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Über claudia rachut

Mein Name ist Claudia Rachut. Es ist Zeit, meine Vorstellungsseite zu aktualisieren, denn seit der Entstehung dieses Blogs sind sage und schreibe 9 Jahre ins Land gegangen. 9 Jahre, in denen viel passiert ist, mittendrin mein Ausscheiden aus dem Berufsleben. In den Anfängen habe ich meine Gedanken und Geschichten eifrig mit euch geteilt. Dann ließ die Energie nach...und jetzt, mal schauen.. Ich denke, ich bin seitdem keine andere geworden. Also werde ich euch etwas erzählen, was ich erlebt habe, was mich bewegt. Ich werde mich nicht in politische Diskussionen einklinken. Das überlasse ich anderen oder behalte meinem Privatleben bzw. meiner analogen Öffentlichkeit vor. Ich freue mich, dich auf meinen Seiten begrüßen zu können. Vielleicht gefällt dir das eine oder andere, vielleicht denkst du beim Lesen... ahja, das kommt mir bekannt vor...oder du klinkst dich schnell wieder aus...wie heißt es so schön, alles kann, nichts muss? Eure Claudia

Beim Zähneputzen…

Mal was Neues!

In den letzten Tagen ist mir bei mir selbst aufgefallen (hajo), dass ich während des allabendlichen Zähneputzens, das nach Empfehlungen meines Zahnarztes ca 5 min dauern sollte, unversehends in eine tiefe Meditationsphase über den vergangenen Tag falle und nach just 5 min wieder aufwache. Das Zähneputzen läuft automatisch und durchaus gründlich im Hintergrund weiter, man soll es nicht glauben, aber jede Zahnreihe oben und unten wird mindestens drei Reinigungsrunden unterzogen mit anschließender Reinlichkeitsprüfung durch die jeden Zahn auf eventuelle Rückstände prüfende Zunge. OK, dabei belasse ich es für den Moment. Nein, noch nicht, denn als ersten Beitrag meiner neuen Serie „beim Zähneputzen“ muss ich mich aufregen, oder zumindest so tun als ob.

Nun höre ich von meinem Zahnarzt seit Jahr und Tag, dass ich mit meiner Zahnbürste zu kräftig aufdrücke und das Zahnfleisch sich demzufolge beleidigt immer mehr zurückzieht. Er ermahnt(e) mich immer wieder (ich musste mir leider einen neuen Zahnarzt suchen, da mein vorheriger, dem ich über 20 Jahre wegen untadeliger Behandlungen treu geblieben war, es vorgezogen hat, nach einem offensichtlichen Konkurs wegen einer zu groß angelegten Praxis in die Schweiz überzusiedeln (ich habe davon schon mal berichtet, ich bin immer noch empört, glaubt es mir, denn es war wirklich ein guter Zahnarzt!!!l) , wo war ich gerade stehen geblieben, nicht so hart aufzudrücken und eine weiche Zahnbürste zu verwenden.

Jetzt höre ich kürzlich im Fernsehen einen Zahnarzt sagen, dass es im Gegenteil besser sei, eine härtere Zahnbürste – natürlich sind die weichen Borsten gemeint, so viel Zeit muss sein – zu verwenden, damit die Belege besser entfernt werden. Und diese Meinung wird unkommentiert im Raum stehen gelassen. Ich kann mich natürlich auch immer täuschen, aber meine jahrelange Erfahrung hat mich gelehrt, dass es meinem Zahnfleisch tatsächlich besser bekommt, wenn es mitfühlend zart massiert wird. Und die Ergebnisse wurden von meinem Zahnarzt stets mit einem „sehr gut“ benotet, sofern ich meine Zähne regelmäßig zweimal 5 Minuten täglich behandelte.

Aber so ist das mit Studien und Forschungen. Jeden Tage, jeden Monat…andauernd wird eine neue Sau durchs Dorf getrieben und neue Ergebnisse als der neueste Schrei und die neueste Wahrheit unters Volk gebracht.

Lasst euch nicht verunsichern und sammelt eure eigenen Erfahrungen! Bei euch mag es anders sein als bei mir, aber verlasst euch auf euch selbst! Ihr wisst schon, was für euch gut ist, oder nicht?

Hiermit ist mein erster Beitrag in dieser neuen Rubrik beendet. Das war der Einstieg und bezog sich auf das Zähneputzen, das ja schließlich die Initialzündung für diese neue Rubrik gab. Nachdem dieser Punkt nun abgehandelt ist, komme ich demnächst in dieser Reihe auf die Gedanken zu sprechen, die mir so in den Kopf kommen während des Putzens!

Royal Cluster Fuck….

oder Murphys Gesetz hat mal wieder zugeschlagen! Jetzt habe ich gerade erst mal nachgeschaut, was Murphys Gesetz überhaupt besagt und fand die Aussage, dass alles, was schiefgehen kann, auch schiefgeht. Nun, das ist nicht ganz das, was ich hinter dem „Gesetz“ vermutete, trifft aber letztendlich doch einigermaßen die Realität, heißt, alles, was irgendwie schiefgehen konnte, ging in den letzten Wochen auch schief, auch und speziell das, woran man nicht gedacht hatte….

Wir ihr wisst, liefen der Heilungsprozess meines Fußes und die Renovierung meiner Wohnung fast parallel. Gerade eben dem Krankenhaus entsprungen und nach einer Woche von der „Fußlagerungsschiene“ in den „Unterschenkelwalker“ umgestiegen, bereitete mein Sohn sein Abendessen zu, d.h. er schob tiefgefrorene Pommes Frites in den Backofen (ich musste ihn wegen meiner Bewegungseinschränkungen in punkto Versorgung sich selbst überlassen). Kurze Zeit später breitete sich ein unangenehmer und von Rauchschwaden begleiteter Geruch von der Küche in die Wohnung aus. Wir eilten (er stürmte, ich humpelte) zu dem Ort des Geschehens…..was war los? Es rauchte und stank aus dem Backofen. Noch ehe wir der Lösung näher kamen, bestand der Rauchmelder im „Kinder“- oder Gästezimmer seine erste Funktionsprobe mit Bravour und brach los. Gott sei Dank erinnerte ich mich noch, wie man das Ding wieder ausstellt. Wäre mein Sohn nicht zugegen gewesen und auf einen Stuhl gestiegen, um besagten Rauchmelder wieder zum Schweigen zu bringen, so wäre wohl bald darauf die Feuerwehr angerückt oder ich wäre mit großer Wahrscheinlichkeit vom Stuhl gefallen und mit Tatütata wieder ins Krankenhaus befördert worden.

