hatte, zusammensuchte und sämtliche Löcher entlang der fehlenden Fußleisten damit verklebte. Man stelle sich das vor, ich mit meinem Unterschenkelwalker auf dem Boden liegend und Plastik verklebend! Hat sich aber gelohnt, denn der Aufenthalt in der Wohnung war zumindest gesundheitsmäßig unproblematisch. Nicht hingegen ernährungstechnisch. Da die Küche mit Möbeln aus anderen Zimmer zugestellt war, beschlossen wir, uns ganz gegen unsere Gewohnheit per Internet mal was kommen zu lassen. Wir entschieden uns für Ente süß-sauer und Rindfleisch im Gemüsebett. Die Bestellbestätigung erreichte uns, nicht jedoch das Essen. Nach eineinhalb Stunden Wartezeit riefen wir dort an. Es meldete sich nur der Anrufbeantworter. Die zweite Bestellung bei einem Alternativlieferanten kam dann zwar nach einer weiteren halben Stunde an, nachdem wir schon halb verhungert waren, aber, nunja, wie man so schön sagt, der Hunger treibt’s rein. Das sagt wohl alles.

Das ereignete sich am Samstag. Am Sonntag gegen Abend verließ mein Sohn, ich erinnere mich nicht mehr genau warum, die Wohnung, um kurze Zeit später wieder vor der Tür zu stehen. Ich hörte, wie er den Schlüssel ins Schloss steckte und versuchte, umzuschließen. Nach mehrmaligen vergeblichen Versuchen beschuldigte er mich, dass ich die Tür von innen verschlossen hätte (dazu gibt es eine andere Geschichte, die sich auf sein Leben traumatisch ausgewirkt hat, daher seine etwas heftige Reaktion). In diesem Fall war ich unschuldig. Ich öffnete die Tür von innern und wir mussten feststellen, dass das Türschloss nicht mehr funktionierte. Wäre ich nicht zu Hause gewesen, hätten wir beide vor verschlossenen Türen gestanden. So konnten wir bis Montag warten mit dem Anruf des Schlüsseldienstes. Mit dem hatte ich früher schon mal Bekanntschaft gemacht, und ich, wie die meisten von euch wahrscheinlich auch, wusste, dass das nicht billig werden würde (Gott sei Dank ohne Sonntagszuschlag). So war es denn auch.

Ich will die zusätzlichen Ausgaben hier gar nicht alle aufführen….interessiert ja auch keinen außer mir.

Ich zog dann für zehn Tage in ein Apartment, während die Maler zu Gange waren. Ich war so froh, als ich selbiges aufschloss und es aufgeräumt und sauber war!!! Außerdem sehr praktisch gelegen an der Bushaltestelle, um schnell zu Hause nach dem Rechten sehen zu können.

Kaum angekommen, nahm ich die Kanne von der Kaffeemaschine, um Wasser einzufüllen. Der Deckel fiel in die Kanne und ich versuchte, ihn wieder heraus zu bugsieren. Er war nicht willig, also brauchte ich Gewalt – wohl ahnend, dass das nicht gut gehen würde. War dann auch so: die Kanne zerbrach. Am nächsten Tag meine Beichte an die Vermieterin. Sie nahm es gelassen!

