Indoor Agility

Heute ein ganz neues Thema, oder nein, oder doch…Seit einer Woche bin ich nun mit dem „Unterschenkelwalker“ (s. oben) ausgestattet und kann mich aufrecht durch die Wohnung bewegen. Humpelnd immer noch, da es eines Höhenausgleichs zwischen dem rechten, beschuhten und dem linken, unbeschuhten Fußes bedürfte, was wiederum eine größere aushäusige Aktion erforderlich machen würde, nach der mir immer noch nicht der Sinn steht.

Habe ich schon berichtet – nein habe ich glaube ich nicht – dass zeitgleich mit meiner Rekonvaleszenz bei uns zu Hause eine größere Renovierungsaktion stattfindet? Hat sich irgendwie so ergeben, und auch wenn mir zwischendurch immer wieder Zweifel kommen, ob es richtig war, beide Ereignisse zusammen zu legen, so nützt jetzt ja alles Jammern und Heulen nichts. Ich, mein Sohn und ich, stecken mitten drin und müssen da durch.

Heißt: Vergangene Woche Dienstag rückte der Tischler (T) an, um sämtliche Türen erstmal herauszureißen…………………………………………………………………………………………..

Von der Lärm- und Staubbelastung will ich hier gar nicht reden. Nachdem er erfolgreich alle alten Türen ausgebaut und die neuen Rahmen eingesetzt hatte, füllte er die Zwischenräume mit Kaltschaum (ist das die richtige Bezeichnung?) auf, die die Rahmen an das Mauerwerk binden sollen. Damit das alles richtig zusammen hält und die Rahmen keine Beulen schlagen durch den sich ausdehnenden Schaum, baute  T. zwischen jede Tür (5 an der Zahl) je zwei Spreizen (nicht Zwingen, wie anfänglich geschrieben, denn es soll ja nichts zusammen gehalten, sondern gespreizt werden, so viel Zeit muss sein) ein.

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Die Szene wurde ein paar Tage später nachgestellt am Beispiel der Tür vom Wohnzimmer zum Flur.

Die Spreizen mussten bis zum nächsten Morgen an dieser Stelle bleiben, bis der Schaum ausgehärtet war.

Nun dachte ich, dass ich auch diese Hürde mit links (ist ja auch mein heiles Bein) würde nehmen können, war ich doch im Überwinden von Hindernissen inzwischen einigermaßen geschult und erfinderisch. T. warnte uns, dass das kein Kinderspiel sei. Ich grinste innerlich. Bis, ja, bis es zum Praxistest kam: Ich musste vom Wohnzimmer ins Bad und hatte somit zwei Hindernisse zu überwinden. Das 1. – oben im Bild zu sehen – ging noch relativ einfach. Ich musste mich lediglich entscheiden, mit welchem Fuß in- oder exklusive Unterschenkelwalker ich die Stange zuerst überwinden wollte (ein Überspringen kam für mich nicht in Frage, aber auch mein Sohn musste mangels ausreichendem Anlauf von dieser Alternative Abstand nehmen). Also schlängelte ich mich zwischen beiden Stangen hindurch. Das Badezimmer hingegen war nicht so leicht zu erreichen, denn die Tür ist im Vergleich zum Wohnzimmer noch eine Ecke schmaler. Mein Sohn, sehr schlank von Natur, tat sich schwer. Ich schob es darauf, dass er größer ist als ich und ihm die gymnastischen Verrenkungen von daher schwerer fielen als mir. Im ersten Anlauf versuchte ich dann die Variante „unten durch kriechen“. Erinnerte mich irgendwie an die Grundausbildung beim Bund, die ich natürlich nicht persönlich miterleben durfte. Jetzt bekam ich eine konkrete Vorstellung davon. Am Ziel angekommen, verwarf ich aber auch diese Lösung bei der Vorstellung, denselben Weg noch mehrmals in der Nacht und schlaftrunken gehen bzw. kriechen zu müssen.

Dann blieb nur noch, meine Ehre zu retten und mich elegant zwischen beiden Stangen  hindurchzuwinden…..Elegant war jetzt was anderes, aber immerhin, ich gelangte ans heiß ersehnte Ziel meines Bedürfnisses, nicht ohne Panik, auf halben Wege stecken zu bleiben und vom meinem Sohn  wieder herausgezogen werden zu müssen.

Indoor Agilitiy Training für Gehbehinderte!

Begrenzung oder Entgrenzung

….war gerade dabei, einen Artikel zum Thema Begrenzung des Lebens zu schreiben, Gedanken, die entstanden sind im Hinblick auf meine aktuellen Erfahrungen mit gesundheitlicher Begrenzung….als ich den neuesten Artikel meines Sohnes las, in dem er beschreibt, wie lange er gebraucht hat, seinen ersten Blogbeitrag zu schreiben, weil er immer neue Ausreden fand, es nicht zu tun. Ein Mangel an (Selbst-)vertrauen? Inspiriert hat ihn ein gewisser Tony Robbins, der gesagt hat, dass er an einem bestimmten Punkt in seinem Leben, als er schon so viel gelernt hatte, erkannte, dass er nun alles würde lernen können. Und was immer du tust, eröffnet dir neue Wege und gibt dir das Vertrauen, auch zu gehen!