Alles noch mal gut gegangen. Naja, das mit der Feuerwehr. Wir hatten schnell die Küchentür geschlossen, damit der Rauch keinen weiteren Alarm auslösen konnte und standen jetzt wieder eingeräuchert vor dem Herd. Bevor ich selbigen abstellen konnte, hat er dies selbst erledigt! Tot, nix mehr…keine Pommes….kalte Küche….Ein Drama sozusagen.

Am nächsten Tag musste meine Freundin bzw. ihr Auto herhalten – ich besitze kein solches Gefährt als notorische Radfahrerin – und mit mir zum nächsten Elektrohändler zwecks Kauf eines neuen Herdes zu fahren. Die größere Hürde war zunächst die Treppe abwärts. Dann ins Auto steigen, wieder raus und ins Geschäft humpeln mit Unterschenkelwalker und eine Krücke links, eine Krücke rechts. Das verletzte Bein immer im 90° Grad Winkel zum Oberschenkel halten, ansonsten starke, stechende Schmerzen wegen Blutstaus im Fuß. Herd gekauft, alles gut…fürs erste. Wieder zurück. Die Treppe in den zweiten Stock rückwärts hoch gekrochen…..

Zwei Tage später Beginn der Bauarbeiten in unserer Wohnung. Alte Türen raus, neue Rahmen einsetzen…Wer noch nicht weiß, was das bedeutet, hätte es hier hautnah erleben können. Die ganze Wohnung in Staub gehüllt, jede Ritze, wirklich jede…Mein Sohn bekam prompt einen Asthmaanfall mit Besuch der Notaufnahme im Krankenhaus. Danach Umzug ins Hotel…Am selben Abend noch rief der T. an, und forderte mich auf, ins Badezimmer zu schauen, aber um Gottes Willen nicht die Wand rechts zu berühren. Die Fliesen hatten sich großflächig und unerklärlicherweise nach vorne in den Raum hinein gewölbt. Der am nächsten Tag zur Hilfe gerufene Fliesenleger bescheinigte, dass die Fliesen alle ab müssten. Ich hatte zwar vorgehabt, auch das Badezimmer irgendwann neu machen zu lassen, aber doch nicht gerade jetzt. Aber was sollte ich tun? Abhilfe musste geschaffen werden. Glücklicherweise gab mir der Fliesenleger eine Adresse mit einem Fliesenhandel, der ältere Marken aufkauft. Dort erstand ich 60 Fliesen – so viel werde ich brauchen – zu einem weit höheren Preis als den ursprünglichen. Es gab schon die Überlegung, das ganze Badezimmer neu zu verfliesen, aber in meinem derzeitigen Zustand war mir das dann doch zu viel. Jetzt werden im Januar erstmal die alten Fliesen ersetzt, wenn sie nicht vorher abfallen.

Nachdem der T. zunächst mit seinen Arbeiten fertig war, lag noch ein Wochenende dazwischen, bis die Maler anrückten. Ich hatte bis dahin die Wohnung jeden Tag von oben bis unten und bis in die letzte Ecke wieder und wieder vom Staub befreit, damit mein Sohn sich dort würde aufhalten können. Nicht nur das! Da auch die Fußleisten fehlten, strömte immer weiter Staub aus den „Wunden“ in der Wand, so dass ich in meiner Verzweiflung alles Plastik-Verpackungsmaterial, das ich über die Jahre gesammelt hatte, zusammensuchte und sämtliche Löcher entlang der fehlenden Fußleisten damit verklebte. Man stelle sich das vor, ich mit meinem Unterschenkelwalker auf dem Boden liegend und Plastik verklebend! Hat sich aber gelohnt, denn der Aufenthalt in der Wohnung war zumindest gesundheitsmäßig unproblematisch. Nicht hingegen ernährungstechnisch. Da die Küche mit Möbeln aus anderen Zimmer zugestellt war, beschlossen wir, uns ganz gegen unsere Gewohnheit per Internet mal was kommen zu lassen. Wir entschieden uns für Ente süß-sauer und Rindfleisch im Gemüsebett. Die Bestellbestätigung erreichte uns, nicht jedoch das Essen. Nach eineinhalb Stunden Wartezeit riefen wir dort an. Es meldete sich nur der Anrufbeantworter. Die zweite Bestellung bei einem Alternativlieferanten kam dann zwar nach einer weiteren halben Stunde an, nachdem wir schon halb verhungert waren, aber, nunja, wie man so schön sagt, der Hunger treibt’s rein. Das sagt wohl alles.

Das ereignete sich am Samstag. Am Sonntag gegen Abend verließ mein Sohn, ich erinnere mich nicht mehr genau warum, die Wohnung, um kurze Zeit später wieder vor der Tür zu stehen. Ich hörte, wie er den Schlüssel ins Schloss steckte und versuchte, umzuschließen. Nach mehrmaligen vergeblichen Versuchen beschuldigte er mich, dass ich die Tür von innen verschlossen hätte (dazu gibt es eine andere Geschichte, die sich auf sein Leben traumatisch ausgewirkt hat, daher seine etwas heftige Reaktion). In diesem Fall war ich unschuldig. Ich öffnete die Tür von innern und wir mussten feststellen, dass das Türschloss nicht mehr funktionierte. Wäre ich nicht zu Hause gewesen, hätten wir beide vor verschlossenen Türen gestanden. So konnten wir bis Montag warten mit dem Anruf des Schlüsseldienstes. Mit dem hatte ich früher schon mal Bekanntschaft gemacht, und ich, wie die meisten von euch wahrscheinlich auch, wusste, dass das nicht billig werden würde (Gott sei Dank ohne Sonntagszuschlag). So war es denn auch.