Mein Sohn hatte vorher schon ein anderes kleines Apartment gemietet, damit wir uns nicht ständig auf der Pelle liegen würden. Dort konnte er aber nicht bleiben, da das Kopfkissen offensichtlich Federn enthielt, auf die er allergisch ist. Also mitten in der Nacht Umzug ins Hotel. Er hatte zur mir kommen wollen, aber ich hatte seinen Anruf nicht gehört. War auch gut so, denn es stellte sich am nächsten Tag heraus, dass auch die Kopfkissen in meinem Apartment Federn enthielten, und er dementsprechend vom Regen in die Traufe gekommen wäre. Die Vermieterin stellte uns sehr freundlich ein federfreies Kopfkissen zur Verfügung, so dass mein Sohn dann bei mir wohnte. Das hat dann gut geklappt. Wir brauchten dringend ein bisschen Ruhe. Die Renovierungsarbeiten gingen plangemäß voran. Da wir umdisponieren mussten von Streichen auf Tapezieren UND Streichen der Wände  aufgrund von Beschädigungen der Tapete bei der Entfernung der Fußleisten, müssen die Restarbeiten (Küche, Flur und Badezimmer) im Januar fortgesetzt werden. Aber dieses Ereignis konnte mich dann schon nicht mehr aufregen und wird unter der Kategorie – mit sowas muss man rechnen – verbucht.

Wenn man davon absieht, dass ich während meines Aufenthaltes in dem Apartment noch einen Teller zerbrach und eine halbvolle Salatölflasche zu Boden ging und ebenfalls zerbarst, nicht ohne eine erhebliche Öllache um sich herum zu verbreiten, lief in der Folge alles normal und geplant.

Nach zehn Tagen kehrten wir zurück in unsere Wohnung. Probleme bereiteten noch die Ausdünstungen der neuen Farbe, aber auch das haben wir hingekriegt….

Jetzt ist Weihnachten und die Wohnung wieder bewohnbar und halbwegs staubfrei! Und ich ….was soll ich sagen…bräuchte jetzt noch mal sagen wir zwei Wochen, um mich von all dem zu erholen.

Alles in allem: wo gehobelt wird, da fallen Späne. Hab ich gewusst , die Ausmasse derselben aber unterschätzt bzw Murphys Gesetz unterschätzt. Sonst hätte ich die Aktion wahrscheinlich nicht durchgezogen. Nun, jetzt ist alles gut und ich/wir sind froh, dass es erstmal vorbei ist. Mein T. meinte auch, dass wäre dann wahrscheinlich das letzte Mal, dass ich so was Großes machen würde in meinem Leben. Da war ich dann doch beleidigt, aber wenn man bedenkt, dass die Wohnung vor 20 Jahren das letzte Mal von Grund auf renoviert worden ist, als ich eingezogen bin, mag er wohl recht haben…

Jetzt habe ich dann auch endlich die Muße, mein Trauma durch das Niederschreiben zu bewältigen!

Zu guter Letzt: Ich habe die vorletzte Etappe meiner Heilung erreicht. Jetzt trage ich seit zwei Wochen einen Kompressionsstrumpf zur besseren Durchblutung und eine „Orthese“, die ich im Schuh tragen kann und die mir die Mobilisation meines Fußes erlaubt. Weiterhin stehen Lymphdrainage und Physiotherapie auf dem Plan, falls es jemanden interessiert, der eine ähnliche Operation plant. Acht Wochen sind inzwischen ins Land gegangen. Die vollständige Heilung wird noch einige Wochen dauern, aber das Schlimmste ist vorbei. Ouf.

In diesem Sinne: Noch ein geruhsames Weihnachstfest an alle meine LeserInnen!

Eure Claudia von Pech und Pannen

Indoor Agility

Heute ein ganz neues Thema, oder nein, oder doch…Seit einer Woche bin ich nun mit dem „Unterschenkelwalker“ (s. oben) ausgestattet und kann mich aufrecht durch die Wohnung bewegen. Humpelnd immer noch, da es eines Höhenausgleichs zwischen dem rechten, beschuhten und dem linken, unbeschuhten Fußes bedürfte, was wiederum eine größere aushäusige Aktion erforderlich machen würde, nach der mir immer noch nicht der Sinn steht.

Habe ich schon berichtet – nein habe ich glaube ich nicht – dass zeitgleich mit meiner Rekonvaleszenz bei uns zu Hause eine größere Renovierungsaktion stattfindet? Hat sich irgendwie so ergeben, und auch wenn mir zwischendurch immer wieder Zweifel kommen, ob es richtig war, beide Ereignisse zusammen zu legen, so nützt jetzt ja alles Jammern und Heulen nichts. Ich, mein Sohn und ich, stecken mitten drin und müssen da durch.