Nun bin ich an einem anderen Punkt in meinem Leben, wo es schon nicht mehr so sehr um die Frage des beruflichen Fortkommens oder um das Schmieden von Zukunftsplänen geht, sondern schon eher um die Rückschau und die Auseinandersetzung mit dem Abnehmen der Kräfte, um das Erkennen und Akzeptieren der Begrenzungen des Lebens.

Nichtsdestotrotz, und das ist der Gedanke, der dem Lesen des Artikels meines Sohnes entsprungen ist, ja, es ist wahr, du kannst in jedem Moment deines Lebens lernen und musst es sogar, wenn du nicht schon sterben willst, bevor das Leben zu Ende geht. Ich musste lernen, dass mein Körper mir nicht mehr uneingeschränkt gehorcht, dass ich andere Menschen um Hilfe bitten muss und kann, weil ich vieles aus eigener Kraft gerade nicht bewältigen kann, dass es Momente gibt, in denen die Welt da draußen an Bedeutung verliert, weil mein Körper gerade mit Heilung beschäftigt ist. Prozesse, die mir Angst machen, aber die auch neue Kräfte freigesetzt haben: Ich habe neue Strategien ersonnen, wie ich meinen Alltag mit den postoperativen Einschränkungen besser gestalten kann (siehe meine vorherigen Berichte) und war immer richtig stolz, wenn ich etwas für mich Neues gefunden hatte. Nicht nur stolz, ich habe auch über mich selbst gelacht! Ein probates Mittel, mit den merkwürdigsten Auswüchsen dieser Erfindungen umzugehen und sich selbst nicht ganz ernst zu nehmen.

Kurzum, mein Leben im Älter werden-Modus ist Begrenzung und Entgrenzung gleichzeitig: die Begrenzungen werden mir durch den biologischen Alterungsprozess auferlegt. Die Entgrenzung erfolgt in der Annahme dieser Begrenzungen und ihrer gleichzeitigen Aushebelung und Überlistung und deren humorvolle Akzeptanz.

Sicher, das gelingt mir nicht immer, aber als Grundhaltung durchaus auch heilsam: Es gibt immer noch etwas, was ich neu entdecken und probieren kann, und das Vertrauen in meine Fähigkeiten wächst mit jedem „getan haben“.

So auch dieser Artikel….Warum mache ich das? Weil mich dieses Thema bewegt. Weil es mir Freude macht, meine Gedanken zu teilen und weil ich mich freuen würde, wenn euch meine Gedanken auch ein wenig inspirieren würden.

Übrigens: Es war auch der Gedankenaustausch mit meinem Sohn, der mich bewogen hat, einen Blog zu schreiben. Vor einiger Zeit habe ich dann auch meine erstes Video gedreht. Ob noch mehr folgt, weiß der Himmel, aber ich hab’s gemacht. Und je öfter ich schreibe,  desto mehr wächst das Vertrauen in mich selbst.

Ihr merkt, nach den etwas trüben einbeinigen Tagen jetzt die Sonne wieder zu scheinen beginnt, nachdem ich seit gestern mit einem „Skischuh“ wieder aufrecht gehen kann und die Hundeperspektive verlassen durfte….War übrigens auch interessant, die Welt mal von unten zu betrachten…..naja, nicht wirklich.

Alles Gute für euch

Claudia

Vom Tal der Tränen zu vorsichtigem Optimismus

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Das kennzeichnet grob die Tage seit meiner Entlassung aus dem Krankenhaus. Ich war mit der Behandlung im Krankenhaus zufrieden, das will ich an dieser Stelle betonen. Sowohl die ärztliche, pflegerische als auch ernährungstechnische Versorgung war in Ordnung. Ein/zwei Ausfälle gibt es überall, also auch im Krankenhaus, wo man sich fragt, warum der- oder diejenige den Beruf ergriffen hat….

Zurück zu Hause begann ein auf und ab der Gefühle und Ereignisse. Der 1. Verbandswechsel beim zuständigen Orthopäden fiel positiv aus. Das 2. Mal geriet zur Tortur, da mein Kreislauf wie schon im Krankenhaus auf halbem Weg, genau gesagt von der 2. Etage im Erdgeschoss angekommen, den Dienst versagte und mich zur Umkehr zwang. So hockte ich da wie ein Häufchen Elend und wusste nicht, wie ich den Weg nach oben  bewerkstelligen sollte. Nach unten ging es gerade noch mit beiden Krücken in einer Hand, wie ich es gelernt hatte und dann Stufe für Stufe herunter gehoppelt. Aber auch diese Anstrengung war schon zu viel.