Ich will die zusätzlichen Ausgaben hier gar nicht alle aufführen….interessiert ja auch keinen außer mir.

Ich zog dann für zehn Tage in ein Apartment, während die Maler zu Gange waren. Ich war so froh, als ich selbiges aufschloss und es aufgeräumt und sauber war!!! Außerdem sehr praktisch gelegen an der Bushaltestelle, um schnell zu Hause nach dem Rechten sehen zu können.

Kaum angekommen, nahm ich die Kanne von der Kaffeemaschine, um Wasser einzufüllen. Der Deckel fiel in die Kanne und ich versuchte, ihn wieder heraus zu bugsieren. Er war nicht willig, also brauchte ich Gewalt – wohl ahnend, dass das nicht gut gehen würde. War dann auch so: die Kanne zerbrach. Am nächsten Tag meine Beichte an die Vermieterin. Sie nahm es gelassen!

Mein Sohn hatte vorher schon ein anderes kleines Apartment gemietet, damit wir uns nicht ständig auf der Pelle liegen würden. Dort konnte er aber nicht bleiben, da das Kopfkissen offensichtlich Federn enthielt, auf die er allergisch ist. Also mitten in der Nacht Umzug ins Hotel. Er hatte zur mir kommen wollen, aber ich hatte seinen Anruf nicht gehört. War auch gut so, denn es stellte sich am nächsten Tag heraus, dass auch die Kopfkissen in meinem Apartment Federn enthielten, und er dementsprechend vom Regen in die Traufe gekommen wäre. Die Vermieterin stellte uns sehr freundlich ein federfreies Kopfkissen zur Verfügung, so dass mein Sohn dann bei mir wohnte. Das hat dann gut geklappt. Wir brauchten dringend ein bisschen Ruhe. Die Renovierungsarbeiten gingen plangemäß voran. Da wir umdisponieren mussten von Streichen auf Tapezieren UND Streichen der Wände  aufgrund von Beschädigungen der Tapete bei der Entfernung der Fußleisten, müssen die Restarbeiten (Küche, Flur und Badezimmer) im Januar fortgesetzt werden. Aber dieses Ereignis konnte mich dann schon nicht mehr aufregen und wird unter der Kategorie – mit sowas muss man rechnen – verbucht.

Wenn man davon absieht, dass ich während meines Aufenthaltes in dem Apartment noch einen Teller zerbrach und eine halbvolle Salatölflasche zu Boden ging und ebenfalls zerbarst, nicht ohne eine erhebliche Öllache um sich herum zu verbreiten, lief in der Folge alles normal und geplant.

Nach zehn Tagen kehrten wir zurück in unsere Wohnung. Probleme bereiteten noch die Ausdünstungen der neuen Farbe, aber auch das haben wir hingekriegt….

Jetzt ist Weihnachten und die Wohnung wieder bewohnbar und halbwegs staubfrei! Und ich ….was soll ich sagen…bräuchte jetzt noch mal sagen wir zwei Wochen, um mich von all dem zu erholen.

Alles in allem: wo gehobelt wird, da fallen Späne. Hab ich gewusst , die Ausmasse derselben aber unterschätzt bzw Murphys Gesetz unterschätzt. Sonst hätte ich die Aktion wahrscheinlich nicht durchgezogen. Nun, jetzt ist alles gut und ich/wir sind froh, dass es erstmal vorbei ist. Mein T. meinte auch, dass wäre dann wahrscheinlich das letzte Mal, dass ich so was Großes machen würde in meinem Leben. Da war ich dann doch beleidigt, aber wenn man bedenkt, dass die Wohnung vor 20 Jahren das letzte Mal von Grund auf renoviert worden ist, als ich eingezogen bin, mag er wohl recht haben…

Jetzt habe ich dann auch endlich die Muße, mein Trauma durch das Niederschreiben zu bewältigen!

Zu guter Letzt: Ich habe die vorletzte Etappe meiner Heilung erreicht. Jetzt trage ich seit zwei Wochen einen Kompressionsstrumpf zur besseren Durchblutung und eine „Orthese“, die ich im Schuh tragen kann und die mir die Mobilisation meines Fußes erlaubt. Weiterhin stehen Lymphdrainage und Physiotherapie auf dem Plan, falls es jemanden interessiert, der eine ähnliche Operation plant. Acht Wochen sind inzwischen ins Land gegangen. Die vollständige Heilung wird noch einige Wochen dauern, aber das Schlimmste ist vorbei. Ouf.

In diesem Sinne: Noch ein geruhsames Weihnachstfest an alle meine LeserInnen!

Eure Claudia von Pech und Pannen

Indoor Agility

Heute ein ganz neues Thema, oder nein, oder doch…Seit einer Woche bin ich nun mit dem „Unterschenkelwalker“ (s. oben) ausgestattet und kann mich aufrecht durch die Wohnung bewegen. Humpelnd immer noch, da es eines Höhenausgleichs zwischen dem rechten, beschuhten und dem linken, unbeschuhten Fußes bedürfte, was wiederum eine größere aushäusige Aktion erforderlich machen würde, nach der mir immer noch nicht der Sinn steht.

Habe ich schon berichtet – nein habe ich glaube ich nicht – dass zeitgleich mit meiner Rekonvaleszenz bei uns zu Hause eine größere Renovierungsaktion stattfindet? Hat sich irgendwie so ergeben, und auch wenn mir zwischendurch immer wieder Zweifel kommen, ob es richtig war, beide Ereignisse zusammen zu legen, so nützt jetzt ja alles Jammern und Heulen nichts. Ich, mein Sohn und ich, stecken mitten drin und müssen da durch.