Heißt: Vergangene Woche Dienstag rückte der Tischler (T) an, um sämtliche Türen erstmal herauszureißen…………………………………………………………………………………………..

Von der Lärm- und Staubbelastung will ich hier gar nicht reden. Nachdem er erfolgreich alle alten Türen ausgebaut und die neuen Rahmen eingesetzt hatte, füllte er die Zwischenräume mit Kaltschaum (ist das die richtige Bezeichnung?) auf, die die Rahmen an das Mauerwerk binden sollen. Damit das alles richtig zusammen hält und die Rahmen keine Beulen schlagen durch den sich ausdehnenden Schaum, baute  T. zwischen jede Tür (5 an der Zahl) je zwei Spreizen (nicht Zwingen, wie anfänglich geschrieben, denn es soll ja nichts zusammen gehalten, sondern gespreizt werden, so viel Zeit muss sein) ein.

2016-11-20-22-17-20

Die Szene wurde ein paar Tage später nachgestellt am Beispiel der Tür vom Wohnzimmer zum Flur.

Die Spreizen mussten bis zum nächsten Morgen an dieser Stelle bleiben, bis der Schaum ausgehärtet war.

Nun dachte ich, dass ich auch diese Hürde mit links (ist ja auch mein heiles Bein) würde nehmen können, war ich doch im Überwinden von Hindernissen inzwischen einigermaßen geschult und erfinderisch. T. warnte uns, dass das kein Kinderspiel sei. Ich grinste innerlich. Bis, ja, bis es zum Praxistest kam: Ich musste vom Wohnzimmer ins Bad und hatte somit zwei Hindernisse zu überwinden. Das 1. – oben im Bild zu sehen – ging noch relativ einfach. Ich musste mich lediglich entscheiden, mit welchem Fuß in- oder exklusive Unterschenkelwalker ich die Stange zuerst überwinden wollte (ein Überspringen kam für mich nicht in Frage, aber auch mein Sohn musste mangels ausreichendem Anlauf von dieser Alternative Abstand nehmen). Also schlängelte ich mich zwischen beiden Stangen hindurch. Das Badezimmer hingegen war nicht so leicht zu erreichen, denn die Tür ist im Vergleich zum Wohnzimmer noch eine Ecke schmaler. Mein Sohn, sehr schlank von Natur, tat sich schwer. Ich schob es darauf, dass er größer ist als ich und ihm die gymnastischen Verrenkungen von daher schwerer fielen als mir. Im ersten Anlauf versuchte ich dann die Variante „unten durch kriechen“. Erinnerte mich irgendwie an die Grundausbildung beim Bund, die ich natürlich nicht persönlich miterleben durfte. Jetzt bekam ich eine konkrete Vorstellung davon. Am Ziel angekommen, verwarf ich aber auch diese Lösung bei der Vorstellung, denselben Weg noch mehrmals in der Nacht und schlaftrunken gehen bzw. kriechen zu müssen.

Dann blieb nur noch, meine Ehre zu retten und mich elegant zwischen beiden Stangen  hindurchzuwinden…..Elegant war jetzt was anderes, aber immerhin, ich gelangte ans heiß ersehnte Ziel meines Bedürfnisses, nicht ohne Panik, auf halben Wege stecken zu bleiben und vom meinem Sohn  wieder herausgezogen werden zu müssen.

Indoor Agilitiy Training für Gehbehinderte!