Da sind wir nun bei den verschiedenen Möglichkeiten der Fortbewegung angelangt, die ich im Laufe der Zeit entwickelt habe:

Treppe runter habe ich beschrieben. Treppe rauf, lt Physiotherapeut genauso zu bewerkstelligen wie runter, d.h. jeweils mit dem „gesunden“ Bein hoch hüpfen, war/ist für mich unmöglich. Für jüngere Menschen mag das gehen, bei mir nicht. Alternativlose Alternative: im dreibeinigen Krebsgang – so nannten wir das früher im Sportunterricht – rückwärts die Treppe hochkrebsen. Könnt ihr euch das vorstellen? Rückwärts auf die Treppe setzen, mit den Händen eine Stufe höher abdrücken und mit dem „Standbein“ nach oben schieben. Dabei noch die beiden Krücken irgendwie mitschlören. Und das bis in die zweite Etage. Das blieb auch meinen Nachbarn nicht verborgen und ich erntete ihr ungeteiltes Mitleid!

Nun, eine weitere Fortbewegungsform, die ich dann in der Wohnung praktizierte, wäre vielleicht auch noch eine andere Möglichkeit, würde aber die Anschaffung von Knieschonern erfordern: auf allen Vieren/Dreien vorwärts hinaufkrabbeln. Wie gesagt, nur mit Knieschutz.

Einschub: An dem betreffenden Tag trainierte ich aus den Erfahrungen im Krankenhaus heraus das Laufen auf den Krücken und gelangte mit letzter Kraft zum Arzt. Da ich zuvor angerufen und mitgeteilt hatte, dass mein erster Anlauf auf Grund einer Kreislaufschwäche fehlgeschlagen war, musste ich nicht allzu lange warten…Das Ergebnis war erstmal beunruhigend: Der Fuß war stark angeschwollen und die Haut an der Naht nässte an einer Stelle. Der Arzt verschrieb vorsichtshalber Antibiotika. Ich will es kurz machen: ich nahm sie nicht und ließ mich homöopathisch behandeln (ich hatte die Antibiotika aber zu Hause und hätte sie auch sofort eingenommen, wenn mein Zustand sich verschlechtert hätte; es stellte sich glücklicherweise ein paar Tage später heraus, dass ich auch keine Entzündung im Blut hatte). Eine weitere Folge war allerdings, dass die Fäden nicht wie vorgesehen gezogen werden konnten.

An diesem Tag war mir zum ersten Mal so richtig zum Heulen, während ich es bis dahin immer noch geschafft hatte, die Situation mit Humor zu nehmen. Das Gefühl, keine Kontrolle mehr über seinen Körper zu haben und die Segel streichen zu müssen, hat mich umgehauen.

Daneben perfektionierte ich kontinuierlich meine Techniken zur Alltagsbewältigung: Meistens – vor allem nachts – rutschte ich auf Knien auf einem gut gepolsterten Kissen zur Toilette. Tagsüber dann besser auf Krücken, um den Kreislauf in Schwung zu bringen. Wenn ich Sachen transportieren musste, wieder auf die Knie und die entsprechenden Gegenstände – den Tee oder das Frühstück vor mir her geschoben (letzter Einfall: die Gegenstände auf eine Zeitschrift stellen und schieben. Das Ganze funktioniert natürlich nur auf einem glatten Untergrund. Bessere Lösung: ein (Büro-) stuhl mit Rollen! Ein diesbezüglicher Versuch scheiterte bei mir, weil die Rollen für Laminat offensichtlich nicht geeignet sind. Als letzte Alternative dachte ich darüber nach, wie ich mich als Rollmops durch die Wohnung rollen könnte. Dazu ist es bis jetzt noch nicht gekommen.

Mein Sohn  konnte sich neben dem vordergründig geäußerten Mitleid für meine Situation regelmäßig das Lachen nicht verkneifen, wenn ich an seinem Zimmer vorbeirutschte, gänzlich brach er jedoch vor Lachen zusammen, als ich an einem dieser Tage auf allen Vieren angerutscht kam, meine „Tablett“ vor mir her schob und einen kleinen Rucksack auf dem Rücken trug, den ich an seinen angestammten Platz  an der Garderobe zurückbringen wollte. So eine Gemeinheit!

Daneben musste der Verband mehrmals täglich neu gewickelt und der Fuß gekühlt werden. Seit 2 Tagen ist die Wunde geheilt und auch mit Hilfe von Lymphdrainage geht die Schwellung nach und nach zurück…

Diejenigen von euch, die so etwas selbst schon  erlebt haben, werden nachfühlen können, wie es einem so geht. Die anderen haben vielleicht Anregungen bekommen, wie man sich durchschlagen kann, wenn man sich in einer ähnlichen Situation befindet.

Geduld und Erfindungsreichtum sind gefragt. Operationen sind keine Spaziergang, Entzündungen eine ernstzunehmende Angelegenheit.

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Eine gute Portion Humor hilft!!!!

