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Über claudia rachut

Mein Name ist Claudia Rachut. Es ist Zeit, meine Vorstellungsseite zu aktualisieren, denn seit der Entstehung dieses Blogs sind sage und schreibe 9 Jahre ins Land gegangen. 9 Jahre, in denen viel passiert ist, mittendrin mein Ausscheiden aus dem Berufsleben. In den Anfängen habe ich meine Gedanken und Geschichten eifrig mit euch geteilt. Dann ließ die Energie nach...und jetzt, mal schauen.. Ich denke, ich bin seitdem keine andere geworden. Also werde ich euch etwas erzählen, was ich erlebt habe, was mich bewegt. Ich werde mich nicht in politische Diskussionen einklinken. Das überlasse ich anderen oder behalte meinem Privatleben bzw. meiner analogen Öffentlichkeit vor. Ich freue mich, dich auf meinen Seiten begrüßen zu können. Vielleicht gefällt dir das eine oder andere, vielleicht denkst du beim Lesen... ahja, das kommt mir bekannt vor...oder du klinkst dich schnell wieder aus...wie heißt es so schön, alles kann, nichts muss? Eure Claudia

Cartes sur Tables – sehr bald 60

Fast ist es soweit…Ein neues Lebensjahrzehnt steht vor der Tür, wie ich bereits berichtet habe.

Eigentlich wollte ich mich heute abend in aller Ruhe hinsetzen, und diesen Beitrag  schreiben. Nun hat mein Computer unerwartete Mucken gemacht, und ich befürchte, dass ich meinen „Computerfritzen“ (er verzeihe mir diesen Begriff, er „betreut“ mich bzw. meine Computer schon seit Jahren und sehr zuverlässig. Namen werden hier nicht genannt) werde kommen lassen müssen (über diese grammatische Anordnung musste ich erstmal nachdenken), um Ordnung ins das Chaos zu bringen.

Aber dieser Beitrag muss heute noch raus!

Das Thema „älter werden“, oder muss ich jetzt schon sagen „alt werden“, beschäftigt mich schon länger, wie meine Leser wissen, und jetzt, angesichts der 6…noch einmal insbesondere.

In Gedanken habe ich versucht, die Haben und die Soll-Seite zu beleuchten, das ist nicht ganz korrekt, aber ihr versteht schon: was steht auf der Haben-Seite meines Lebens und dessen, was noch kommen kann, was steht eher auf der Verlust-Seite.

Ganz klar: ein Großteil meines Lebens ist bereits vergangen. Wieviel Rest noch bleibt, liegt nicht in meiner Hand.

Was in der Vergangenheit liegt, kann ich nicht mehr ändern, es nützt also auch nichts, ihr in irgendeiner Weise hinterher zu trauern. Das tue ich auch nicht. Vielleicht hätte ich das eine oder andere anders machen oder besser lassen können. Aber ich habe zu jedem Zeitpunkt in meinem Leben so gehandelt, wie ich es damals für richtig hielt und bewältigen konnte. Es gab sicher verpasste Chancen, aber wie gesagt, dem hinterher zu trauern bringt nichts. Bis auf mein eigenes Ende, das hoffentlich noch auf sich warten lässt, habe ich alle elementaren Ereignisse in einem Leben erlebt: Geburt, Liebe, Entlieben, ein Kind, den Tod anderer Menschen. Und dabei – soll ich sagen zum Glück – sind mir radikale Varianten der o.g. Ereignisse erspart geblieben. Es gibt die Aussage, dass dem Menschen nur so viel abverlangt wird, wie er /sie auch tragen kann. Ob man diese Aussage verallgemeinern kann und darf, weiß ich nicht und bezweifle ich auch angesichts des Elends so vieler Menschen. Für mich trifft sie aber zu. Es waren zeitweise schwere Zeiten, aber ich konnte sie – auch mit der Hilfe anderer Menschen – überwinden und bin im Nachhinein dankbar für alle Erfahrungen.

Wenn auf der Verlustseite tatsächlich Verluste stehen, die weh getan haben, wie der  von Freundschaft, des Partners oder der Eltern, so stehen demgegenüber auf der Haben-Seite die Erfahrungen, dass man auch mit schweren Ereignissen fertig werden und  an ihnen wachsen kann (manch einer wird an dieser Stelle wahrscheinlich heftig widersprechen). So bin ich dankbar dafür, dass ich meinen (Ex) Mann bis zu seinem letzten Atemzug begleiten durfte und dass ich mit meiner Mutter in ihrem letzten Lebensjahr noch mal eine ganz intensive Zeit erlebt habe.

Ich vermisse sie immer noch schmerzlich, meine Mutter, und ich merke, wie sehr ich ihr ähnlicher werde, nicht zuletzt in den Alterserscheinungen, die ich von ihr kenne und die ich nun z.T. an mir selbst wahrnehme. Das beruhigt mich nun wieder nicht.

Die Erlebnisse mit meinem schwerkranken Mann und meiner Mutter waren Prüfungen für mich, ich verbuche sie auf beiden Seiten, dem Verlust und dem Schweren in meinem Leben und dem Haben als Erfahrungsschatz und Dankbarkeit. Ich bin dankbar, dass ich die damit verbundenen Herausforderungen angenommen habe.

Mein berufliches Leben hat sich anders entwickelt, als ich es als junge Frau geplant hatte, aber das ist heutzutage ja eher die Regel als die Ausnahme. Als ich mein Studium Mitte der 1980er Jahre beendet hatte, fand ich während dieser Zeit der „Lehrerschwemme“ keine Anstellung. Ich bekam dann überraschend das Angebot, als Schwangerschaftsvertretung zu arbeiten. Bis dahin hatten wir mit der Familienplanung noch gewartet, aber da es keine Aussicht auf Weiterbeschäftigung gab, wurden „wir“ schwanger, das größte Geschenk in meinem Leben. Ganz klar „Haben-Seite“.