Heißt: Vergangene Woche Dienstag rückte der Tischler (T) an, um sämtliche Türen erstmal herauszureißen…………………………………………………………………………………………..

Von der Lärm- und Staubbelastung will ich hier gar nicht reden. Nachdem er erfolgreich alle alten Türen ausgebaut und die neuen Rahmen eingesetzt hatte, füllte er die Zwischenräume mit Kaltschaum (ist das die richtige Bezeichnung?) auf, die die Rahmen an das Mauerwerk binden sollen. Damit das alles richtig zusammen hält und die Rahmen keine Beulen schlagen durch den sich ausdehnenden Schaum, baute  T. zwischen jede Tür (5 an der Zahl) je zwei Spreizen (nicht Zwingen, wie anfänglich geschrieben, denn es soll ja nichts zusammen gehalten, sondern gespreizt werden, so viel Zeit muss sein) ein.

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Die Szene wurde ein paar Tage später nachgestellt am Beispiel der Tür vom Wohnzimmer zum Flur.

Die Spreizen mussten bis zum nächsten Morgen an dieser Stelle bleiben, bis der Schaum ausgehärtet war.

Nun dachte ich, dass ich auch diese Hürde mit links (ist ja auch mein heiles Bein) würde nehmen können, war ich doch im Überwinden von Hindernissen inzwischen einigermaßen geschult und erfinderisch. T. warnte uns, dass das kein Kinderspiel sei. Ich grinste innerlich. Bis, ja, bis es zum Praxistest kam: Ich musste vom Wohnzimmer ins Bad und hatte somit zwei Hindernisse zu überwinden. Das 1. – oben im Bild zu sehen – ging noch relativ einfach. Ich musste mich lediglich entscheiden, mit welchem Fuß in- oder exklusive Unterschenkelwalker ich die Stange zuerst überwinden wollte (ein Überspringen kam für mich nicht in Frage, aber auch mein Sohn musste mangels ausreichendem Anlauf von dieser Alternative Abstand nehmen). Also schlängelte ich mich zwischen beiden Stangen hindurch. Das Badezimmer hingegen war nicht so leicht zu erreichen, denn die Tür ist im Vergleich zum Wohnzimmer noch eine Ecke schmaler. Mein Sohn, sehr schlank von Natur, tat sich schwer. Ich schob es darauf, dass er größer ist als ich und ihm die gymnastischen Verrenkungen von daher schwerer fielen als mir. Im ersten Anlauf versuchte ich dann die Variante „unten durch kriechen“. Erinnerte mich irgendwie an die Grundausbildung beim Bund, die ich natürlich nicht persönlich miterleben durfte. Jetzt bekam ich eine konkrete Vorstellung davon. Am Ziel angekommen, verwarf ich aber auch diese Lösung bei der Vorstellung, denselben Weg noch mehrmals in der Nacht und schlaftrunken gehen bzw. kriechen zu müssen.

Dann blieb nur noch, meine Ehre zu retten und mich elegant zwischen beiden Stangen  hindurchzuwinden…..Elegant war jetzt was anderes, aber immerhin, ich gelangte ans heiß ersehnte Ziel meines Bedürfnisses, nicht ohne Panik, auf halben Wege stecken zu bleiben und vom meinem Sohn  wieder herausgezogen werden zu müssen.

Indoor Agilitiy Training für Gehbehinderte!

Begrenzung oder Entgrenzung

….war gerade dabei, einen Artikel zum Thema Begrenzung des Lebens zu schreiben, Gedanken, die entstanden sind im Hinblick auf meine aktuellen Erfahrungen mit gesundheitlicher Begrenzung….als ich den neuesten Artikel meines Sohnes las, in dem er beschreibt, wie lange er gebraucht hat, seinen ersten Blogbeitrag zu schreiben, weil er immer neue Ausreden fand, es nicht zu tun. Ein Mangel an (Selbst-)vertrauen? Inspiriert hat ihn ein gewisser Tony Robbins, der gesagt hat, dass er an einem bestimmten Punkt in seinem Leben, als er schon so viel gelernt hatte, erkannte, dass er nun alles würde lernen können. Und was immer du tust, eröffnet dir neue Wege und gibt dir das Vertrauen, auch zu gehen!

Nun bin ich an einem anderen Punkt in meinem Leben, wo es schon nicht mehr so sehr um die Frage des beruflichen Fortkommens oder um das Schmieden von Zukunftsplänen geht, sondern schon eher um die Rückschau und die Auseinandersetzung mit dem Abnehmen der Kräfte, um das Erkennen und Akzeptieren der Begrenzungen des Lebens.

Nichtsdestotrotz, und das ist der Gedanke, der dem Lesen des Artikels meines Sohnes entsprungen ist, ja, es ist wahr, du kannst in jedem Moment deines Lebens lernen und musst es sogar, wenn du nicht schon sterben willst, bevor das Leben zu Ende geht. Ich musste lernen, dass mein Körper mir nicht mehr uneingeschränkt gehorcht, dass ich andere Menschen um Hilfe bitten muss und kann, weil ich vieles aus eigener Kraft gerade nicht bewältigen kann, dass es Momente gibt, in denen die Welt da draußen an Bedeutung verliert, weil mein Körper gerade mit Heilung beschäftigt ist. Prozesse, die mir Angst machen, aber die auch neue Kräfte freigesetzt haben: Ich habe neue Strategien ersonnen, wie ich meinen Alltag mit den postoperativen Einschränkungen besser gestalten kann (siehe meine vorherigen Berichte) und war immer richtig stolz, wenn ich etwas für mich Neues gefunden hatte. Nicht nur stolz, ich habe auch über mich selbst gelacht! Ein probates Mittel, mit den merkwürdigsten Auswüchsen dieser Erfindungen umzugehen und sich selbst nicht ganz ernst zu nehmen.