Auf der Krankenstation – Teil 2

Tag 2 – 5 im Krankenhaus. Gemäß Fallpauschale sind für einen Eingriff wie den meinigen 4- 5 Tage angesetzt, die ich dann auch in Gänze ausschöpfte, heißt Vollpension, Rundumpflege und Blick ins Grüne. Ja tatsächlich, im Vergleich zu dem, was dann kam, waren diese Tage fast angenehm. Nun, abgesehen von dramatischen nächtlichen notdürftigen Ausflügen auf die Toilette (bis zu 7 an  der Zahl)  meinerseits, zurückzuführen auf ich weiß nicht was, jedenfalls jedesmal ein Abenteuer, sich mit nur einem Standbein (das Spielbein durfte – wie der Name schon sagt – nur spielen und keine tragende Rolle übernehmen) vom Bett in den Rollstuhl hieven, mit dem nun angewinkelten Standbein/ Winkelbein langsam vorwärts rollend bis zur Toilettentür – was sich hinter dieser Tür abgespielt hat, bleibt auch hinter dieser verschlossenen Tür – dann den ganzen Weg wieder zurück bis ins Bett, völlig ermattet. Ich muss gestehen, zwei Tage lang bediente ich mich des Bettgestells meiner Nachbarin, um mich daran entlang zu ziehen bis zur Toilette, bis sie mich – sie bemühte sich, höflich und gelassen zu sprechen, während es in ihr vermutlich brodelte – aufforderte, dies doch zu unterlassen, da sie jedesmal aus Angst vor einem beginnenden Erdbeben erwachte und nicht wieder in den Schlaf zurückfand. Ich war sofort einsichtig (tief in mir hatte ich schon eine Ahnung gehabt, dass mein Verhalten fehl am Platze war, muss die Bedenken aber ob der schnelleren Fortbewegung verdrängt haben) und baute die weiteren vorhandenen Möbel im Zimmer so um, dass sie mir als Ersatz für das Bettgestell dienten. P. hingegen pochte darauf, dass ein Fenster während des ganzen Tages und wenn möglich auch noch des nachts geöffnet blieb. Durch mein eigenes egoistisches Verhalten in die Zwickmühle geraten, erklärte ich mich damit einverstanden, das Fenster am Tage geöffnet zu lassen. Ich fand, dies war ein angemessener Ausgleich für meine nächtliche Ruhestörung, immerhin befinden wir uns schon im November…

Am 4. Tag wurden P. und ich auf die Entlassung vorbereitet durch einbeiniges Treppensteigen. Auf Krücken natürlich, aber Krücke ist nun mal Krücke und kein Bein, und eine alte Frau ist kein D-Zug mehr. Also verabschiedete sich mein Kreislauf kurzerhand und die ganze Aktion musste abgebrochen werden. Da ich ja am nächsten Tag in die Freiheit entlassen werden sollte, biss ich die Zähne zusammen und lief im Zimmer mehre Male hin und her… bis der Physiotherapeut es nochmal mit mir versuchte. Runter ging, rauf gar nicht. Dazu später mehr.

Der Physiotherapeut, ein junger Türke, kam „hemdsärmelig“ daher. P duzte er sofort – ja gut, sie ist ja auch ca 20 Jahre jünger als ich. Ich nahm es ihm nach einem Blick in den Spiegel nicht übel. Jedenfalls fuhr er mich nachmittags mit dem Rollstuhl bis zum Treppenabsatz, damit ich nicht soweit laufen musste und machte mich darauf aufmerksam, dass im Fußboden eine unebene Stelle sei (jemand hatte sie sehr unkoventionell mit einigen farbigen Strichen gekennzeichnet) und man vorsichtig darüber fahren müsste. Auf der ziemlich rasanten Rückfahrt hatte er seinen eigenen Hinweis wohl vergessen, der Rollstuhl stoppte abrupt an eben jener Stelle und ich entging so gerade eben noch einem salto mortale…Nochmal davon gekommen.

Tag 5: Frühstück, Visite, Packen…..Auschecken (nicht zu vergessen: heute traute ich mich, Pfleger H. zu fragen, ob er mir bei der Haarwäsche helfen könne. Kurze Zeit später kam er wieder…Er fragte noch, ob ich auch eine Dauerwelle wünschte, was ich gönnerhaft verneinte. War schön, sich diesen Moment verwöhnen zu lassen. Man gönnt sich ja sonst nichts.

Splitläsion der Peronaeus brevis Sehne – oder Bericht von der Krankenstation

So, liebe Leserinnen und Leser, da bin ich wieder…..und wie ihr lesen könnt, hatte mein Schweigen u.a. damit zu tun, dass meine Peronaeus brevis Sehne rechts wohl gemeint hatte, sich spalten zu müssen und ein chirurgisches Eingreifen erforderlich machte. Dieser Bericht ist also speziell, aber nicht ausschließlich, für Leidensgenossinnen und -genossen. Die o.g. Sehne zieht hinter dem Knöchel entlang und unterstützt u.a. beim Stehen auf den Zehenspitzen. Wenn sie ihren Dienst teilweise oder ganz einstellt, führt dies zu schmerzhaften Einschränkungen der Bewegungsfreiheit. Das zum Hintergrund.