Beruflich hatte ich das grosse Glück, nach einer Umschulung – als Lehrer ist man ja auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt kaum vermittelbar zumal mit den Fächern Sport und Französisch – eine Stelle bei terre des hommes zu finden und dort in Afrikareferat wenigstens noch meine Sprachkenntnisse sinnvoll einsetzen zu können. Ich fühle mich immer noch gut aufgehoben und kann mich mit meiner Arbeit identifizieren. Also auch Haben-Seite. Aber auch dieser Lebensabschnitt geht in nicht allzu langer Zeit zu Ende. Ein weiterer Verlust auch an Identität und dem Gefühl, etwas Nützliches für sich und die Gesellschaft zu tun. Aber darüber will ich heute noch nicht nachdenken. Es müssen auch noch Themen übrig bleiben!

Mein/unser Sohn litt fast von Geburt an unter Neurodermitis und später und bis heute unter Asthma. Auch das war ganz und gar nicht einfach, für beide Seiten nicht. Dazu kam noch die Trennung von meinem Mann, die ich mir lange nicht zutraute. Ich musste den Schritt letztlich gehen, sonst wäre ich daran vermutlich zugrunde gegangen. Wie ich oben geschrieben habe, wurde mein Mann viele Jahre später sehr krank und ich stand vor der Entscheidung, ob ich die Betreuung für ihn übernehmen würde oder nicht. Es gab viele innere Kämpfe, viele Menschen rieten mir, es nicht zu tun, aber letztlich muss es wohl eine innere Stimme gewesen sein, die mich dazu aufforderte, es zu tun. Und es war richtig! So konnte ich mich von ihm verabschieden ohne jeden Groll im Herzen und ich hoffe, er konnte es auch. Leider konnte er es mir nicht mehr sagen. D.h. einmal sagte er zu mir, er wisse, was ich alles für ihn täte.

Es gibt keine Patentrezepte im Leben. Für andere getrennte Paare mag dieser Weg unmöglich sein. Für mich war es eine Art Aussöhnung. Und für meinen Sohn, der mich in keiner Weise unter Druck setzte, so zu handeln, war es sicher auch wichtig und eine Erleichterung. Denn wie hatte er unter der Trennung und den Streitereien gelitten!

Eigentlich wollte ich gar nicht meine ganze Lebensgeschichte wieder aufrollen, aber nun ist es so gekommen, und dann war/ist es wohl auch richtig. Wie gesagt, dass sind meine ganz persönlichen Erfahrungen.

Zurück zur Jetztzeit. Nachdem meine Mutter (es ist jetzt gerade zwei Jahre her) verstorben war, dachte ich: nunja, jetzt hast du die Gelegenheit, noch einmal durchzustarten und auszuloten, was das Leben noch zu bieten hat. Zunächst musste ich natürlich den Tod meiner Mutter verarbeiten und mich von den Strapazen erholen. Ein Jahr später begann ich dann mit diesem Blog, der auch zu meiner Aufbruchstimmung gehörte und auch den Gesprächen mit meinem Sohn geschuldet ist, der mich ermutigte, mit dem Schreiben anzufangen. Auf der Haben-Seite.

Auf den Verlust-Seite die Erkenntnis, dass der Alterungsprozess fortschreitet, sowohl physisch als auch psychisch. Ständige Muskelschmerzen, abnehmende Muskelkraft, Schlafstörungen etc. etc. Verlustseite. Die psychische/mentale Seite will ich nicht ausklammern, das Vergessen von Namen insbesondere, das Vergessen von Dingen, die ich gerade oder vorhin getan habe…Sorge, ob das altersbedingt ist oder was anderes dahinter steckt. Schamgefühl, darüber zu reden, denn wie fassen die Mitmenschen das auf? Ich kann eigentlich schwer etwas für mich behalten, aber manchmal ist es vernünftiger zu schweigen. Allerdings habe ich immer wieder festgestellt, dass es anderen Menschen in meinem Alter genauso geht wie mir, und dass sie, wenn ich von meiner Vergesslichkeit gesprochen haben, sagten: Gott sei Dank, dass es nicht nur mir so geht! Sie waren wie ich froh zu hören, dass es „normal“ ist im Alterungsprozess. Trotzdem macht es Angst, ganz klar. Die Frage, wie lange kann ich das Tempo in meinem Beruf noch mitgehen? Verlustängste!

Die Erkenntnis, dass die Welt immer komplizierter wird und dass man bestimmte Dinge einfach nicht mehr versteht. So die ganze Computerwelt. Ich arbeite natürlich am Computer, aber wenn es z.B. um die Einrichtung eines neuen Handys geht, dann streiche ich die Segel und rufe meinen Sohn zu Hilfe. Nun, Gebrauchsanleitungen zu lesen war noch nie mein Ding, und das wird auch nicht besser. Verlust-Seite.

Im Bus macht man mir jetzt schon mal Platz. Inzwischen habe ich mich daran gewöhnt und kann es auch annehmen.

Annehmen heißt das Gebot der Stunde. Habe ich auch schon häufiger mal erwähnt. Alles andere macht keinen Sinn. Ich kann doch nichts ändern. Ich kann versuchen, mich auf verschiedene Weise fit zu halten und das Leben trotz allem positiv zu sehen.

Ist vielleicht was dran, dass, wenn ich dem Leben positiv begegne, es auch freundlich zu mir ist. Auf jeden Fall stimmt es doch, dass ich mit einer freundlichen Ausstrahlung eher positive Reaktionen bekomme, als wenn ich mit Leidensmine durch das Leben gehe.