Kurzum, mein Leben im Älter werden-Modus ist Begrenzung und Entgrenzung gleichzeitig: die Begrenzungen werden mir durch den biologischen Alterungsprozess auferlegt. Die Entgrenzung erfolgt in der Annahme dieser Begrenzungen und ihrer gleichzeitigen Aushebelung und Überlistung und deren humorvolle Akzeptanz.

Sicher, das gelingt mir nicht immer, aber als Grundhaltung durchaus auch heilsam: Es gibt immer noch etwas, was ich neu entdecken und probieren kann, und das Vertrauen in meine Fähigkeiten wächst mit jedem „getan haben“.

So auch dieser Artikel….Warum mache ich das? Weil mich dieses Thema bewegt. Weil es mir Freude macht, meine Gedanken zu teilen und weil ich mich freuen würde, wenn euch meine Gedanken auch ein wenig inspirieren würden.

Übrigens: Es war auch der Gedankenaustausch mit meinem Sohn, der mich bewogen hat, einen Blog zu schreiben. Vor einiger Zeit habe ich dann auch meine erstes Video gedreht. Ob noch mehr folgt, weiß der Himmel, aber ich hab’s gemacht. Und je öfter ich schreibe,  desto mehr wächst das Vertrauen in mich selbst.

Ihr merkt, nach den etwas trüben einbeinigen Tagen jetzt die Sonne wieder zu scheinen beginnt, nachdem ich seit gestern mit einem „Skischuh“ wieder aufrecht gehen kann und die Hundeperspektive verlassen durfte….War übrigens auch interessant, die Welt mal von unten zu betrachten…..naja, nicht wirklich.

Alles Gute für euch

Claudia

Vom Tal der Tränen zu vorsichtigem Optimismus

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Das kennzeichnet grob die Tage seit meiner Entlassung aus dem Krankenhaus. Ich war mit der Behandlung im Krankenhaus zufrieden, das will ich an dieser Stelle betonen. Sowohl die ärztliche, pflegerische als auch ernährungstechnische Versorgung war in Ordnung. Ein/zwei Ausfälle gibt es überall, also auch im Krankenhaus, wo man sich fragt, warum der- oder diejenige den Beruf ergriffen hat….

Zurück zu Hause begann ein auf und ab der Gefühle und Ereignisse. Der 1. Verbandswechsel beim zuständigen Orthopäden fiel positiv aus. Das 2. Mal geriet zur Tortur, da mein Kreislauf wie schon im Krankenhaus auf halbem Weg, genau gesagt von der 2. Etage im Erdgeschoss angekommen, den Dienst versagte und mich zur Umkehr zwang. So hockte ich da wie ein Häufchen Elend und wusste nicht, wie ich den Weg nach oben  bewerkstelligen sollte. Nach unten ging es gerade noch mit beiden Krücken in einer Hand, wie ich es gelernt hatte und dann Stufe für Stufe herunter gehoppelt. Aber auch diese Anstrengung war schon zu viel.

Da sind wir nun bei den verschiedenen Möglichkeiten der Fortbewegung angelangt, die ich im Laufe der Zeit entwickelt habe:

Treppe runter habe ich beschrieben. Treppe rauf, lt Physiotherapeut genauso zu bewerkstelligen wie runter, d.h. jeweils mit dem „gesunden“ Bein hoch hüpfen, war/ist für mich unmöglich. Für jüngere Menschen mag das gehen, bei mir nicht. Alternativlose Alternative: im dreibeinigen Krebsgang – so nannten wir das früher im Sportunterricht – rückwärts die Treppe hochkrebsen. Könnt ihr euch das vorstellen? Rückwärts auf die Treppe setzen, mit den Händen eine Stufe höher abdrücken und mit dem „Standbein“ nach oben schieben. Dabei noch die beiden Krücken irgendwie mitschlören. Und das bis in die zweite Etage. Das blieb auch meinen Nachbarn nicht verborgen und ich erntete ihr ungeteiltes Mitleid!

Nun, eine weitere Fortbewegungsform, die ich dann in der Wohnung praktizierte, wäre vielleicht auch noch eine andere Möglichkeit, würde aber die Anschaffung von Knieschonern erfordern: auf allen Vieren/Dreien vorwärts hinaufkrabbeln. Wie gesagt, nur mit Knieschutz.

Einschub: An dem betreffenden Tag trainierte ich aus den Erfahrungen im Krankenhaus heraus das Laufen auf den Krücken und gelangte mit letzter Kraft zum Arzt. Da ich zuvor angerufen und mitgeteilt hatte, dass mein erster Anlauf auf Grund einer Kreislaufschwäche fehlgeschlagen war, musste ich nicht allzu lange warten…Das Ergebnis war erstmal beunruhigend: Der Fuß war stark angeschwollen und die Haut an der Naht nässte an einer Stelle. Der Arzt verschrieb vorsichtshalber Antibiotika. Ich will es kurz machen: ich nahm sie nicht und ließ mich homöopathisch behandeln (ich hatte die Antibiotika aber zu Hause und hätte sie auch sofort eingenommen, wenn mein Zustand sich verschlechtert hätte; es stellte sich glücklicherweise ein paar Tage später heraus, dass ich auch keine Entzündung im Blut hatte). Eine weitere Folge war allerdings, dass die Fäden nicht wie vorgesehen gezogen werden konnten.

An diesem Tag war mir zum ersten Mal so richtig zum Heulen, während ich es bis dahin immer noch geschafft hatte, die Situation mit Humor zu nehmen. Das Gefühl, keine Kontrolle mehr über seinen Körper zu haben und die Segel streichen zu müssen, hat mich umgehauen.