Vor einer Woche unterzog ich mich also nach jahrenlangem Hin- und Her und wechselnden Diagnosen dem besagten Eingriff. Ich hatte noch Glück, dass die Sehne genäht werden konnte. Die vermuteten „freien Gelenkkörper“ wurden nicht aufgefunden und auch an den Bändenr und Sehnen auf der linken Gelenkseite mussten keine Reparaturarbeiten vorgenommen werden.

Donnerstag vor einer Woche musste ich mich zunächst in die P-Klinik zu den Aufnahmeformalitäten und -untersuchungen begeben. U.a. nahm mir Dr. M. Blut ab (ich begrüßte ihn ganz fröhlich, da wir schon vor wenigen Wochen das Vergnügen gehabt hatten anläßlich eines Tages der offenen Tür der besagten Klinik und er mir schon damals Blut abgenommen und meinen Blutdruck gemessen hatte. Damals machte ich auch gleich noch einen Test, um zu prüfen, ob ich noch alle Latten am Zaun habe und im Obergeschoss noch alle Lampen brennen, den ich mit Bravour bestand (wäre ich durchgefallen, wäre ich zweifelsohne für die Einweisung in die Psychiatrie reif gewesen angesichts der Aufgaben). Diesen Test konnten wir uns heute also ersparen. Ich taperte von Station zu Station, bis alle Daten aufgenommen und Voruntersuchungen absolviert waren und nach drei Stunden durfte ich wieder nach Hause…

Am folgenden Tag hatte ich mich um 7:00 Uhr morgens (ganz, ganz schlechte Zeit für mich und meinen Körper) wieder einzufinden. Am Tag zuvor hatte ich schon in Erfahrung gebracht, dass ich die letzte in der Reihe der zu Operierenden sein würde und ich bis mittags würde (nüchtern) warten müssen. War jetzt nicht so schlimm, denn ich konnte schon mein Zimmer/Bett beziehen zusammen  mit P. (alle auftretenden Namen wurden von der Redaktion geändert) , die ebenfalls operiert werden sollte. Circa 1 Stunde vor dem Eingriff bekam ich dann auch noch eine „Scheiß-egal“ – auf hochdeutsch Beruhigungstablette. so dass ich schon in tiefem Schlaf lag, als ich abgeholt wurde. Halbwegs wieder wach, wurde mir jeder einzelne Schritt vom Zimmer bis in den Operationssaal mündlich mitgeteilt. Herr Dr. T. setzte mir dann noch eine Maske aufs Gesicht und – schwupp – war ich weg. 3 1/2 Stunden später wachte ich langsam wieder auf und Dr. B. erklärte mir, was er gemacht hätte, meinte aber, dass ich das wohl nicht behalten würde. Ich konterte glasklar, dass ich alles abgespeichert hätte. Dann meinte ich noch, dass ich ihn mit Brille in Erinnerung hätte, was er jedoch kategorisch zurückwies.

Unter der Betäubung verlief die erste Nacht schmerz- und auch sonst komplikationslos…

Sei freundlich mit dir

Wenn du nicht mehr klar siehst

Kauf dir eine Brille und fahr nachts kein Auto

Wenn dein Ohr vor dem Lärm dicht macht

Such dir ein ruhiges Plätzchen in der Natur

Wenn du nachts nicht schlafen kannst

Trink ein Schlaf- und Nerventee oder frage deinen netten Hausarzt  oder Apotheker

Wenn die Arbeit nicht mehr so leicht von der Hand geht

Nimm dir nicht so viel vor und gönn dir zwischendurch eine Pause

Wenn der Rücken schmerzt

Such dir einen attraktiven Physiotherapeuten

Wenn du dich allein fühlst,

geh‘  auf andere zu

es gibt noch mehr von deiner Sorte

Wenn du mit dir und dem älter werden haderst

Wenn du dich störst an deinen Unzulänglichkeiten

Wenn du dich ärgerst über dich selbst

Lass es einfach sein

Es nützt nichts

Es hilft nichts

Es macht noch mehr graue Haare

Sei freundlich mit dir und allem, was zu dir gehört…..

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Reisetagebuch Borkum 2o16 – Abschied

Heute ist es soweit: Schon wieder ist einer von inzwischen so vielen Urlauben auf Borkum zu Ende. Aber dieses Mal ist es irgendwie anders. Ich habe mich entschlossen, meine Sicht auf Borkum an Euch weiterzugeben und Euch auch etwas darüber zu erzählen, was diese Insel für mich bedeutet. Es ist viel mehr als ein Urlaubsziel. Borkum hat mich in jeder Phase meines Lebens begleitet und jedes Mal konnte ich hier im wahrsten Sinne des Wortes aufatmen. Es ist auch mehr als das gute Klima. Dieser Ort tut mir gut, tut meiner Seele gut. Ich bin so nah am Universum, wenn abends die Sonne tiefrot im Meer versinkt, wenn ich schwimmend den Himmel über mir betrachte oder mein Blick über das Watt schweift.