Ich bin gerade in einer Aufräumphase, innerlich wie äußerlich, sagen wir, im Moment geht es noch um das äußerliche Großreinemachen: ich habe – wie ihr wisst – meine Wohnung renoviert – jetzt bin ich damit fast fertig. Gleichzeitig war das die Gelegenheit, mich von allem Überflüssigem in meinen Schränken zu trennen. Vielleicht auch Anlass, mich von Überflüssigem in meinem Leben zu trennen, Balast abzuwerfen.Kürzlich habe ich eine – wenn auch lose – Freundschaft gekündigt, nachdem die Person jahrelang nichts von sich hatte hören lassen und dann plötzlich den Kontakt wieder aufnehmen wollte. Manchmal muss man sich auch von Menschen trennen. Und je älter man wird, desto eher erkennt man, was eine Freundschaft wert ist, was sie einem bedeutet oder eben auch nicht. Oder was einem nicht mehr guttut. Dann sollte man sich davon trennen und sich andere, tragfähige Beziehungen suchen. Verlust und Chance zu Neuem.

Es wird von einem aktiven in-der-Welt-sein immer mehr zu einem auf-die-Welt -schauen. Nunja, ganz so weit bin ich noch nicht, aber das ist die Richtung. Ich entrüste mich immer noch über Ungerechtigkeiten, Unaufrichtigkeit, Lügen, Betrügen…. im täglichen Umgang als auch im Großen (politisch). Was mir nicht weiter hilft, ist diese Kultur  des Hassens und Zurückhassens. Auf die Schiene will ich nicht. Denn Hass zerstört mich und ändert den, den ich meine hassen zu müssen, auch nicht.

Vielleicht ist das mein „Problem“. Ich muss bei allen kontroversen Auseinandersetzungen auf allen Ebenen immer beide Seiten betrachten und meistens ist es so, dass es für beide Seiten ein für und wider gibt. Selbst bei Donald Trump gibt es Ansätze, bei denen man sagen könnte: mal abwarten, vielleicht ergeben sich daraus positive Entwicklungen, so aus einer eventuellen Annäherung mit Putin und einer Übereinkunft in punkto Syrien. Also, insgesamt macht es mir meine Haltung oft nicht leicht, klar Stellung zu beziehen. Aber Unrecht ist Unrecht, und da gibt es für mich auch keine Zweifel. Nur, wer bestimmt, was Unrecht ist? Soll ich diese Fähigkeit, mich jeweils mit konkurrierenden Auffassungen auseinanderzusetzen, als Vor- oder Nachteil werten. Ich verbuche es auf der Haben-Seite, denn es macht die Verständigung mit Menschen leichter.

Dazu noch ein Zitat aus einem Buch von Fulbert Steffensky (Heimathöhle Religion), das ich vor einiger Zeit rezensiert habe:

Er spricht hier über die verschiedenen Konfessionen, aber das Beispiel lässt sich auf alle menschlichen Konflikte übertragen:

„Man könnte vielmehr die Kunst lernen, bei anderen Entwürfen der alten Nachricht und bei den anderen Gruppen Wahrheit zu vermuten. Man könnte zumindest lernen, ihre Entwürfe und Standpunkte zu verstehen. Wir finden in unseren Kirchen nicht selten eine Art von religiösem Autismus , der auf der eigenen Glaubenskonzeption besteht und nicht fähig ist, den Geist und die Logik anderer Konzeptionen wahrzunehmen. Wenn wir unfähig sind, die Logik der anderen Erzählung zu hören, hält sich jede Gruppe für allein seligmachend und kommt nicht heraus aus der Verachtung und der Angst vor der anderen“. (S. 142).

Habe ich jetzt schon alles gesagt? Bestimmt nicht. Ich wollte euch einen Einblick in mein Lebensgefühl geben. Was die ganze äußere Situation auf der Welt gegenwärtig angeht, darüber habe ich schon öfter geschrieben und dass sie mir Angst macht, auch um unserer Kinder willen. Aber ich kann auch nicht jeden Tag mit Angst im Herzen beginnen. Seine Meinung sagen, wo es notwenig ist, etwas tun, wo man es kann.

Und, wie geht es euch, die ihr in einem ähnlichen Alter seid wie ich? Oder was denken die Jüngeren über meine Sicht auf das Leben?

So, und in den nächsten Tagen steht erstmal feiern auf dem Programm, allem Alter zum Trotz!

Eure Claudia

PS: ich mache sonst bestimmt keine Werbung für irgendetwas, aber an dieser Stelle erlaube ich es mir, noch einmal auf meine Spendenaktion zugunsten von terre des hommes Deutschland e.V. hinzuweisen, über die ich in meinem Beitrag „Zwei Jubiläen auf einmal“  bereits berichtet habe.

Ich habe hier einen Link

http://rtlnord.de/nachrichten/kinderhilfswerk-terres-des-hommes-geht-gegen-kinderarbeit-in-indien-vor.html

für euch. In der Sendung  erfahrt ihr, was wir aktuell z. B. in Indien tun. Es ist nur ein Beispiel, aber ich denke, es gibt euch schon einen Eindruck von unserer Arbeit. Wenn ihr etwas auf das von mir bei terre des hommes extra eingerichtete Konto überweisen möchtet, ist hier noch einmal die Kontoverbindung. Hoffentlich verschrecke ich euch damit nicht. Es ist mir – wie man so schön sagt – eine Herzensangelegenheit, weil ich schon so lange bei terre des hommes arbeiten darf und für die Sache stehe, die wir vertreten:

terre des hommes Deutschland e.V.

IBAN: DE66 2655 0105 0000 2266 62

BIC: NOLADE22XXX

Stichwort: „60. Geburtstag Claudia“

Puschen statt Fußfesseln

Gestern sah ich einen Bericht im Fernsehen, demzufolge in Großbritannien an Grundschulen Studien laufen, welche Auswirkungen das Tragen von Puschen statt Schuhen im Unterricht haben. Und tatsächlich: es scheint sich zu bestätigen, dass die Schüler ruhiger, entspannter und weniger agressiv sind und sogar besser lernen, weil sie sich in Puschen wohler fühlen.