Daneben perfektionierte ich kontinuierlich meine Techniken zur Alltagsbewältigung: Meistens – vor allem nachts – rutschte ich auf Knien auf einem gut gepolsterten Kissen zur Toilette. Tagsüber dann besser auf Krücken, um den Kreislauf in Schwung zu bringen. Wenn ich Sachen transportieren musste, wieder auf die Knie und die entsprechenden Gegenstände – den Tee oder das Frühstück vor mir her geschoben (letzter Einfall: die Gegenstände auf eine Zeitschrift stellen und schieben. Das Ganze funktioniert natürlich nur auf einem glatten Untergrund. Bessere Lösung: ein (Büro-) stuhl mit Rollen! Ein diesbezüglicher Versuch scheiterte bei mir, weil die Rollen für Laminat offensichtlich nicht geeignet sind. Als letzte Alternative dachte ich darüber nach, wie ich mich als Rollmops durch die Wohnung rollen könnte. Dazu ist es bis jetzt noch nicht gekommen.

Mein Sohn  konnte sich neben dem vordergründig geäußerten Mitleid für meine Situation regelmäßig das Lachen nicht verkneifen, wenn ich an seinem Zimmer vorbeirutschte, gänzlich brach er jedoch vor Lachen zusammen, als ich an einem dieser Tage auf allen Vieren angerutscht kam, meine „Tablett“ vor mir her schob und einen kleinen Rucksack auf dem Rücken trug, den ich an seinen angestammten Platz  an der Garderobe zurückbringen wollte. So eine Gemeinheit!

Daneben musste der Verband mehrmals täglich neu gewickelt und der Fuß gekühlt werden. Seit 2 Tagen ist die Wunde geheilt und auch mit Hilfe von Lymphdrainage geht die Schwellung nach und nach zurück…

Diejenigen von euch, die so etwas selbst schon  erlebt haben, werden nachfühlen können, wie es einem so geht. Die anderen haben vielleicht Anregungen bekommen, wie man sich durchschlagen kann, wenn man sich in einer ähnlichen Situation befindet.

Geduld und Erfindungsreichtum sind gefragt. Operationen sind keine Spaziergang, Entzündungen eine ernstzunehmende Angelegenheit.

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Eine gute Portion Humor hilft!!!!

Auf der Krankenstation – Teil 2

Tag 2 – 5 im Krankenhaus. Gemäß Fallpauschale sind für einen Eingriff wie den meinigen 4- 5 Tage angesetzt, die ich dann auch in Gänze ausschöpfte, heißt Vollpension, Rundumpflege und Blick ins Grüne. Ja tatsächlich, im Vergleich zu dem, was dann kam, waren diese Tage fast angenehm. Nun, abgesehen von dramatischen nächtlichen notdürftigen Ausflügen auf die Toilette (bis zu 7 an  der Zahl)  meinerseits, zurückzuführen auf ich weiß nicht was, jedenfalls jedesmal ein Abenteuer, sich mit nur einem Standbein (das Spielbein durfte – wie der Name schon sagt – nur spielen und keine tragende Rolle übernehmen) vom Bett in den Rollstuhl hieven, mit dem nun angewinkelten Standbein/ Winkelbein langsam vorwärts rollend bis zur Toilettentür – was sich hinter dieser Tür abgespielt hat, bleibt auch hinter dieser verschlossenen Tür – dann den ganzen Weg wieder zurück bis ins Bett, völlig ermattet. Ich muss gestehen, zwei Tage lang bediente ich mich des Bettgestells meiner Nachbarin, um mich daran entlang zu ziehen bis zur Toilette, bis sie mich – sie bemühte sich, höflich und gelassen zu sprechen, während es in ihr vermutlich brodelte – aufforderte, dies doch zu unterlassen, da sie jedesmal aus Angst vor einem beginnenden Erdbeben erwachte und nicht wieder in den Schlaf zurückfand. Ich war sofort einsichtig (tief in mir hatte ich schon eine Ahnung gehabt, dass mein Verhalten fehl am Platze war, muss die Bedenken aber ob der schnelleren Fortbewegung verdrängt haben) und baute die weiteren vorhandenen Möbel im Zimmer so um, dass sie mir als Ersatz für das Bettgestell dienten. P. hingegen pochte darauf, dass ein Fenster während des ganzen Tages und wenn möglich auch noch des nachts geöffnet blieb. Durch mein eigenes egoistisches Verhalten in die Zwickmühle geraten, erklärte ich mich damit einverstanden, das Fenster am Tage geöffnet zu lassen. Ich fand, dies war ein angemessener Ausgleich für meine nächtliche Ruhestörung, immerhin befinden wir uns schon im November…

Am 4. Tag wurden P. und ich auf die Entlassung vorbereitet durch einbeiniges Treppensteigen. Auf Krücken natürlich, aber Krücke ist nun mal Krücke und kein Bein, und eine alte Frau ist kein D-Zug mehr. Also verabschiedete sich mein Kreislauf kurzerhand und die ganze Aktion musste abgebrochen werden. Da ich ja am nächsten Tag in die Freiheit entlassen werden sollte, biss ich die Zähne zusammen und lief im Zimmer mehre Male hin und her… bis der Physiotherapeut es nochmal mit mir versuchte. Runter ging, rauf gar nicht. Dazu später mehr.

Der Physiotherapeut, ein junger Türke, kam „hemdsärmelig“ daher. P duzte er sofort – ja gut, sie ist ja auch ca 20 Jahre jünger als ich. Ich nahm es ihm nach einem Blick in den Spiegel nicht übel. Jedenfalls fuhr er mich nachmittags mit dem Rollstuhl bis zum Treppenabsatz, damit ich nicht soweit laufen musste und machte mich darauf aufmerksam, dass im Fußboden eine unebene Stelle sei (jemand hatte sie sehr unkoventionell mit einigen farbigen Strichen gekennzeichnet) und man vorsichtig darüber fahren müsste. Auf der ziemlich rasanten Rückfahrt hatte er seinen eigenen Hinweis wohl vergessen, der Rollstuhl stoppte abrupt an eben jener Stelle und ich entging so gerade eben noch einem salto mortale…Nochmal davon gekommen.