Ich habe so viele Leute kennengelernt, die immer wieder hier hin zurückkehren. Wir sind in unseren Gesprächen nie so tiefgründig auf unsere jeweiligen Motive eingegangen, aber einig waren sich alle über die Besonderheit dieser Insel.

Jedes Jahr frage ich mich aufs Neue, ob es nicht Zeit für etwas Neues wäre – und nebenbei gesagt – habe ich mir natürlich auch schon andere Orte und Länder angesehen. Aber wenn ich Ruhe brauche, wenn ich mich erholen will von der Hektik des Alltags, dann bin ich hier am Besten aufgehoben!

Besonders war in diesem Jahr natürlich mein Ansinnen, ein Tagebuch zu schreiben. Vielleicht ist dies eine Art Abschluss, mal sehen, denn ich habe in die Beschreibungen (fast) alles hineingelegt, was ich auf dieser Insel erlebt habe, aber ich habe mich auch, wie ich gestehen muss, zum ersten Mal intensiv mit der Insel beschäftigt, um Euch Lust darauf zu machen, dorthin zu fahren….

Hier unten noch einmal ein paar Impressionen: Das Meer bei Flut, der zum Abend hin erleuchtete Musikpavillon, vor dem an diesem Abend sogar einige Paar das Tanzbein schwingen, ein wunderschöner Sonnenuntergang, den man mit der Kamera nicht festhalten kann, den Neuen Leuchtturm im Zentrum der Insel und die Bimmelbahn kurz vor meiner Abfahrt zum Hafen…

Ich hoffe, ihr habt ein wenig Freude daran gehabt, mir zu folgen.

 

Reisetagebuch Borkum – Tag 12- das Eis ist gebrochen

Heute ist Sonntag. Das Wetter ist trübe bis regnerisch. Also, was fange ich an. Es steht nichts Besonderes auf dem Programm. Am Frühstückstisch tut sich unerwartet eine Perspektive auf. Nachdem sich aus den allmorgendlichen Plaudereien bisher nichts in punkto näherem Kennenlernen ergeben hat, fragt die Frau aus Düsseldorf, ob jemand Lust hätte, heute mit in den Gottesdienst in der reformierten Kirche gehen möchte. Die Frau aus Wiesbaden, nach den bisherigen Äußerungen kulturell interssiert, bejaht die Frage und fragt ihrerseits noch einmal nach, ob noch jemand mitkommen möchte. Da ich nichts weiter vorhabe, schließe ich mich den beiden an, zumal ich die reformierte Kirche auch noch nicht kenne.

Man fühlt sich fast wie im Innern eines Schiffs mit der schrägen Holzkonstruktion des Daches und dem Segelschiff im Altarraum. Klar, Borkum war ja auch zuallererst mit Fischern und Walfängern besiedelt, die des göttlichen Schutzes mehr als bedurften.

Die Pastorin greift das Bild eines Jungen auf, das auch ich vor einigen Tagen in den Nachrichten über den Bildschirm habe flimmern sehen, und das mich bis zu Tränen (ge-) berührt hat. Der Junge war gerade noch aus einem zusammenstürzenden Haus in Aleppo gerettet worden, wie er da staubbedeckt und mit einem ungläubigen Blick, nicht verstehend, was passiert ist und das er noch lebt, in die Kamera schaut.

Die Pastorin appelliert an unsere Solidarität, an unsere Mitmenschlichkeit angesichts des sich dort gerade abspielenden Horrors auf. Wir sind schon so abgestumpft, aber auch hilflos…Aber wir müssen uns diese Bilder anschauen, wir dürfen nicht wegschauen.

……………………..

Nach dem Gottesdienst gehen wir noch zusammen in ein kleines, aber feines Kaffee am Alten Leuchtturm einen Tee trinken. Sehr gemütlich und gleichzeitig modern eingerichtet, nachdem dort früher jahrelang ein Fischimbiss gewesen war. Leider habe ich den Namen vergessen, was für einen Reiseführer natürlich unverzeihlich ist, aber ihr werdet schon hinfinden, wenn es soweit ist. Das Café sieht von außen etwas unscheinbar aus, ist aber wie gesagt sehr nett und es gibt leckere Kleinigkeiten und selbstgemachten Kuchen zu essen, den man auch draußen genießen kann. Wir kommen ins Plaudern über Gott und die Welt und das Eis scheint nach der Abtastphase  gebrochen. Leider ist mein Urlaub nun schon fast zu Ende.