Da habe ich mir gedacht, das könnte doch auch eine Maßnahme für das Ruhigstellen von ansonsten in Springerstiefeln oder ähnlich martialischem Schuhwerk herumlaufenden Menschen sein. Allein bei diesem Bild im Kopf bricht die vorgebliche Stärke der betreffenden Person vor meinen Augen in sich zusammen.

Also: Puschen statt Fußfesseln!!!

Das Leiden an der Politik…

„Sie haben einen Eindruck von der Sprache bekommen“…mit diesem Satz kommentierte ein Vertreter der Bundesagentur für Arbeit, ich glaube es war in Thüringen, die Feststellung, dass nur ein Bruchteil der anfangs an Deutschkursen teilnehmenden Flüchtlinge den Kurs auch beendet hätten. In der Sendung „Fakt“ wurde dargestellt, dass erstens zweckentfremdet 300 Millionen Euro aus dem Etat der Bundesanstalt für Arbeit für diese Maßnahme bezahlt worden seien, da es sich um eine gesamtgesellschafliche und damit aus Steuergeldern zu finanzierende Aufgabe gehandelt hätte und, was mich noch viel mehr schockiert hat, dass irgendwelche Träger ohne jeden Kompetenznachweis die Kurse durchführen durften und offensichtlich kein Interesse bestand, die Effektivität dieser Kurse auch nachzuprüfen.

Wie gesagt, „Sie (die Teilnehmer) haben einen Eindruck von der Sprache bekommen“ und damit sei das Projekt erfolgreich gewesen.  Hallo?

300 Millionen, damit die Flüchtlinge einen Eindruck von der Sprache bekommen?

Wieviel Geld wird sonst noch so ausgegeben, ohne das sich jemand darum kümmert, ob die Gelder auch zweckgemäß und erfolgreich eingesetzt werden?

An diesem Thema macht sich mal wieder mein Unbehagen und sicherlich auch das vieler Mitbürger fest, dass „die Politik“ Maßnahmen beschließt und deren Umsetzung später nur halbherzig oder gar nicht oder mangels Kompetenz nicht richtig überprüft. Das ist der erste Punkt und der zweite, dass hinterher immer noch behauptet wird, entweder man sei nicht informiert worden oder es war doch alles ein Erfolg. Nach einer Wahlniederlage hat auch nie jemand wirklich verloren.

Also die Tendenz, sich nicht mit seinen eigenen Fehlern und Versäumnissen auseinander zu setzen, sie zu leugnen und die Öffentlichkeit zu belügen. Das verursacht meine Politikverdrossenheit. Kein Wunder, wenn das Vertrauen in die Politik immer mehr abnimmt. Es sind nicht unbedingt die Versäumnisse oder Fehler, aber es ist ein Mangel an Ehrlichkeit, diese Fehler einzugestehen, an Transparenz und dem Willen, den eingeschlagenen Kurs zu ändern.

Was die Flüchtlinge angeht, noch eins oder …Wer fragt denn mal nach, warum sie die Kurse nicht bis zum Ende besuchen? Erstens finde ich schon, dass die Teilnahme verpflichtend sein muss. Zweitens kann man nicht mal einfach so deutsch unterrichten. Dazu bedarf es gerade mit Menschen aus anderen Kulturkreisen sicher einer hohen sowohl fachlichen als auch sozialen Kompetenz! Und außerdem muss ein Kursleiter auch seinen eigenen Kurs evaluieren und gemeinsam mit der ihn beschäftigenden Institution herausfinden, warum die Teilnehmer nicht mehr kommen.

Man stelle sich vor, man sitzt selbst in irgendeinem arabischen Land und soll arabisch lernen. Ich kann mir das gar nicht vorstellen!

Wenn die Politiker ihre Glaubwürdigkeit wieder herstellen wollen, dann reichen Lippenbekenntnisse, dass man wissen will, was die Leute denken, nicht aus. Dann müssen sie mit sich selbst und ihrer Politik ehrlich umgehen und sich an die so vielbeschworenen Werte der Demokratie halten, zu denen meiner Meinung auch gehört, sich für das zu verantworten, was man tut.

Zum Abschluss doch noch die Bemerkung, dass ich nicht alle Politiker über einen Kamm scheren will. Es gibt sicher viele, oder die meisten, die ihr Amt mit sehr viel Engagement ausfüllen. Die Welt ist so komplex geworden, dass es doch uns allen nicht leicht fällt, noch den Überblick zu behalten und Lösungen für die vielen Probleme, einschließlich der hohen Zuwanderung durch Flüchtlinge, zu finden, und dass es sicher oft um Suchbvewegungen nach dem richtigen oder besten Weg handelt. Wie gesagt, es kann oft nur ein Trial and Error sein, aber dann bitte auch den Error eingestehen und weiter suchen!

Ich  sage das einfach mal so, auch wenn es naiv ist!

Unschuld verloren…

Ich weiß nicht, ob es das trifft, was mir in letzter Zeit häufig durch den Kopf gegangen ist….

Unschuld verloren heißt, die Sache, nein das Leben, auch immer vom Ende her zu denken, denken zu müssen, nicht mehr unschuldig und unbedarft in die Zukunft sehen zu können, das ist es! Wissen, dass die eigene Zeit begrenzt ist, dass die Möglichkeiten sich verengen, das Abschied nehmen vor den Neuanfang tritt. Abschied nehmen von Menschen, von den eigenen Fähigkeiten, von Plänen, die man mal hatte, von Wünschen, die sich nicht mehr realisieren lassen.

Die allgemeine weltpolitische Lage tut ihr Übriges. Sie macht mir Angst. Ich kann es nicht verhehlen. Was passiert da gerade eigentlich. Was ist in die Menschen, oder in viele Menschen gefahren, dass die Agressivität so zunimmt. Was bedeutet Menschsein noch? Haben wir es noch verdient, auf diesem Erdball herumzulaufen, wenn wir uns gegenseitig bekriegen und unsere Umwelt zerstören und für unsere Nachkommen unbewohnbar machen? Wenn allerorten Menschen ausgebeutet, versklavt, ermordert werden für den schnöden Mammon, für die Macht der wenigen über die vielen. War das jemals anders? Wahrscheinlich nicht, nur das meine Generation erst jetzt damit konfrontiert wird in aller Härte. Wie ist es unseren Eltern ergangen?