Tag 5: Frühstück, Visite, Packen…..Auschecken (nicht zu vergessen: heute traute ich mich, Pfleger H. zu fragen, ob er mir bei der Haarwäsche helfen könne. Kurze Zeit später kam er wieder…Er fragte noch, ob ich auch eine Dauerwelle wünschte, was ich gönnerhaft verneinte. War schön, sich diesen Moment verwöhnen zu lassen. Man gönnt sich ja sonst nichts.

Splitläsion der Peronaeus brevis Sehne – oder Bericht von der Krankenstation

So, liebe Leserinnen und Leser, da bin ich wieder…..und wie ihr lesen könnt, hatte mein Schweigen u.a. damit zu tun, dass meine Peronaeus brevis Sehne rechts wohl gemeint hatte, sich spalten zu müssen und ein chirurgisches Eingreifen erforderlich machte. Dieser Bericht ist also speziell, aber nicht ausschließlich, für Leidensgenossinnen und -genossen. Die o.g. Sehne zieht hinter dem Knöchel entlang und unterstützt u.a. beim Stehen auf den Zehenspitzen. Wenn sie ihren Dienst teilweise oder ganz einstellt, führt dies zu schmerzhaften Einschränkungen der Bewegungsfreiheit. Das zum Hintergrund.

Vor einer Woche unterzog ich mich also nach jahrenlangem Hin- und Her und wechselnden Diagnosen dem besagten Eingriff. Ich hatte noch Glück, dass die Sehne genäht werden konnte. Die vermuteten „freien Gelenkkörper“ wurden nicht aufgefunden und auch an den Bändenr und Sehnen auf der linken Gelenkseite mussten keine Reparaturarbeiten vorgenommen werden.

Donnerstag vor einer Woche musste ich mich zunächst in die P-Klinik zu den Aufnahmeformalitäten und -untersuchungen begeben. U.a. nahm mir Dr. M. Blut ab (ich begrüßte ihn ganz fröhlich, da wir schon vor wenigen Wochen das Vergnügen gehabt hatten anläßlich eines Tages der offenen Tür der besagten Klinik und er mir schon damals Blut abgenommen und meinen Blutdruck gemessen hatte. Damals machte ich auch gleich noch einen Test, um zu prüfen, ob ich noch alle Latten am Zaun habe und im Obergeschoss noch alle Lampen brennen, den ich mit Bravour bestand (wäre ich durchgefallen, wäre ich zweifelsohne für die Einweisung in die Psychiatrie reif gewesen angesichts der Aufgaben). Diesen Test konnten wir uns heute also ersparen. Ich taperte von Station zu Station, bis alle Daten aufgenommen und Voruntersuchungen absolviert waren und nach drei Stunden durfte ich wieder nach Hause…

Am folgenden Tag hatte ich mich um 7:00 Uhr morgens (ganz, ganz schlechte Zeit für mich und meinen Körper) wieder einzufinden. Am Tag zuvor hatte ich schon in Erfahrung gebracht, dass ich die letzte in der Reihe der zu Operierenden sein würde und ich bis mittags würde (nüchtern) warten müssen. War jetzt nicht so schlimm, denn ich konnte schon mein Zimmer/Bett beziehen zusammen  mit P. (alle auftretenden Namen wurden von der Redaktion geändert) , die ebenfalls operiert werden sollte. Circa 1 Stunde vor dem Eingriff bekam ich dann auch noch eine „Scheiß-egal“ – auf hochdeutsch Beruhigungstablette. so dass ich schon in tiefem Schlaf lag, als ich abgeholt wurde. Halbwegs wieder wach, wurde mir jeder einzelne Schritt vom Zimmer bis in den Operationssaal mündlich mitgeteilt. Herr Dr. T. setzte mir dann noch eine Maske aufs Gesicht und – schwupp – war ich weg. 3 1/2 Stunden später wachte ich langsam wieder auf und Dr. B. erklärte mir, was er gemacht hätte, meinte aber, dass ich das wohl nicht behalten würde. Ich konterte glasklar, dass ich alles abgespeichert hätte. Dann meinte ich noch, dass ich ihn mit Brille in Erinnerung hätte, was er jedoch kategorisch zurückwies.

Unter der Betäubung verlief die erste Nacht schmerz- und auch sonst komplikationslos…

Sei freundlich mit dir

Wenn du nicht mehr klar siehst

Kauf dir eine Brille und fahr nachts kein Auto

Wenn dein Ohr vor dem Lärm dicht macht

Such dir ein ruhiges Plätzchen in der Natur

Wenn du nachts nicht schlafen kannst

Trink ein Schlaf- und Nerventee oder frage deinen netten Hausarzt  oder Apotheker

Wenn die Arbeit nicht mehr so leicht von der Hand geht

Nimm dir nicht so viel vor und gönn dir zwischendurch eine Pause

Wenn der Rücken schmerzt

Such dir einen attraktiven Physiotherapeuten

Wenn du dich allein fühlst,

geh‘  auf andere zu

es gibt noch mehr von deiner Sorte

Wenn du mit dir und dem älter werden haderst

Wenn du dich störst an deinen Unzulänglichkeiten

Wenn du dich ärgerst über dich selbst

Lass es einfach sein

Es nützt nichts

Es hilft nichts

Es macht noch mehr graue Haare

Sei freundlich mit dir und allem, was zu dir gehört…..

2016-05-13-18-39-19

Reisetagebuch Borkum 2o16 – Abschied

Heute ist es soweit: Schon wieder ist einer von inzwischen so vielen Urlauben auf Borkum zu Ende. Aber dieses Mal ist es irgendwie anders. Ich habe mich entschlossen, meine Sicht auf Borkum an Euch weiterzugeben und Euch auch etwas darüber zu erzählen, was diese Insel für mich bedeutet. Es ist viel mehr als ein Urlaubsziel. Borkum hat mich in jeder Phase meines Lebens begleitet und jedes Mal konnte ich hier im wahrsten Sinne des Wortes aufatmen. Es ist auch mehr als das gute Klima. Dieser Ort tut mir gut, tut meiner Seele gut. Ich bin so nah am Universum, wenn abends die Sonne tiefrot im Meer versinkt, wenn ich schwimmend den Himmel über mir betrachte oder mein Blick über das Watt schweift.