Nachdem ich den verregneten Nachmittag in meinem Pensionszimmer verbracht habe, schwinge ich mich gegen abend wieder auf mein Fahrrad. Der Himmel klart auf und los gehts, zunächst wieder zum Kaffee Seeblick, wo ich die wärmende Sonne von außen und den heißen Milchkaffee von innen genieße. Dann weiter durch die Waterdelle, den Waldlehrpfad und dann irgenwie und irgendwann in der Süderstraße angekommen. Dort kehre ich in das  „Teehaus“ ein, dem ich meistens einmal im Urlaub einen Besuch abstatte, denn das Essen ist gut dort, wenn auch nicht gerade günstig.Heute habe ich wieder einmal Glück, denn ich bekomme noch einen Tisch, während die nächsten Anwärter auf einen freien Platz mit dem Hinweis auf eine fehlende Reservierung abgewiesen werden.

Auch mit diesem Ort verbindet sich eine ganz besondere Erinnerung, denn wir (mein damaliger noch ganz frischer Freund und späterer Mann) gingen 1974 (!) just an dem Tag dort essen, als sich Holland und Deutschland im Weltmeisterschaftsendspiel gegenüber standen und „wir“ mit 2:1 gewannen. Da war was los, denn zu der Zeit leiteten Holländer das Restaurant.

So habe ich aus diesem regnerischen Tag noch das Beste gemacht.

 

 

 

 

 

 

Reisetagebuch Borkum – Tag 11 und 12 -der Urlaub nähert sich dem Ende

Heute, Freitag, ist das Wetter einfach nur schön. Und so verbringe ich den Tag fast wie immer mit einer Partie Minigolf (bin jetzt allerdings ganz einfach überspielt), einer Radtour, die mich heute bis zum Hafen hinaustreibt, und den üblichen Milchkaffee- und Cappuccino-Pausen.

Ich fahre nicht zum Anleger, sondern bis zum Café am sogenannten Yachthafen (oben zu sehen). Ich finde diese Stelle nicht unbedingt reizvoll, da in unmittelbarer Nähe – sehr nah – ein Windrad seine Runden dreht. Aber, wenn ich Lust habe, eine längere Strecke mit dem Rad zu fahren, dann bietet sich dieser Ausflug an.

Heute betrachte ich die Landschaft und die Vogelwelt insbesondere natürlich mit anderen, aufmerksameren Augen….

Am Spätnachmittag mache ich in den letzten Sonnenstrahlen noch einmal Halt in dem kleinen Café am Alten Leuchtturm. In der Tasche trage ich immer etwas zu Lesen und mein Sudoko-Rätselheft bei mir, wenn ich meine, mich neben der Betrachtung der Natur noch anders beschäftigen zu müssen.

Am Abend ist der Auftritt der Borkumer Trachtengruppe auf der Promenade angekündigt. Das ist eigentlich nicht so mein Ding, aber ich möchte schon noch ein bisschen rausgehen. Die Promenade ist rappelvoll. Kein Wunder, endlich ist es warm und man kann sich auch zu fortgeschrittener Stunde noch auf einer der Terrassen aufhalten. Neben der Trachtengruppe tritt eine Folk-Gruppe aus Emden auf. Das gefällt mir schon besser, singen sie doch durchaus politische Lieder. Mit Blick auf die Flüchtlinge haben sie ein Lied komponiert mit dem Hinweis, dass diese Menschen alle unsere Freunde sind, wir kennen sie bloß noch nicht. Natürlich kann man das pauschal nicht so sagen, auch meine anderen bundesdeutschen Mitmenschen sind nicht alle meine Freunde, aber das Bild finde ich trotzdem gut…

 

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Samstag

Entgegen der Wettervorhersage bleibt das Wetter bis in den Nachmittag hinein gut. Heute begnüge ich mich am Vormittag zunächst mit einer kleinen Radtour zum Café Seeblick.

Anschließend mache ich bei auflaufendem Wasser einen langen Spaziergang zur Wasserkante und bleibe wie immer bei solchen Gelegenheiten im Muschelfeld hängen und sammle Muscheln. Das ist ein unwiderstehlicher Reflex und entspannt mich einfach nur. Daher sind in meiner Wohnung auch fast überall kleine Behältnisse mit besagten Muscheln zu finden.

Ich beobachte am Strand die Mütter und vor allem Väter, die mit ihren Kindern gegen die herannahenden Wellen Burgen bauen. Ja, das haben wir damals natürlich auch mit Inbrunst getan!

Irgendwie habe ich in diesem Jahr ganz vergessen, dass ich doch sonst jedes Jahr im Meer baden gegangen bin! Wahrscheinlich, weil es in der ersten Woche zu kalt war. Die Dinge verändern sich eben, und so bin ich dieses Mal einfach nur spazieren gegangen. Ehrlich gesagt, halten mich die Quallen auch vom Bad im offenen Meer ab. Sonst aber für mich immer ein unvergleichliches Gefühl, auf den Wellen zu treiben und in den Himmel zu schauen.