Das hört sich alles sehr pessimistisch an und ich versuche, nein ich muss manche dieser Fragen auch ganz gehörig verdrängen, wenn ich nicht depressiv werden will. Manche Freundinnen haben mir gesagt, dass sie die Nachrichten schon nicht mehr ertragen. Und es ist auch wahr: wir haben zu zigtausenden gegen TTIPP demonstriert, und wer geht gegen den Krieg in Syrien auf die Straße? Gerade gestern habe ich im Fernsehen gesehen, dass sich eine relativ kleine Gruppe von Menschen auf den Weg nach Syrien gemacht hat, um in einem Schweigemarsch und ohne lautes Getöse für einen Frieden in Syrien zu demonstrieren.

Welche Konsequenzen ziehe ich persönlich für mich?

Was mein eigenes Leben angeht, so versuche ich, mich im Gleichgewicht zu halten zwischen der Anerkennung und dem Annehmen des Älterwerdens mit all seinen Konsequenzen und einer positiven Grundhaltung zum Leben und dem Ausnutzen und Erkunden all dessen, was ich noch kann oder erst jetzt kann. Denn ich verfüge ja inzwischen über ein gerüttet Maß an Lebenserfahrung, die ich in die Wagschale werfen und z.B. an meinen Sohn weiter geben kann. Ich kann Dinge und Menschen besser einschätzen und ich kann mich besser abgrenzen und meine Position deutlich machen. Darum habe ich lange gekämpft und lange gebraucht, bis ich an diesem Punkt angekommen bin. Nicht, das ich schon am Ende wäre mit meiner Entwicklung!

Und ich nehme mir mehr Zeit für Menschen, die vielleicht gerade ein offenes Ohr brauchen. Gestern kam ich mit einem 79jährigen Mann ins Gespräch, der mit seinem Elektrofahrzeug auf dem Bürgersteig fuhr und dem ich Platz machte, als ich mein Fahrrad vor der Tür abstellte. Er hatte wohl das Bedürfnis, sich zu unterhalten und erzählte mir aus seinem Leben. Oft erwische ich mich, dass ich meine, keine Zeit zu haben. Jetzt versuche ich, mich auf Menschen einzulassen. Davon profitiere auch ich. Er brachte mich zum Lachen, als er erzählte, dass er 10 Jahre verheiratet gewesen sei. Eines Tages kam er von Montage nach Hause und fand seine Frau….in ihrem gemeinsamen Bett mit einem Freund vor. Der Klassiker. Er „entließ“ sie sofort. In dem nur 8 Minuten lang dauernden Scheidungsverfahren, sagte er zu dem Richter, der meinte, sie müssten doch das Trennungsjahr einhalten, er könne seine Frau gerne haben, wenn er sie wolle!

Was mein Leben reicher macht, um mit einer Rubrik aus der „Zeit“ zu sprechen, sind die Begegnungen mit anderen Menschen in allen Lebenslagen, Menschen, mit denen ich fröhlich sein kann und bin, Menschen, die ich vielleicht trösten oder ein Zuhörer sein kann. Und ich meide konsequent Menschen, die mir nicht gut tun.Mein Sohn zeigt mir immer wieder, wie einfach es im Grund ist, mit anderen Menschen in Kontakt zu kommen und wie die meisten Menschen positiv reagieren, wenn man sie anspricht. Freundlichkeit, Aufmerksamkeit, Respekt öffnen so viele Türen. Wenn ich die Welt auch nicht im Großen ändern kann, so kann ich ihr vielleicht doch im Kleinen ein anderes Gesicht geben. Und ich meide konsequent Menschen, die mir nicht gut tun.

Ja, ich habe insofern meine Unschuld verloren, als ich erwachsen bin und die Verantwortung trage für alles, was ich tue und sage. Ich habe meine Unschuld verloren, weil ich weiß, wie der Hase läuft, um meine Begrenzheit weiß und gerade in dieser Begrenztheit neuen Sinn finden kann und muss.

Ich habe meine jugendliche Sorglosigkeit verloren, ja diese Sorglosigkeit, dieses auch in den Tag hinein leben, habe ich verloren, sie fehlt mir manchmal!

Aber nichtsdestotrotz: ich lebe, ich freue mich am Leben und lache, wann immer es geht, gerne auch über mich selbst!

Vielleicht hat der eine oder andere Lust, seine Meinung dazu zu äußern!

Bis dahin

Gute Nacht

Seit einem Jahr Bloggerin

Morgen vor einem Jahr habe ich mit dem Bloggen begonnen. Zeit, Rückschau zu halten…..In meinem ersten Beitrag mit dem Titel „Jetzt geht es los“ war ich in Aufbruchstimmung. Seit drei Monaten nahm ich an einem Salsa-Tanzkurs teil, war voller Begeisterung und habe darüber nachgedacht, was ich sonst noch so alles in Zukunft ausprobieren wollte, so lange es noch geht.