Begrenzung oder Entgrenzung

….war gerade dabei, einen Artikel zum Thema Begrenzung des Lebens zu schreiben, Gedanken, die entstanden sind im Hinblick auf meine aktuellen Erfahrungen mit gesundheitlicher Begrenzung….als ich den neuesten Artikel meines Sohnes las, in dem er beschreibt, wie lange er gebraucht hat, seinen ersten Blogbeitrag zu schreiben, weil er immer neue Ausreden fand, es nicht zu tun. Ein Mangel an (Selbst-)vertrauen? Inspiriert hat ihn ein gewisser Tony Robbins, der gesagt hat, dass er an einem bestimmten Punkt in seinem Leben, als er schon so viel gelernt hatte, erkannte, dass er nun alles würde lernen können. Und was immer du tust, eröffnet dir neue Wege und gibt dir das Vertrauen, auch zu gehen!

Nun bin ich an einem anderen Punkt in meinem Leben, wo es schon nicht mehr so sehr um die Frage des beruflichen Fortkommens oder um das Schmieden von Zukunftsplänen geht, sondern schon eher um die Rückschau und die Auseinandersetzung mit dem Abnehmen der Kräfte, um das Erkennen und Akzeptieren der Begrenzungen des Lebens.

Nichtsdestotrotz, und das ist der Gedanke, der dem Lesen des Artikels meines Sohnes entsprungen ist, ja, es ist wahr, du kannst in jedem Moment deines Lebens lernen und musst es sogar, wenn du nicht schon sterben willst, bevor das Leben zu Ende geht. Ich musste lernen, dass mein Körper mir nicht mehr uneingeschränkt gehorcht, dass ich andere Menschen um Hilfe bitten muss und kann, weil ich vieles aus eigener Kraft gerade nicht bewältigen kann, dass es Momente gibt, in denen die Welt da draußen an Bedeutung verliert, weil mein Körper gerade mit Heilung beschäftigt ist. Prozesse, die mir Angst machen, aber die auch neue Kräfte freigesetzt haben: Ich habe neue Strategien ersonnen, wie ich meinen Alltag mit den postoperativen Einschränkungen besser gestalten kann (siehe meine vorherigen Berichte) und war immer richtig stolz, wenn ich etwas für mich Neues gefunden hatte. Nicht nur stolz, ich habe auch über mich selbst gelacht! Ein probates Mittel, mit den merkwürdigsten Auswüchsen dieser Erfindungen umzugehen und sich selbst nicht ganz ernst zu nehmen.

Kurzum, mein Leben im Älter werden-Modus ist Begrenzung und Entgrenzung gleichzeitig: die Begrenzungen werden mir durch den biologischen Alterungsprozess auferlegt. Die Entgrenzung erfolgt in der Annahme dieser Begrenzungen und ihrer gleichzeitigen Aushebelung und Überlistung und deren humorvolle Akzeptanz.

Sicher, das gelingt mir nicht immer, aber als Grundhaltung durchaus auch heilsam: Es gibt immer noch etwas, was ich neu entdecken und probieren kann, und das Vertrauen in meine Fähigkeiten wächst mit jedem „getan haben“.

So auch dieser Artikel….Warum mache ich das? Weil mich dieses Thema bewegt. Weil es mir Freude macht, meine Gedanken zu teilen und weil ich mich freuen würde, wenn euch meine Gedanken auch ein wenig inspirieren würden.

Übrigens: Es war auch der Gedankenaustausch mit meinem Sohn, der mich bewogen hat, einen Blog zu schreiben. Vor einiger Zeit habe ich dann auch meine erstes Video gedreht. Ob noch mehr folgt, weiß der Himmel, aber ich hab’s gemacht. Und je öfter ich schreibe,  desto mehr wächst das Vertrauen in mich selbst.

Ihr merkt, nach den etwas trüben einbeinigen Tagen jetzt die Sonne wieder zu scheinen beginnt, nachdem ich seit gestern mit einem „Skischuh“ wieder aufrecht gehen kann und die Hundeperspektive verlassen durfte….War übrigens auch interessant, die Welt mal von unten zu betrachten…..naja, nicht wirklich.

Alles Gute für euch

Claudia