Am Abend, als ich in mein Quartier zurückkehren will, spielt gerade die freiwillige Feuerwehr mit ihrem Blasorchester am Bahnhof auf, wie sie es auch jedes Jahr tut. Das ist was für die kleinen Kindern und ihre Eltern und für die Älteren. Alle anderen schämen sich wahrscheinlich, sich für so eine Musik zu begeistern. Mich freut’s. Heute gibt es eine besondere Einlage von einem Krefelder (ich glaube mich zu erinnern, dass der Herr aus Krefeld kam) Dudelsackspieler in traditionneller Montur. Er gibt einige Soli zum Besten, aber schwierig wird es, als er seinen Einsatz sucht in das Spiel des Orchester. Es bedarf dreier Anläufe, bis die Harmonie hergestellt ist. Zur allgemeinen Erheiterung.

Ein sehr schöner Tag….

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Reisetagebuch Borkum – Tag 10 – auf Vogelschau

Nun fahre ich schon so viele Jahre nach Borkum, immer mal wieder, aber erst in diesem Jahr tauche ich intensiver in Natur und  Geschichte von Borkum ein. Veilleicht war mir das vorher doch nie so wichtig und ich habe mich einfach nur an all dem erfreut, was ich wahrgenommen habe. Außerdem ist es mir diesmal ja auch ein Anliegen, nicht nur von „meinem“ Borkum und den damit verbundenen Erinnerungen als lebensgeschichtlicher Bedeutung zu berichten, sondern meinen Leserinnen und Lesern, die die Insel noch nicht kennen, nahe zu bringen. Einen neuen Leser habe ich gefunden – unerwartet – hallo W…..hat mich sehr gefreut, dass dir meine Berichte gefallen!

Heute Tag 10 also. Borkum, dass ist auch das Geschrei der Möven. Wenn ich so im Frühjahr im Fernsehen Filme sehe, in denen Möven schreien, dann erwacht in mir schon wieder die Sehnsucht nach der Weite des Meeres und der klaren Luft.

Möven und Austernfische, das waren so ziemlich die einzigen Seevögel, die ich vor der Vogelführung, an der ich heute teilnehme, benennen konnte. Die Vogelführung also auch eine Premiere. Treffpunkt ist um 11:00 Uhr am Tüskendoor-See am Seedeich, hier oben zu sehen.

Borkum bestand bis 1862/63 aus zwei Teilen, dem West- und dem Ostland. Die Trennlinie ist heute noch am genannten „Tüskendör“  – Zwischendurch – zu erkennen. Sand- und Schlickanlandungen führten zu einer Verengung des zwischen den beiden Teilen liegenden Priels und die letzte Lücke wurde durch Menschenhand, d.h. durch Strohbündel und Anpflanzungen sowie durch den Bau des Seedeichs vollendet.

Das Material für den Deich wurde dem Tüskendörsee entnommen, der anschließend renaturiert wurde und seitdem vielen Tieren als Nahrungs-und Brutstätte dient. Der Tüskendörsee ist ein Süßwassersee, der bei drohenden Überschwemmungen durch ein Wehr zum Meer hin reguliert werden kann.

Unsere Vogelbeobachtung beginnt an diesem Wehr. Mit einem sogenannten Spektiv dürfen wir abwechselnd die Vogelwelt aus der Nähe betrachten mit entsprechender fachkundiger Begleitung des Vogelschützers.

Eurasian Spoonbill.jpg

Und da sehen wir am hinteren Ende des Tüskendörsees diesen wunderbaren Vogel, den Löffler, so genannt wegen seines am Ende löffelartig auslaufenden Schnabels. Wir beobachten Austernfischer, Fischreiher, einen Kormoran, Rotschenkel….Zumindest kenne ich jetzt eine ganze Reihe mehr von den Borkumer Vögeln.

Auf dem Deich, auf den wir später zur weiteren Beobachtung der Wattvögel ziehen, die sich bei Flut gerade ausruhen vor dem nächsten Nahrungsgang, spielt sich schon wieder eine Rangelei ab. Wie schon vorher berichtet. Wir belagern schon ziemlich den schmalen Rad- und Fußweg. Ich bin versucht, die Teilnehmer zu mahnen, den Weg nicht zu versperren und auf das Gelände daneben auszuweichen, was problemlos machbar ist, aber die meisten interessiert das gar nicht. Jedenfalls – ich sage es mal neudeutsch – macht eine ältere Frau aus unserer Gruppe Radfahrer an, die nicht sofort vom Fahrrad springen, als sie sich unserer Gruppe nähern. Ich kann nur den Kopf schütteln, den wir versperren den Weg und nicht die anderen….Ja, immer diese Nickelichkeiten. Was für ein Quatsch! Aber das auch nur wieder eine „Randbemerkung“. Der Vogelkundler ist so engagiert bei der Sache, dass es eine Freude ist, ihm zuzuhören und das theoretische Wissen auch gleich praktisch serviert zu bekommen.

Eine tolle Sache!