Ein Jahr ist vergangen, 75 Beiträge geschrieben, aus meinem Leben, den lustigen und traurigen Momenten, mehr oder weniger wichtigen Gedankengängen, die ich meinte, euch mitteilen zu wollen. Über das älter werden, die Zeit im allgemeinen und speziellen, über persönliche Begebenheiten. Ich finde das für mich schon eine Leistung, ein Jahr durchgehalten zu haben. Nun wurde mir immer gesagt, es ist wichtig, für ein Thema zu stehen, mit dem die Leser mich in Verbindung bringen, wie z.B. das Älterwerden, aber ich glaube, das ist es nicht für mich. Ich schreibe über das, was mich bewegt und andere vielleicht auch. Dabei werde ich wahrscheinlich auch bleiben, denn das bin ich und das ist mein Blog, worüber sollte ich sonst auch schreiben. Inzwischen habe ich, glaube ich, meine besondere Art zu schreiben gefunden, mal nachdenklich und auch ziemlich traurig, mal lustig. Meine letzten Beiträge rund um meine Fußoperation waren dabei mal das eine und mal das andere. Habe ich geschrieben, dass mir in den ersten Tagen zu Hause öfter mal zum Heulen war, als ich rückwärts die Treppe  hochkriechen und ich einmal  das Taxi zum Arzt wieder wegschicken musste, weil mein Kreislauf versagte. Nein, aber jetzt kann ich es ja zugeben. War nicht einfach diese Erfahrung der Hilflosigkeit. Am besten hilft dann das Lachen über sich selbst und die Situation!

Jetzt ist wieder (fast) alles gut. Ich kann seit Donnerstag wieder ohne Hilfsmittel laufen. Der Arzt hat mir versichert, dass alles in Ordnung ist, der Rest ist Geduld. Heute abend gehe ich das erste Mal nach 12 Wochen (!) wieder zu meinem Pilates-Kurs. Das wird hart!

Seit zwei Wochen arbeite ich auch wieder, d.h. das Leben hat mich wieder, das „normale“ Leben. Soll man sich immer wieder bewusst machen, wie wenig selbstverständlich das Leben ist. War auch froh, meine KollegInnen wieder zu treffen und zu hören, dass sie froh, sind, dass ich wieder da bin.

Ja, was ist passiert in dem letzten Jahr. Das Tanzen hat sich inzwischen erledigt (ich habe den Gedanken, noch mal anzufangen, noch nicht ganz aufgegeben, aber es hat eine sehr unschöne Situation gegeben, die ich hier nicht ausbreiten möchte, die mich dazu veranlasst hat, den Kurs zu verlassen). Er ist dann kurz darauf sowiewo auseinandergebrochen. Das war keine schöne Erfahrung, aber ich mache nur noch das, was mir auch Spaß macht!

Dafür lerne ich immer noch Spanisch (darüber habe ich noch nicht geschrieben, oder?) War mir schon lange ein Anliegen, damit ich endlich auch mit unseren KollegInnen aus Lateinamerika ein bisschen Konversation betreiben kann. Und das kann ich jetzt…und daran arbeite ich weiter. Unser Lehrerin ist „knallhart“. Am Mittwoch schreiben wir einen Abschlusstest. Eigentlich müsste ich jetzt meine Hausaufgaben machen – hahaha- Bin ich in der Schule?

Ja, und zwei große Aktionen habe ich in diesem Jahr hinter mich gebracht: Die Fuß-OP, die schon lange auf dem Plan stand, zu der ich mich aber jahrelang (tatsächlich) nicht durchringen konnte, und die Grundrenovierung meiner Wohnung. Ich habe euch daran teilhaben lassen. Irgendwohin musste ich ja mit meinen Erlebnissen! Als Bilanz finde ich gar nicht schlecht!

Und der Blog, ja er existiert noch, und ich habe immer noch Spaß daran! Ist irgendwie mein Ding, zu schreiben….Muss hier meinen Vater Gerhard erwähnen, der zu Lebzeiten nebenberuflich als Journalist tätig war und ganz früher auch mal gerne Ereignisse aus dem Familienleben in der Zeitung als „Glosse“ veröffentlichte.

Also, ihr da draußen, ich werde mich bemühen, euch auch im zweiten Jahr meines Bloggerlebens gut zu unterhalten und freue mich über jede Menge „likes“ und Kommentare!

Eure Claudia

Und jetzt ab zum Sport. Bin schon wieder spät dran!

 

 

By the way …. über sich hinauswachsen

Ein Gedanke zur Nacht…kürzlich sah ich Teile aus einem Interview mit dem französischen Philosophen Alain Badiou in der Sendung „Sternstunden der Philosophie“, die sonntag

morgens auf 3Sat läuft.

Auch das kein ganz neuer Gedanke, dem man sich aber sicher im Laufe seines Lebens immer wieder stellen sollte: Was macht mein Leben sinnvoll?

Der Mensch müsse sich immer wieder neu erfinden und über sich hinauswachsen. Wie er/sie das tut, ist eigentlich gleichgültig: in Kunst, Literatur aber nach Badious Meinung in erster Linie in der Liebe, diese großartige Möglichkeit, sich ganz neu zu erfahren und immer wieder neu zu erfinden!

Ich meine, es ist wirklich unerheblich, auf welchem Gebiet ein Mensch über sich hinauswächst, über seinen Tellerrand der Routine hinausschaut und nach Neuem, Ungewöhnlichem sucht. Man kommt nur nicht darum herum, die – wie es gerade immer wieder heisst – seine Komfortzone zu verlassen – unter Umstaenden Aengste auszuhalten und Risiken einzugehen, wie in der Liebe, die ungewiss bleibt und doch so viel zu geben vermag.

Es müssen auch nicht die großen Würfe sein, die uns wachsen lassen. Jeder schaue nach dem, was er/sie zu leisten im Stande ist und wo er gut ist, wo er besser werden will oder etwas für ihn/sie Ungewöhnliches auf die Beine stellt oder erschafft.

Auch wenn ich nicht besonders begabt bin, so habe ich doch manchmal Lust, etwas zu malen, und wenn ich ganz bei der Sache bin, kommen manchmal auch für mich ganz passable Dinge zustande. Dann freue ich mich…und wenn ich einen „guten“ Text auf WordPress schreibe , d.h. wenn ich ihn gut finde und meine Leser auch, dann ist das auch ein Stück Neues, das nur ich geschaffen habe und das mich befriedigt.