Ich habe so viele Leute kennengelernt, die immer wieder hier hin zurückkehren. Wir sind in unseren Gesprächen nie so tiefgründig auf unsere jeweiligen Motive eingegangen, aber einig waren sich alle über die Besonderheit dieser Insel.

Jedes Jahr frage ich mich aufs Neue, ob es nicht Zeit für etwas Neues wäre – und nebenbei gesagt – habe ich mir natürlich auch schon andere Orte und Länder angesehen. Aber wenn ich Ruhe brauche, wenn ich mich erholen will von der Hektik des Alltags, dann bin ich hier am Besten aufgehoben!

Besonders war in diesem Jahr natürlich mein Ansinnen, ein Tagebuch zu schreiben. Vielleicht ist dies eine Art Abschluss, mal sehen, denn ich habe in die Beschreibungen (fast) alles hineingelegt, was ich auf dieser Insel erlebt habe, aber ich habe mich auch, wie ich gestehen muss, zum ersten Mal intensiv mit der Insel beschäftigt, um Euch Lust darauf zu machen, dorthin zu fahren….

Hier unten noch einmal ein paar Impressionen: Das Meer bei Flut, der zum Abend hin erleuchtete Musikpavillon, vor dem an diesem Abend sogar einige Paar das Tanzbein schwingen, ein wunderschöner Sonnenuntergang, den man mit der Kamera nicht festhalten kann, den Neuen Leuchtturm im Zentrum der Insel und die Bimmelbahn kurz vor meiner Abfahrt zum Hafen…

Ich hoffe, ihr habt ein wenig Freude daran gehabt, mir zu folgen.

 

Reisetagebuch Borkum – Tag 12- das Eis ist gebrochen

Heute ist Sonntag. Das Wetter ist trübe bis regnerisch. Also, was fange ich an. Es steht nichts Besonderes auf dem Programm. Am Frühstückstisch tut sich unerwartet eine Perspektive auf. Nachdem sich aus den allmorgendlichen Plaudereien bisher nichts in punkto näherem Kennenlernen ergeben hat, fragt die Frau aus Düsseldorf, ob jemand Lust hätte, heute mit in den Gottesdienst in der reformierten Kirche gehen möchte. Die Frau aus Wiesbaden, nach den bisherigen Äußerungen kulturell interssiert, bejaht die Frage und fragt ihrerseits noch einmal nach, ob noch jemand mitkommen möchte. Da ich nichts weiter vorhabe, schließe ich mich den beiden an, zumal ich die reformierte Kirche auch noch nicht kenne.

Man fühlt sich fast wie im Innern eines Schiffs mit der schrägen Holzkonstruktion des Daches und dem Segelschiff im Altarraum. Klar, Borkum war ja auch zuallererst mit Fischern und Walfängern besiedelt, die des göttlichen Schutzes mehr als bedurften.

Die Pastorin greift das Bild eines Jungen auf, das auch ich vor einigen Tagen in den Nachrichten über den Bildschirm habe flimmern sehen, und das mich bis zu Tränen (ge-) berührt hat. Der Junge war gerade noch aus einem zusammenstürzenden Haus in Aleppo gerettet worden, wie er da staubbedeckt und mit einem ungläubigen Blick, nicht verstehend, was passiert ist und das er noch lebt, in die Kamera schaut.

Die Pastorin appelliert an unsere Solidarität, an unsere Mitmenschlichkeit angesichts des sich dort gerade abspielenden Horrors auf. Wir sind schon so abgestumpft, aber auch hilflos…Aber wir müssen uns diese Bilder anschauen, wir dürfen nicht wegschauen.

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Nach dem Gottesdienst gehen wir noch zusammen in ein kleines, aber feines Kaffee am Alten Leuchtturm einen Tee trinken. Sehr gemütlich und gleichzeitig modern eingerichtet, nachdem dort früher jahrelang ein Fischimbiss gewesen war. Leider habe ich den Namen vergessen, was für einen Reiseführer natürlich unverzeihlich ist, aber ihr werdet schon hinfinden, wenn es soweit ist. Das Café sieht von außen etwas unscheinbar aus, ist aber wie gesagt sehr nett und es gibt leckere Kleinigkeiten und selbstgemachten Kuchen zu essen, den man auch draußen genießen kann. Wir kommen ins Plaudern über Gott und die Welt und das Eis scheint nach der Abtastphase  gebrochen. Leider ist mein Urlaub nun schon fast zu Ende.

Nachdem ich den verregneten Nachmittag in meinem Pensionszimmer verbracht habe, schwinge ich mich gegen abend wieder auf mein Fahrrad. Der Himmel klart auf und los gehts, zunächst wieder zum Kaffee Seeblick, wo ich die wärmende Sonne von außen und den heißen Milchkaffee von innen genieße. Dann weiter durch die Waterdelle, den Waldlehrpfad und dann irgenwie und irgendwann in der Süderstraße angekommen. Dort kehre ich in das  „Teehaus“ ein, dem ich meistens einmal im Urlaub einen Besuch abstatte, denn das Essen ist gut dort, wenn auch nicht gerade günstig.Heute habe ich wieder einmal Glück, denn ich bekomme noch einen Tisch, während die nächsten Anwärter auf einen freien Platz mit dem Hinweis auf eine fehlende Reservierung abgewiesen werden.

Auch mit diesem Ort verbindet sich eine ganz besondere Erinnerung, denn wir (mein damaliger noch ganz frischer Freund und späterer Mann) gingen 1974 (!) just an dem Tag dort essen, als sich Holland und Deutschland im Weltmeisterschaftsendspiel gegenüber standen und „wir“ mit 2:1 gewannen. Da war was los, denn zu der Zeit leiteten Holländer das Restaurant.

So habe ich aus diesem regnerischen Tag noch das Beste gemacht.