Auch im Leid kann man über sich hinauswachsen und ich denke, da werden mir Menschen, die Leid und Tod erlebt und sich ihnen gestellt haben, zustimmen, dass diese Erfahrungen „große“ Lebenserfahrungen sind, die man macht und auf die ich – im Nachhinein betrachtet,- nicht hätte verzichten oder mich davor hätte drücken wollen.

In diesem Sinne schöne Träume….

Zwei Jubiläen auf einmal!

Liebe Leserinnen und Leser,

heute habe ich ein besonderes Anliegen!

In Kürze trete ich in ein neues Lebensjahrzehnt ein. Ein Anlass, sich zu freuen, zu feiern, Rückschau zu halten und Pläne zu machen….

Aber nicht nur das! Seit nunmehr 27 Jahren arbeite ich bei der Kinderhilfsorganisation „terre des hommes“ – Erde der Menschlichkeit, die vor 50 Jahren am 08. Januar 1967 gegründet wurde. Sie entstand auf Initiative des Schriftsetzers Lutz Beisel, der das Elend der im Vietnamkrieg verletzten Kinder nicht länger untätig mit ansehen wollte. Viele von ihnen wurden zur medizinischen Behandlung nach Deutschland geholt und sind bis heute geblieben. Zwei von ihnen arbeiten heute noch bei uns.

terre des hommes hat immer auch wieder mit sich selbst und seinen Zielen gerungen und so z.B. vor einigen Jahren beschlossen, keine Kinder mehr zur Adoption nach Deutschland zu holen, sondern zu versuchen, ihnen in ihren Herkunftsländern eine neue Perspektive zu schaffen, aus der Erkenntnis heraus, dass die Kinder in ihren Ländern besser aufgehoben sind als in einer völlig fremden Kultur.

Mit den Jahren haben sich die Arbeitsfelder immer wieder entsprechend den Veränderungen in der Welt geändert. Zur Zeit fördert terre des hommes ca 400 Projekte in 31 verschiedenen Ländern, darunter auch in Deutschland. Bildung, Schutz vor Ausbeutung und Krieg, Gesundheit, aber auch das Recht auf eine intakte Umwelt sind die Themen, die uns umtreiben.

Und auch der Krieg in Syrien und die Flüchtlingsbewegungen haben uns nicht unberührt gelassen und zu einer Ausweitung unserer Projekte auf die Türkei, Syrien, Jordanien und den Irak geführt, wo unsere Partner einerseits direkte Überlebenshilfe leisten und darüber hinaus Schutzräume für Kinder errichten, in denen sie  Ruhe und Schutz finden und die Möglichkeit haben, mal wieder zu spielen….

Wir legen besonderen Wert darauf, dass unsere Partnerorganisationen vor Ort ihre Projekte eigenständig planen und durchführen und dass sie mit uns zusammen auf Augenhöhe die Schwerpunkte unserer gemeinsamen Arbeit diskutieren und festlegen.

Wir haben in unseren Projektregionen Regionalbüros, die für einen engen Kontakt und Austausch mit unseren Partnern sorgen.

Wer noch mehr über unsere Arbeit wissen möchte, kann sich im Internet unter „terre des hommes“ darüber informieren.

Und nun zu meinem Anliegen:

Mir geht es gut und ich habe das Glück gehabt, in Deutschland geboren zu werden und keine Not zu leiden. terre des hommes ist wie gesagt nun schon seit 27 Jahren meine berufliche Heimat im wahrsten Sinne des Wortes, sowohl was die Kollegen angeht als auch in Bezug auf die Arbeit, die wir leisten.

Ich werde auf Geburtstagsgeschenke verzichten und bitte meine Familie, Freunde und Freundinnen stattdessen um eine Spende für terre des hommes.

Wenn jemand von euch auch nach Weihnachten noch den Wunsch hat, etwas zu spenden und terre des hommes für die geeignete Organisation hält, dann würde ich mich freuen, wenn er/sie etwas auf mein extra für diesen Zweck eingerichtetes Konto einzuzahlen. Bei Angabe der Adresse wird auch eine Spendenquittung zugeschickt:

terre des hommes Deutschland e.V.

IBAN: DE66 2655 0105 0000 2266 62

BIC: NOLADE22XXX

Stichwort: „60. Geburtstag Claudia“

Im Rahmen des 50jährigen Jubiläums hat terre des hommes eine besondere Aktion ins Leben gerufen mit dem Titel „Wie weit würdest du gehen?“. Wir ermuntern Menschen dazu, sich eine besondere Aktion auszudenken, für die sie Sponsoren suchen. Sie setzen einen bestimmen Betrag an, der erreicht werden muss, damit sie ihren Einsatz, ihre „Challenge“einlösen. Manche wollen auf dem Jakobsweg wandern, manche lesen eine Nacht aus Michael Endes Romanen. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Wer sich durch diese Aktion angesprochen fühlt, der logge sich am besten gleich bei terre des hommes ein und erfährt dort Näheres.

Da es bei mir mit dem Gehen im Moment noch nicht so weit reicht – wie ihr aus den vergangenen Beiträgen wisst –  möchte ich durch meinen persönlichen Spendenaufruf anläßlich meines 60. Geburtstag am 7. Februar meinen kleinen Beitrag zum Jubiläum von terre des hommes und für noch mehr Unterstürzung für Kinder leisten.

Ich möchte nicht unerwähnt lassen, dass terre des hommes  das Siegel des DZI (Deutsches Zentralinstitut für Soziale Fragen) trägt als spendenwürdige Organisation.

Viele Grüße

Claudia

By the way ….I do not belong to a group, I am just human

Vor ein paar Tagen sprach ich mit einer jungen Frau, die aus dem Irak hergekommen war, um ein dreimonatiges Praktikum zu absolvieren. Danach wollte sie wieder in ihr Heimatland zurückkehren, um dort Hilfsprojekte aufzuziehen.

Während ihres Aufenthaltes in Deutschland wurde ihre Heimatstadt vom „IS“ besetzt. Sie kann nicht mehr dorthin zurückkehren. Sie würde verfolgt werden.Ihre Familie musste fliehen und sitzt in der Türkei fest.

Also hat sie Asyl beantragt. Vor Weihnachten fand die Anhörung statt. Sie berichtete mir ,dass sie 5 Stunden lang ununterbrochen befragt worden sei. Der Dolmetscher mischte sie immer wieder ein mit Kommentaren wie “ das sagst du jetzt besser nicht“, “ so wirst du bestimmt abgelehnt“, „heul jetzt nicht, das ist nicht der richtige Augenblick“ u.ä. Und er gab ihre Antworten teilweise nicht richtig wieder, so viel hat sie verstanden. Vielleicht hat er es nur gut gemeint, vielleicht.

Das, was mich am meisten beindruckt hat, war ihre Antwort auf die Frage, zu welchen Gruppen sie gehöre. Sie verstand die Frage zunächst nicht. Der Dolmetscher meinte, es ginge um ihre Religions- und Staatsangehörigkeit bzw. Zugehörigkeit zu einer Volksgruppe. Sie antwortete, dass sie diese Frage nicht mag. Sie sagte: I do not belong to any group. I am just human. I am a human being, nothing else. I am part of the Universe.

Was für ein weiser Satz aus dem Mund dieser jungen, sehr sympathischen Frau!!!

Wenn wir alle so dächten, dann gäbe es vermutlich keine Kriege mehr!

Vielen Dank!

By the way…..

Ja, das hört sich besser an für meine Gedanken zum Tage…

Neujahr. Meine Freundin und ich sitzen im Café und trinken unsere Lieblingsgetränke…Das gehört zum Sonntag dazu, zumindest, wenn es draußen ungemütlich ist. Es ist schon wieder einiges los nach der Silvesternacht.

Kurz nach unserer Ankunft setzt sich ein Pärchen neben uns an einen erhöhten Tisch mit Hockern, so dass ich sie gut im Blick habe. Sie sind so um die 25, gehören also zur Gruppe der sogenannten Millennials, der jungen Generation ab Jahrgang 1984. Sie bestellen etwas zu trinken. Er tippt laufend etwas auf sein Smartphone, sie das gleiche…Kaum ein Wort wird gewechselt. Sie bestellen sich jeder eine Suppe. Sie tippen weiter, während sie essen. Dann kommt der Hauptgang. An diesem Punkt klinke ich mich aus.

Zwischendurch fange ich einen kurzen Blick auf, den er ihr zuwirft. Ich habe das Gefühl, dass er mit ihr reden, Kontakt aufnehmen möchte. Da sie nicht reagiert, fährt er ebenfalls fort….

Diese Szene ist sicherlich kein Einzelfall. Ich kann mich selbst nicht davon frei machen, öfter am Tag auf mein Handy zu schielen, als notwendig wäre. Warum mache ich das und was verspreche ich mir davon? Was da an Mails reinkommt, ist doch zu 95 % Mist, Werbung…

Anfang 2016 habe ich an einem Projekt teilgenommen, während dessen man auf irgendetwas für eine gewisse Zeit verzichten sollte. Ich habe das Handy gewählt und meine Erfahrungen auf eine kurze Formel gebracht in einem Video zusammengefasst, das ihr euch bei Interesse ansehen könnt:

https://www.dropbox.com/s/tft573qu46vvtv7/claudia%20I%20DO.mp4?dl=0

Mein Sohn zeigte mir gerade das Video des bekannten Professors Simon Sinek (ich kannte ihn bis vorhin ehrlich gesagt nicht), der sich mit der Situation der Millennials und den Folgen der (übermäßigen) Nutzung der digitalen Medien auseinandersetzt.

Hier zu sehen: https://www.youtube.com/watch?v=hER0Qp6QJNU

Das Video hat schon fast 3 000 000 Aufrufe, scheint also den Nerv der Menschen zu treffen.

Tschüß für heute

 

 

 

 

 

beim Zähneputzen…

also, der Titel ist nicht wirklich attraktiv, da wird noch dran gearbeitet. Aber da ich meine neue „Serie“ so angekündigt habe, bleibe ich im Moment noch dabei, schließlich sind es ja tatsächlich Dinge, die mir just beim abendlichen Zähneputzen noch einmal durch den Kopf gehen…

Vor einigen Tagen sah ich den Jahresrückblick von und mit Dieter Nuhr. Er kommentierte den Selbstmord des Terrorverdächtigen Al-Bakr, der sich im Oktober in der Justizvollzugsanstalt Leipzig erhängt hatte, mit den Worten „Reisende soll man nicht aufhalten“ und erntete damit den Beifall seiner Zuschauer.

Gewiss liegt es nahe, Attentätern das Recht auf Leben abzusprechen nach ihren unsäglichen Taten. Sie  zerstören das Leben anderer, haben das Recht auf das ihre insofern verwirkt, kann man sicher argumentieren. Zu der moralischen Bewertung solcher Taten nur einer von vielen Gedanken: die eigentlichen Täter sind in meinen Augen diejenigen, die die Unsicherheit, Unzufriedenheit oder einfach Suche nach Halt oder vielleicht noch simpler die schon latent vorhandene kriminelle Energie für ihre Zwecke ausnutzen und die jungen Menschen einer Gehirnwäsche unterziehen, die dann zu solchen Taten führt. Wir wissen aus der eigenen Geschichte, wie wirksam Propaganda ist. Damit will ich keineswegs die Schuld der Attentäter minimieren, sei betont.

Aber darum geht es mir hier nicht in erster Linie.

Wir leben immer noch in einem „Rechtsstaat“, d.h. jeder Mensch hat das Recht auf ein ordentliches Gerichtsverfahren und ein Urteil. Er hat dieses Recht und er muss sich meiner Meinung nach vor einem Gericht für seine Tat verantworten. Das sollte im Gefängnis gewährleistet werden.